BfArM2020

Gliolan (5-ALA) bei OP-Verzögerung: Rote-Hand-Brief BfArM

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: BfArM (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

5-Aminolävulinsäure (5-ALA, Gliolan) wird in der Neurochirurgie zur intraoperativen Visualisierung von malignem Gliomgewebe eingesetzt. Der Wirkstoff reichert sich in Tumorzellen an und führt unter Blaulicht zu einer sichtbaren Fluoreszenz, was die Resektion erleichtert.

Diese Zusammenfassung basiert auf dem Rote-Hand-Brief des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) aus dem Jahr 2020. Das Dokument adressiert das Vorgehen bei zeitlich verschobenen Operationen sowie Informationen zu Fluoreszenzen bei nicht hochgradigen Gliomen.

Empfehlungen

Das BfArM formuliert folgende Kernempfehlungen zur Anwendung von 5-ALA:

Zeitfenster der Fluoreszenz

Laut Rote-Hand-Brief ist weitgehend unbekannt, wie lange eine verwertbare Fluoreszenz nach dem definierten optimalen Zeitfenster anhält. Ein hoher Kontrast in den Tumorzellen ist nur für einen bestimmten Zeitraum garantiert.

Vorgehen bei Operationsverzögerung

Es wird folgendes Vorgehen bei zeitlichen Verzögerungen empfohlen:

  • Verschiebt sich der Operationsbeginn um mehr als 12 Stunden, sollte der Eingriff auf den nächsten Tag oder einen späteren Zeitpunkt verlegt werden.

  • In diesem Fall kann eine erneute Dosis des Arzneimittels verabreicht werden.

  • Die Einnahme der neuen Dosis wird für 2 bis 4 Stunden vor der Narkoseeinleitung empfohlen.

Dosierung

MedikamentIndikation / SituationZeitpunkt der Einnahme
Gliolan (5-ALA)Erneute Dosis nach OP-Verschiebung (>12 Stunden)2–4 Stunden vor der Narkose
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💡Praxis-Tipp

Der Rote-Hand-Brief warnt davor, bei einer Operationsverzögerung von über 12 Stunden auf eine noch ausreichende Fluoreszenz zu vertrauen. Es wird geraten, den Eingriff in solchen Fällen konsequent zu verschieben und eine erneute Gabe von 5-ALA 2 bis 4 Stunden vor der neuen Narkoseeinleitung einzuplanen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Rote-Hand-Brief sollte die Operation auf den nächsten Tag oder später verschoben werden. Die Dauer der verwertbaren Fluoreszenz nach dem optimalen Zeitfenster ist weitgehend unbekannt.

Das BfArM empfiehlt, die neue Dosis 2 bis 4 Stunden vor der erneuten Narkoseeinleitung zu verabreichen. Dies stellt sicher, dass zum Operationszeitpunkt wieder ein optimaler Kontrast vorliegt.

Ein hoher Kontrast in den Tumorzellen ist nur innerhalb eines definierten Zeitfensters gewährleistet. Es ist nicht gesichert, wie lange die Fluoreszenz darüber hinaus für eine sichere Tumorresektion ausreicht.

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Quelle: Rote-Hand-Brief zu Gliolan® (5-Aminolävulinsäure, 5-ALA): Vorgehen bei zeitlich verschobenen Operationen und Informationen zu Fluoreszenzen bei nicht hochgradigen Gliomen (BfArM, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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