ESCMID2026Infektiologie

Perioperative Antibiose bei MDR-GNB: ESCMID Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: ESCMID (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Multiresistente gramnegative Bakterien (MDR-GNB) stellen in der Chirurgie ein zunehmendes Risiko dar. Eine präoperative Besiedlung kann zu schweren postoperativen Wundinfektionen (Surgical Site Infections, SSI) führen.

Die perioperative Antibiotikaprophylaxe (PAP) zielt darauf ab, diese Infektionen und die damit verbundene Mortalität zu reduzieren. Die Auswahl der geeigneten Prophylaxe bei bekannten Trägern von MDR-GNB ist jedoch komplex und erfordert eine genaue Abwägung.

Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract der ESCMID/EUCIC-Leitlinie. Sie bewertet die Evidenz für ein gezieltes Screening und eine adaptierte Prophylaxe bei erwachsenen Patienten, die vor einer Operation mit MDR-GNB besiedelt sind.

Empfehlungen

Die ESCMID-Leitlinie formuliert basierend auf einer systematischen Übersichtsarbeit folgende Kernempfehlungen. Die Evidenzlage wird dabei überwiegend als niedrig eingestuft.

Urologische Eingriffe

  • Bei transrektalen ultraschallgesteuerten Prostata-Biopsien wird ein rektales Screening auf fluorchinolonresistente Enterobacterales empfohlen.

  • Bei positivem Nachweis rät die Leitlinie zu einer gezielten perioperativen Antibiotikaprophylaxe (bedingte Empfehlung).

Kolorektal- und Transplantationschirurgie

  • Für Patienten, die sich einer kolorektalen Operation oder einer Organtransplantation unterziehen, wird eine gezielte Prophylaxe bei Nachweis von ESBL-bildenden Enterobacterales empfohlen (bedingte Empfehlung).

  • Vor Transplantationen wird zudem ein Screening auf Carbapenem-resistente Enterobacterales (CRE) und Carbapenem-resistente Acinetobacter baumannii (CRAB) nahegelegt.

  • Dieses Screening sollte laut Leitlinie jedoch erst nach einer Bewertung der lokalen Epidemiologie erfolgen.

Antimicrobial Stewardship

  • Vor der Implementierung neuer Screening-Verfahren oder Änderungen der Prophylaxe-Standards wird eine sorgfältige Prüfung der Laborauslastung empfohlen.

  • Die Leitlinie betont die Notwendigkeit, Antimicrobial-Stewardship-Teams in diese Entscheidungsprozesse zwingend einzubinden.

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💡Praxis-Tipp

Ein wesentlicher Hinweis der Leitlinie ist, dass Änderungen der perioperativen Antibiotikaprophylaxe bei MDR-GNB-Besiedlung nicht isoliert erfolgen sollten. Es wird dringend angeraten, vorab die lokale Epidemiologie zu bewerten und das lokale Antimicrobial-Stewardship-Team einzubinden, um Resistenzentwicklungen und C. difficile-Infektionen zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Laut ESCMID-Leitlinie wird ein rektales Screening vor transrektalen ultraschallgesteuerten Prostata-Biopsien empfohlen. Dabei sollte gezielt auf fluorchinolonresistente Enterobacterales getestet werden.

Bei Patienten mit Nachweis von ESBL-Enterobacterales empfiehlt die Leitlinie eine gezielte perioperative Antibiotikaprophylaxe. Dies gilt insbesondere für kolorektale Eingriffe und Organtransplantationen.

Nein, ein generelles Screening wird nicht empfohlen. Die Leitlinie legt ein Screening auf CRE und CRAB spezifisch vor Transplantationschirurgie nahe, abhängig von der lokalen epidemiologischen Situation.

Die Leitlinie weist darauf hin, dass die aktuelle Evidenzlage überwiegend niedrig ist. Die meisten Empfehlungen basieren auf Beobachtungsstudien mit moderatem bis hohem Verzerrungsrisiko.

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Quelle: ESCMID: ESCMID/EUCIC clinical practice guidelines on perioperative antibiotic prophylaxis in patients colonized by multidrug-resistant Gram-negative bacteria before surgery (ESCMID, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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