AkdÄ2021

Myokarditis und TTS nach COVID-19-Impfung: AkdÄ

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AkdÄ (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Sicherheitsbericht der AkdÄ und des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) aus dem Jahr 2021 analysiert Verdachtsfälle von Nebenwirkungen nach COVID-19-Impfungen. Er umfasst Daten zu den mRNA-Impfstoffen Comirnaty und Spikevax sowie den Vektorimpfstoffen Vaxzevria und Janssen.

Im Fokus des Berichts stehen sehr seltene, aber schwerwiegende unerwünschte Ereignisse. Dazu gehören insbesondere Myokarditiden und Perikarditiden sowie das Thrombose-mit-Thrombozytopenie-Syndrom (TTS).

Das Nutzen-Risiko-Verhältnis aller zugelassenen COVID-19-Impfstoffe wird laut Dokument weiterhin als positiv bewertet. Der individuelle Nutzen der Impfung nimmt mit steigendem Alter und höheren Infektionszahlen zu.

Empfehlungen

Übersicht der spezifischen Impfkomplikationen

Der Bericht ordnet die schwerwiegenden Nebenwirkungen primär den unterschiedlichen Impfstoffklassen zu:

NebenwirkungAssoziierter ImpfstofftypBetroffene HauptgruppeTypisches Zeitfenster
Myokarditis / PerikarditismRNA-ImpfstoffeJunge MännerInnerhalb von 14 Tagen
Thrombose-mit-Thrombozytopenie-Syndrom (TTS)VektorimpfstoffeAlle AltersgruppenInnerhalb von 3 Wochen
Guillain-Barré-Syndrom (GBS)VektorimpfstoffeÜberwiegend ältere ErwachseneMedian 14 Tage

Myokarditis und Perikarditis

Laut Bericht treten Myokarditiden und Perikarditiden sehr selten nach der Impfung mit mRNA-Impfstoffen auf. Es wird hervorgehoben, dass vor allem junge Männer nach der zweiten Dosis betroffen sind.

Die Symptome manifestieren sich typischerweise innerhalb von 14 Tagen nach der Impfung. Der klinische Verlauf wird in den meisten Fällen als mild beschrieben.

Thrombose-mit-Thrombozytopenie-Syndrom (TTS)

Das Dokument beschreibt TTS als sehr seltene, schwerwiegende Nebenwirkung der Vektorimpfstoffe Vaxzevria und Janssen. Es ist durch venöse oder arterielle Thrombosen in Kombination mit einer Thrombozytopenie charakterisiert.

Die Thrombosen treten oftmals an ungewöhnlichen Lokalisationen auf:

  • Zerebrale Hirnvenen (Sinusvenenthrombosen)

  • Milz- und Lebervenen

  • Mesenterialvenen

Bei betroffenen Personen lassen sich häufig hohe Konzentrationen von Antikörpern gegen den Plättchenfaktor 4 (PF4) nachweisen. Die meisten TTS-Fälle manifestieren sich innerhalb von drei Wochen nach der Impfung.

Diagnostik und Management bei TTS

Es wird empfohlen, Geimpfte über Warnsymptome wie Kurzatmigkeit, Brustschmerzen, Beinschwellungen oder anhaltende Bauchschmerzen aufzuklären. Bei neurologischen Symptomen oder Petechien sollte umgehend eine ärztliche Abklärung erfolgen.

Der Bericht rät zu folgendem diagnostischen Vorgehen:

  • Aktive Untersuchung auf Thrombosen bei nachgewiesener Thrombozytopenie

  • Unverzügliche Kontrolle der Thrombozytenzahl bei aufgetretener Thrombose

  • Konsultation von Spezialisten (z. B. Hämatologen) für das klinische Management

Weitere neurologische und hämatologische Signale

Für den Impfstoff Vaxzevria wird ein Risikosignal für das Guillain-Barré-Syndrom (GBS) beschrieben. Die Erstsymptome traten im Mittel etwa 14 Tage nach der Impfung auf.

Zudem wird auf ein leicht erhöhtes Risiko für eine idiopathische thrombozytopenische Purpura (ITP) nach Gabe von Vaxzevria hingewiesen.

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💡Praxis-Tipp

Laut Sicherheitsbericht ist bei Thrombosen nach einer Vektorimpfung stets an ein mögliches TTS zu denken. Es wird betont, dass auch bei normalen Thrombozytenzahlen ein frühes Stadium eines TTS vorliegen kann. Daher sind in diesen Fällen unter Umständen wiederholte Untersuchungen auf TTS erforderlich.

Häufig gestellte Fragen

Laut Sicherheitsbericht tritt eine Myokarditis nach mRNA-Impfstoffen meist innerhalb von 14 Tagen auf. Besonders häufig wird sie nach der zweiten Impfdosis bei jungen Männern beobachtet.

Das Dokument nennt Kurzatmigkeit, Brustschmerzen, Beinschwellungen, anhaltende Bauchschmerzen sowie neurologische Symptome oder Petechien als Warnzeichen. Diese treten meist innerhalb von drei Wochen nach der Impfung auf.

Neben dem Nachweis einer Thrombozytopenie (unter 150 G/L) wird laut Bericht häufig eine hohe Konzentration von Antikörpern gegen den Plättchenfaktor 4 (PF4) festgestellt. Dies ähnelt dem Muster einer atypischen Heparin-induzierten Thrombozytopenie.

Ja, der Bericht beschreibt ein Risikosignal für das Guillain-Barré-Syndrom nach der Impfung mit Vaxzevria. Die Symptome begannen im Median 14 Tage nach der Impfstoffgabe.

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Quelle: AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu den COVID-19 mRNA Impfstoffen Comirnaty® und Spikevax®: Myokarditis, Perikarditis. (AkdÄ, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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