AkdÄ2019

Pivmecillinam: Falsch-positives Neugeborenen-Screening

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AkdÄ (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Drug Safety Mail 2019-10 der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) thematisiert eine wichtige Interaktion im Rahmen der Schwangerschaft. Das Antibiotikum Pivmecillinam, ein Prodrug von Mecillinam, wird häufig zur Behandlung der akuten unkomplizierten Zystitis eingesetzt.

Auch in der Schwangerschaft findet dieses Antibiotikum Anwendung bei unkomplizierten Infektionen des unteren Harntrakts. Die Mitteilung weist darauf hin, dass die mütterliche Einnahme kurz vor der Geburt Auswirkungen auf die Diagnostik des Kindes haben kann.

Konkret kann es im Neugeborenen-Screening zu falsch-positiven Befunden mit dem Verdacht auf eine Isovalerianazidämie (IVA) kommen. Bei der IVA handelt es sich um eine angeborene Stoffwechselstörung, die einer raschen Abklärung bedarf.

Empfehlungen

Die Mitteilung formuliert folgende Kernaspekte für das klinische Vorgehen bei einem auffälligen Neugeborenen-Screening:

Anamnese und Ursachenforschung

Es wird empfohlen, bei einem Verdacht auf Isovalerianazidämie (IVA) gezielt nach mütterlichen Expositionen in den Tagen vor der Geburt zu fragen. Laut AkdÄ sollten folgende Auslöser für falsch-positive Befunde bedacht werden:

  • Einnahme des Antibiotikums Pivmecillinam

  • Anwendung von Brustwarzensalben, die Pivalinsäurederivate (als Neopentanoat) als Weichmacher enthalten

Diagnostik und Überweisung

Bei einem Verdacht auf IVA wird eine umgehende Weiteruntersuchung und Behandlung des Neugeborenen empfohlen. Dies sollte in einem Zentrum mit Erfahrung in der Diagnostik und Therapie von angeborenen Stoffwechselstörungen erfolgen.

Wird ein Pivmecillinam-bedingter falsch-positiver Befund vermutet, wird die Verifizierung der Diagnose angeraten. Hierfür sollte laut Mitteilung ein geeignetes Zweitverfahren eingesetzt werden.

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💡Praxis-Tipp

Ein auffälliges Neugeborenen-Screening auf Isovalerianazidämie kann durch die mütterliche Anwendung von Brustwarzensalben mit Pivalinsäurederivaten verursacht werden. Es wird angeraten, bei der Anamnese nicht nur nach systemischen Antibiotika wie Pivmecillinam, sondern auch gezielt nach topischen Pflegeprodukten der Mutter zu fragen.

Häufig gestellte Fragen

Die mütterliche Einnahme von Pivmecillinam kurz vor der Geburt kann die Laborparameter des Kindes beeinflussen. Laut AkdÄ führt dies zu falsch-positiven Befunden mit Verdacht auf eine Isovalerianazidämie (IVA).

Es wird eine umgehende Vorstellung des Neugeborenen in einem spezialisierten Zentrum für angeborene Stoffwechselstörungen empfohlen. Dort sollte die Diagnose mit einem geeigneten Zweitverfahren verifiziert werden.

Salben zur Pflege der Brustwarzen können Pivalinsäurederivate (wie Neopentanoat) als Weichmacher enthalten. Die Anwendung dieser Salben durch die Mutter kann laut Mitteilung ebenfalls zu einem falsch-positiven Screening auf Isovalerianazidämie führen.

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Quelle: AkdÄ: Bekanntgabe der AkdÄ im Deutschen Ärzteblatt vom (AkdÄ, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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