Finerenon: Therapie bei Niereninsuffizienz (CKD) 3-4
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht (Addendum A23-70) bewertet ergänzende Daten zum Zusatznutzen von Finerenon. Die Zielgruppe umfasst Erwachsene mit chronischer Nierenerkrankung (Stadium 3 und 4 mit Albuminurie) in Verbindung mit Diabetes mellitus Typ 2.
Grundlage der Bewertung sind nachgereichte Daten aus den Studien FIDELIO-DKD und FIGARO-DKD. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte diese Nachbewertung im Rahmen des Stellungnahmeverfahrens beauftragt.
Im Fokus der Nachreichung standen Subgruppenanalysen von Personen, die bereits zu Studienbeginn mit SGLT2-Inhibitoren behandelt wurden. Der Einsatz von SGLT2-Inhibitoren stellt laut Bericht den aktuellen Versorgungsstandard bei chronischer Nierenerkrankung dar.
Empfehlungen
Der Bericht formuliert folgende zentrale Bewertungsergebnisse:
Bewertung des Zusatznutzens
Laut IQWiG ist ein Zusatznutzen von Finerenon gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt. Die vorgelegten Studien werden als nicht relevant für die Nutzenbewertung eingestuft.
Es wird betont, dass die zweckmäßige Vergleichstherapie eine optimierte Standardtherapie darstellen muss. Diese umfasst die Behandlung der Nierenerkrankung und des Diabetes unter Berücksichtigung von Komorbiditäten wie Hypertonie und Dyslipoproteinämie.
Methodische Kritikpunkte
Das IQWiG begründet den fehlenden Beleg mit einer unzureichenden Umsetzung der Standardtherapie in den Kontrollarmen der Studien:
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Die chronische Nierenerkrankung wurde nicht in ausreichendem Umfang mit SGLT2-Inhibitoren behandelt.
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Eine optimierte Behandlung der arteriellen Hypertonie war nicht gewährleistet.
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Wirkstoffe zur Therapie von Ödemen oder potenziell auftretender Herzinsuffizienz standen nicht ausreichend zur Verfügung.
Klinische Endpunkte
Trotz der methodischen Einschränkungen zeigt die Metaanalyse der Studien folgende Tendenzen:
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Renale Morbidität: Es zeigt sich ein statistisch signifikanter Vorteil für Finerenon bei der Verhinderung eines eGFR-Abfalls von ≥ 57 %.
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Mortalität: Es gibt keinen signifikanten Unterschied beim Gesamtüberleben, jedoch wurden regionale Schwankungen beobachtet.
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Nebenwirkungen: Die Daten zu schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen wurden als unvollständig und nicht aussagekräftig eingestuft, da Therapieunterbrechungen methodisch unzureichend abgebildet wurden.
💡Praxis-Tipp
Laut IQWiG-Bericht stellt der Einsatz von SGLT2-Inhibitoren bei chronischer Nierenerkrankung den aktuellen Versorgungsstandard dar. Es wird hervorgehoben, dass eine medikamentöse Therapie stets eine optimierte Behandlung von Begleiterkrankungen wie arterieller Hypertonie und Herzinsuffizienz umfassen muss.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht ist ein Zusatznutzen von Finerenon bei chronischer Nierenerkrankung (Stadium 3 und 4) in Verbindung mit Typ-2-Diabetes nicht belegt. Die vorgelegten Studiendaten setzten die zweckmäßige Vergleichstherapie nicht adäquat um.
Der Bericht bemängelt, dass in den Studien die Standardtherapie nicht optimiert war. Insbesondere fehlte ein ausreichender Einsatz von SGLT2-Inhibitoren sowie eine optimale Einstellung der arteriellen Hypertonie.
In der Metaanalyse der Studien zeigte sich ein statistisch signifikanter Vorteil von Finerenon bei der renalen Morbidität, spezifisch bei der Verhinderung eines eGFR-Abfalls von über 57 Prozent. Aufgrund der methodischen Mängel ändert dies jedoch nichts an der Gesamteinschätzung des IQWiG zum fehlenden Zusatznutzen.
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Quelle: IQWiG A23-70: Finerenon (Niereninsuffizienz, Stadium 3 und 4) – Addendum zum Auftrag A23-15 (IQWiG, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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