COVID-19-Impfstoffe und TTS-Risiko: AkdÄ
Hintergrund
Der Sicherheitsbericht der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) und des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) fasst Verdachtsfälle von Nebenwirkungen nach COVID-19-Impfungen bis Mai 2021 zusammen. Im Fokus stehen dabei seltene, aber schwerwiegende Komplikationen.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem neuartigen Thrombose-mit-Thrombozytopenie-Syndrom (TTS), das nach der Verabreichung der Vektor-Impfstoffe Vaxzevria und Janssen beobachtet wurde. Zudem werden Signale für Myokarditiden nach mRNA-Impfstoffen analysiert.
Die Bewertung der sehr seltenen Nebenwirkungen erfolgt stets im Kontext des nachgewiesenen Nutzens der Impfungen. Der individuelle Nutzen der Impfung steigt laut Dokument mit zunehmendem Alter und höheren Infektionszahlen.
Empfehlungen
Altersbeschränkungen und Impfschemata
Basierend auf der Datenlage empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die Vektor-Impfstoffe Vaxzevria und Janssen primär für Personen ab 60 Jahren.
Für Personen unter 60 Jahren ist die Anwendung laut Dokument nach ärztlichem Ermessen und individueller Risikoakzeptanz nach sorgfältiger Aufklärung möglich.
Bei Personen unter 60 Jahren, die bereits eine erste Dosis Vaxzevria erhalten haben, wird eine heterologe Zweitimpfung empfohlen. Es soll zwölf Wochen nach der Erstimpfung ein mRNA-Impfstoff verabreicht werden.
Spezifische Risikosignale nach Impfstofftyp
Der Bericht ordnet den verschiedenen Impfstoffklassen spezifische, sehr seltene Risikosignale zu:
| Impfstoff-Typ | Betroffene Impfstoffe | Spezifisches Risikosignal | Häufig betroffene Personengruppe |
|---|---|---|---|
| Vektor-Impfstoffe | Vaxzevria, Janssen | Thrombose-mit-Thrombozytopenie-Syndrom (TTS) | Alle Altersgruppen |
| Vektor-Impfstoffe | Vaxzevria | Guillain-Barré-Syndrom (GBS) | Keine spezifische Angabe |
| mRNA-Impfstoffe | Comirnaty, Moderna | Myokarditis / Perikarditis | Männliche Jugendliche und junge Erwachsene |
Diagnostik bei Verdacht auf TTS
Das Dokument weist darauf hin, dass bei Personen, die innerhalb von drei Wochen nach einer Vaxzevria-Impfung eine Thrombozytopenie aufweisen, aktiv nach Thrombosen gesucht werden sollte.
Umgekehrt wird empfohlen, bei auftretenden Thrombosen nach der Impfung unverzüglich auf eine Thrombozytopenie zu untersuchen.
Da ein frühes Stadium des TTS auch bei normalen Thrombozytenzahlen oder fehlendem Thrombosenachweis vorliegen kann, sind laut Bericht unter Umständen wiederholte Untersuchungen erforderlich.
Klinisches Management bei TTS
Das Thrombose-mit-Thrombozytopenie-Syndrom erfordert ein spezialisiertes klinisches Management. Da es keine Standardtherapie gibt, wird die Konsultation von Spezialisten wie Hämatologen oder Gerinnungsexperten dringend angeraten.
Warnhinweise zu Myokarditis
Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen sollte bei akuten Brustschmerzen, Kurzatmigkeit oder Herzklopfen differenzialdiagnostisch eine Myokarditis oder Perikarditis in Betracht gezogen werden.
Dies gilt insbesondere nach der Verabreichung von mRNA-Impfstoffen. Andere Ursachen, wie infektiologische oder rheumatische Erkrankungen, sollten dabei ausgeschlossen werden.
Kontraindikationen
Laut dem Titel des Rote-Hand-Briefes besteht für den COVID-19-Impfstoff Janssen eine Kontraindikation bei Personen mit vorherigem Kapillarlecksyndrom (Capillary Leak Syndrom, CLS).
Zudem wird das Thrombose-mit-Thrombozytopenie-Syndrom (TTS) als schwerwiegende Nebenwirkung der Vektor-Impfstoffe Vaxzevria und Janssen aufgeführt.
💡Praxis-Tipp
Der Bericht betont, dass Geimpfte umgehend ärztlich vorstellig werden sollten, wenn wenige Tage nach der Impfung Symptome wie Kurzatmigkeit, Brustschmerzen, Beinschwellungen oder anhaltende Bauchschmerzen auftreten. Ebenso wird auf neurologische Warnsignale wie starke, anhaltende Kopfschmerzen, verschwommenes Sehen oder Petechien außerhalb der Injektionsstelle hingewiesen, die auf ein beginnendes TTS hindeuten können.
Häufig gestellte Fragen
Laut Sicherheitsbericht gehören Kurzatmigkeit, Brustschmerzen, Beinschwellungen und anhaltende Bauchschmerzen zu den Warnsignalen. Auch neurologische Symptome wie starke Kopfschmerzen oder Petechien auf der Haut erfordern eine sofortige Abklärung.
Die STIKO empfiehlt Vaxzevria primär für Personen ab 60 Jahren. Eine Anwendung bei jüngeren Personen ist laut Dokument nach ärztlicher Aufklärung und individueller Risikoakzeptanz jedoch möglich.
Es wird empfohlen, die Zweitimpfung nach zwölf Wochen mit einem mRNA-Impfstoff durchzuführen. Bislang liegen keine ausreichenden Daten zum Risiko eines TTS bei der Zweitimpfung mit Vaxzevria vor.
Die gemeldeten Fälle von Myokarditis und Perimyokarditis traten überwiegend bei männlichen Jugendlichen und jungen Erwachsenen ab 16 Jahren auf. Die Symptome beginnen typischerweise innerhalb weniger Tage nach der Impfung.
Das Dokument weist darauf hin, dass es bisher keine leitliniengerechte Standardtherapie gibt. Es wird dringend empfohlen, Spezialisten wie Hämatologen oder Gerinnungsspezialisten für das klinische Management hinzuzuziehen.
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Quelle: AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu COVID-19 Vaccine Janssen (AkdÄ, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.