Empagliflozin/Metformin: Dosierung und Zusatznutzen
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht A16-13 bewertet den Zusatznutzen der Fixkombination aus Empagliflozin und Metformin. Das Präparat wird zur Behandlung von Erwachsenen mit Diabetes mellitus Typ 2 eingesetzt.
Die Bewertung erfolgt für drei verschiedene therapeutische Situationen, abhängig von der bisherigen Vorbehandlung der Betroffenen. Als Vergleich dient jeweils die vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) festgelegte zweckmäßige Vergleichstherapie.
Grundlage der Beurteilung ist das vom pharmazeutischen Unternehmer eingereichte Dossier. Die Analyse fokussiert sich auf patientenrelevante Endpunkte in randomisierten kontrollierten Studien mit einer Mindestdauer von 24 Wochen.
Empfehlungen
Der Bericht formuliert folgende zentrale Ergebnisse zur Nutzenbewertung:
Zusatznutzen nach Indikationsgebiet
Laut IQWiG ist für keine der drei untersuchten Patientengruppen ein Zusatznutzen belegt:
-
Bei unzureichender Einstellung unter Metformin-Monotherapie (Zusatznutzen nicht belegt)
-
In Kombination mit anderen blutzuckersenkenden Arzneimitteln außer Insulin (Zusatznutzen nicht belegt)
-
In Kombination mit Insulin, mit oder ohne orale Antidiabetika (Zusatznutzen nicht belegt)
Methodische Kritik an den Studiendaten
Für die fehlende Belegbarkeit des Zusatznutzens nennt der Bericht mehrere Gründe. Die vorgelegte direkt vergleichende Studie verwendete eine zu hohe Startdosis von 25 mg Empagliflozin anstelle der zugelassenen 10 mg.
Zudem fehlen Auswertungen zu relevanten Endpunkten, insbesondere zu spezifischen unerwünschten Ereignissen wie Erkrankungen der Nieren und Harnwege. Die eingereichten indirekten Vergleiche werden als methodisch unvollständig und in sich widersprüchlich bewertet.
Bewertung der EMPA-REG-Outcome-Studie
Die EMPA-REG-Outcome-Studie wird für die vorliegende Fragestellung als nicht geeignet eingestuft. Der Bericht kritisiert die Behandlung der Kontrollgruppe:
-
Die medikamentösen Anpassungsmöglichkeiten zur Blutdrucksenkung wurden nicht ausgeschöpft.
-
Die Eskalation der antihyperglykämischen Therapie erfolgte oft als Notfalltherapie und nicht als reguläre Anpassung.
-
Es zeigten sich deutliche regionale Unterschiede in den Ergebnissen, wobei ein Vorteil in Europa nicht nachweisbar war.
Dosierung
Die Dosierung wird individuell auf Basis des bisherigen Behandlungsschemas festgelegt. Die Einnahme erfolgt zweimal täglich zu den Mahlzeiten, um gastrointestinale Nebenwirkungen zu reduzieren.
| Wirkstoffkombination | Empfohlene Tagesdosis | Einnahmehinweis |
|---|---|---|
| Empagliflozin / Metformin | 10-25 mg / 1700-2000 mg | Zweimal täglich zu den Mahlzeiten |
Es wird darauf hingewiesen, dass die empfohlene maximale Tagesdosis von Metformin nicht überschritten werden darf. Bei vergessener Einnahme darf keine doppelte Dosis eingenommen werden.
Kontraindikationen
Der Bericht listet basierend auf der Fachinformation folgende Kontraindikationen und Warnhinweise auf:
-
Niereninsuffizienz mit einer Kreatinin-Clearance < 60 ml/min
-
Diabetische Ketoazidose und diabetisches Präkoma
-
Akute Erkrankungen, die die Nierenfunktion verändern können (z. B. Dehydratation, schwere Infektion, Schock)
-
Erkrankungen, die eine Gewebehypoxie verursachen können (z. B. dekompensierte Herzinsuffizienz, frischer Myokardinfarkt)
-
Leberfunktionsstörung, akute Alkoholvergiftung und Alkoholismus
Zudem wird vor dem Risiko einer Laktatazidose durch die Metformin-Komponente gewarnt. Die Therapie muss 48 Stunden vor chirurgischen Eingriffen oder der Gabe von jodhaltigen Kontrastmitteln unterbrochen werden.
💡Praxis-Tipp
Der Bericht betont die Wichtigkeit der Nierenfunktionskontrolle vor Therapiebeginn und in regelmäßigen Abständen danach. Bei akuten Erkrankungen, die zu einer Dehydratation führen, oder vor Operationen wird ein vorübergehendes Absetzen der Medikation empfohlen, um das Risiko einer lebensbedrohlichen Laktatazidose zu minimieren.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht ist ein Zusatznutzen für die Fixkombination in keiner der zugelassenen Indikationen belegt. Die vorgelegten Studiendaten wurden aufgrund methodischer Mängel und falscher Startdosierungen als nicht verwertbar eingestuft.
Der Bericht gibt an, dass die Kombination bei einer Kreatinin-Clearance von unter 60 ml/min kontraindiziert ist. Die Nierenfunktion muss vor Therapiebeginn und danach regelmäßig kontrolliert werden.
Es wird eine zweimal tägliche Einnahme zu den Mahlzeiten empfohlen. Die Zieldosis liegt bei 10 bis 25 mg Empagliflozin pro Tag, wobei die individuelle Metformin-Höchstdosis nicht überschritten werden darf.
Wegen der Metformin-Komponente muss die Behandlung 48 Stunden vor einer geplanten Operation mit Allgemein-, Spinal- oder Epiduralanästhesie pausiert werden. Die Wiederaufnahme erfolgt frühestens 48 Stunden nach dem Eingriff bei unauffälliger Nierenfunktion.
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Quelle: IQWiG A16-13: Empagliflozin/Metformin - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB (IQWiG, 2016). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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