AkdÄ2018

Cefepim (Maxipime) & Neurologische Nebenwirkungen: AkdÄ

Diese Leitlinie stammt aus 2018 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AkdÄ (2018)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Betalaktam-Antibiotikum Cefepim (Maxipime®) wird parenteral zur Behandlung bakterieller Infektionen durch empfindliche Erreger eingesetzt. Die Ausscheidung des Wirkstoffs erfolgt fast ausschließlich über die Nieren.

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) warnt in einer Drug Safety Mail (2018-30) vor schwerwiegenden neurologischen Nebenwirkungen. Diese treten insbesondere bei Personen mit eingeschränkter Nierenfunktion auf, wenn die Dosierung nicht entsprechend der verminderten Ausscheidungsleistung angepasst wird.

Diese Zusammenfassung basiert auf dem Rote-Hand-Brief der AkdÄ zu Cefepim aus dem Jahr 2018.

Empfehlungen

Die Sicherheitsinformation formuliert folgende Kernaspekte zur Arzneimitteltherapiesicherheit:

Risikofaktoren und Symptomatik

Laut AkdÄ besteht bei einer eingeschränkten Nierenfunktion ein erhöhtes Risiko für schwere neurologische Nebenwirkungen, einschließlich einer Enzephalopathie.

  • Die meisten Fälle wurden bei älteren Behandelten beobachtet, die eine im Verhältnis zu ihrer Nierenfunktion zu hohe Dosis erhielten.

  • Die Symptome sind nach Absetzen des Medikaments oder durch Hämodialyse in der Regel reversibel.

  • Es wird jedoch betont, dass im Zusammenhang mit diesen Nebenwirkungen auch Todesfälle berichtet wurden.

Überwachung und Diagnostik

Es wird eine sorgfältige Überwachung der Nierenfunktion gefordert, wenn Cefepim mit potenziell nephrotoxischen Antibiotika (wie Aminoglykosiden) oder stark wirksamen Diuretika kombiniert wird.

Bei neu auftretenden oder sich verschlechternden neurologischen Beeinträchtigungen sollte laut Sicherheitsinformation umgehend eine Cefepim-Überdosierung in Betracht gezogen werden. Zur Bestätigung der Diagnose wird die Bestimmung der Cefepim-Konzentration im Plasma empfohlen.

Dosierung

Der Rote-Hand-Brief gibt keine spezifischen Milligramm-Dosierungen vor, definiert jedoch einen klaren Schwellenwert für die Notwendigkeit einer Dosisreduktion:

Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance)Erforderliche Maßnahme laut AkdÄ
> 50 ml/minKeine spezifische Anpassung im Rote-Hand-Brief genannt
≤ 50 ml/minZwingende Dosisanpassung erforderlich

Kontraindikationen

Die AkdÄ warnt ausdrücklich vor der unkorrigierten Gabe von Cefepim bei einer Kreatinin-Clearance von ≤ 50 ml/min aufgrund des Risikos für Enzephalopathien und andere schwere neurologische Nebenwirkungen. Besondere Vorsicht ist bei älteren Personen geboten, da diese besonders häufig von relativen Überdosierungen betroffen sind.

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💡Praxis-Tipp

Bei älteren Personen unter Cefepim-Therapie, die neuartige neurologische Auffälligkeiten oder Verwirrtheitszustände entwickeln, sollte primär an eine medikamentöse Enzephalopathie durch Kumulation gedacht werden. Es wird empfohlen, in solchen Fällen umgehend die Nierenfunktion zu prüfen, das Medikament zu pausieren und eine Bestimmung des Cefepim-Plasmaspiegels zu veranlassen.

Häufig gestellte Fragen

Cefepim wird fast ausschließlich über die Nieren ausgeschieden. Bei einer Niereninsuffizienz kumuliert der Wirkstoff im Blut und kann laut AkdÄ zu neurotoxischen Effekten wie einer Enzephalopathie führen.

Der Rote-Hand-Brief fordert eine zwingende Dosisanpassung bei einer Kreatinin-Clearance von 50 ml/min oder weniger.

Laut Sicherheitsinformation sind die Symptome nach dem Absetzen des Antibiotikums oder nach einer Hämodialyse im Allgemeinen reversibel. Es wurden jedoch auch Todesfälle im Zusammenhang mit der Überdosierung berichtet.

Bei klinischem Verdacht aufgrund neurologischer Symptome kann die Diagnose durch die laborchemische Bestimmung der Cefepim-Konzentration im Plasma bestätigt werden.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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