Therapie bei MRGN-Infektionen (PEG S2k)

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: PEG|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Infektionen durch multiresistente gramnegative Erreger (MRGN) stellen laut der PEG S2k-Leitlinie eine erhebliche therapeutische Herausforderung dar. Der Leitlinientext fokussiert sich auf die gezielte Therapie von Infektionen durch ESBL-bildende Enterobacteriaceae, Carbapenemase-bildende Enterobacteriaceae sowie Carbapenem-resistente Acinetobacter baumannii. Gemäss der Leitlinie basieren die Empfehlungen aufgrund fehlender grosser prospektiver Studien oft auf begrenzter Evidenz, Fallserien und Expertenmeinungen.

Empfehlungen

Therapie bei ESBL-bildenden Enterobacteriaceae

Die PEG-Leitlinie führt aus, dass Beta-Lactamase-Inhibitoren in fixer Kombination (wie Piperacillin/Tazobactam oder Ceftazidim/Avibactam) sowie Carbapeneme, Colistin, Fosfomycin und Tigecyclin als Therapieoptionen zur Verfügung stehen. Bei Piperacillin/Tazobactam ist laut Leitlinie ein ausgeprägter Inokulum-Effekt zu berücksichtigen.

Therapie bei Carbapenemase-bildenden Enterobacteriaceae

Bei schweren Infektionen wie Blutstrominfektionen oder Pneumonien wird von der Expertengruppe eine Kombinationstherapie empfohlen. Liegt die Carbapenem-MHK bei 8 mg/l oder darunter, ist nach aktueller Leitlinienempfehlung eine Carbapenem-basierte Kombinationstherapie zu bevorzugen. Bei einer MHK über 8 mg/l sollte gemäss Leitlinie eine Kombination aus Colistin und Tigecyclin, gegebenenfalls ergänzt durch Fosfomycin oder ein Aminoglykosid, verabreicht werden.

Therapie bei Carbapenem-resistenten Acinetobacter baumannii

Laut Leitlinie sollte Colistin mit einer zweiten wirksamen Substanz kombiniert werden. Als Kombinationspartner nennt der Text Tigecyclin, Sulbactam, Aminoglykoside oder Carbapeneme.

Dosierung

Die PEG S2k-Leitlinie nennt spezifische Dosierungen für verschiedene Antibiotika bei MRGN-Infektionen.

Temocillin

Die Standarddosierung beträgt laut Text 2x 2 g, die zugelassene Maximaldosis 3x 2 g. Für kritisch kranke Patienten wird auf eine Studie verwiesen, die 6 g pro Tag empfiehlt.

Ceftazidim/Avibactam

Die empfohlene Dosierung liegt gemäss Leitlinie bei 3x 2,5 g.

Ceftolozan/Tazobactam

Die zugelassene Dosierung beträgt 3x 1,5 g; für die Pneumonie-Behandlung wird auf eine Dosierung von 3x 3 g verwiesen.

Ertapenem

Die Dosierung beträgt 1x 1 g. Für nicht urogenitale Infektionen wird laut Leitlinie ein Off-Label-Use von 1x 2 g empfohlen.

Tigecyclin

Bei schweren Infektionen sollte gemäss Leitlinie eine höhere Dosierung von 200 mg als Anfangsdosis und danach 100 mg alle 12 Stunden eingesetzt werden.

Fosfomycin

Die Leitlinie beschreibt eine hohe Dosierung von bis zu 24 g pro Tag im Rahmen einer Kombinationstherapie.

Colistin

Die initiale intravenöse Ladungsdosis soll laut Leitlinie bei 9 bis 12 Millionen IE liegen.

Kontraindikationen

Die PEG-Leitlinie warnt davor, Fosfomycin als Monotherapie einzusetzen, um das Risiko einer Resistenzentwicklung zu vermeiden. Tigecyclin erfasst Pseudomonas aeruginosa nicht und selektioniert diesen Erreger laut Leitlinie sogar, weshalb es hierfür nicht geeignet ist. Zudem wird von einer Kombinationstherapie aus Colistin und Rifampicin bei Acinetobacter baumannii abgeraten, da die Leitlinie auf ein hohes Interaktionspotenzial und Hepatotoxizität hinweist.

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💡Praxis-Tipp

Laut Leitlinie ist bei der kontinuierlichen Gabe von Carbapenemen zwingend ein therapeutisches Drug-Monitoring durchzuführen, da sonst die Gefahr kontinuierlich subtherapeutischer Spiegel besteht.

Häufig gestellte Fragen

Die PEG S2k-Leitlinie empfiehlt in diesem Fall bevorzugt eine Carbapenem-basierte Kombinationstherapie.

Gemäss der Leitlinie soll die initiale intravenöse Ladungsdosis bei 9 bis 12 Millionen IE liegen, um ausreichend hohe Wirkspiegel zu erreichen.

Nein, laut Leitlinientext wird Pseudomonas aeruginosa von Tigecyclin nicht erfasst und unter Therapie sogar selektioniert.

Die Leitlinie gibt an, dass Fosfomycin zur Vermeidung von Resistenzen immer nur in Kombinationstherapie und in hoher Dosierung (bis zu 24 g pro Tag) verabreicht werden sollte.

Quelle: PEG S2k Kalkulierte parenterale Initialtherapie - Multiresistente gramnegative Stäbchen (PEG). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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