AkdÄ2017

Cladribin und PML-Risiko: Rote-Hand-Brief AkdÄ

Diese Leitlinie stammt aus 2017 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AkdÄ (2017)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Rote-Hand-Brief der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) aus dem Jahr 2017 informiert über schwerwiegende Sicherheitsbedenken bei der Anwendung von Cladribin (Leustatin®, Litak®). Das Purin-Nukleosid-Analogon ist in der onkologischen Indikation zur Behandlung der Haarzell-Leukämie zugelassen.

Cladribin kann eine Myelosuppression, Immunsuppression sowie eine über mehrere Monate andauernde Lymphopenie auslösen. Diese immunologischen Veränderungen können das Risiko für opportunistische Infektionen erhöhen.

Im Fokus der Warnung steht das erhöhte Risiko für die Entwicklung einer progressiven multifokalen Leukenzephalopathie (PML). Es wurden Fälle bei der onkologischen Anwendung gemeldet, von denen einige tödlich verliefen.

Empfehlungen

Die Sicherheitswarnung formuliert folgende Kernaspekte für den klinischen Umgang:

Klinische Überwachung

Laut Rote-Hand-Brief wird empfohlen, bei Personen unter Cladribin-Therapie auf Anzeichen einer progressiven multifokalen Leukenzephalopathie (PML) zu achten. Die PML wurde in einem Zeitfenster von sechs Monaten bis zu mehreren Jahren nach der Behandlung mit Cladribin beobachtet.

In mehreren gemeldeten Fällen wurde ein direkter Zusammenhang zwischen der Gabe von Cladribin und einer anhaltenden Lymphopenie festgestellt.

Differenzialdiagnostik

Es wird dringend geraten, eine PML differenzialdiagnostisch in Betracht zu ziehen, wenn folgende Anzeichen neu auftreten oder sich verschlechtern:

  • Neurologische Symptome

  • Kognitive Einschränkungen

  • Verhaltensauffälligkeiten

Therapeutische Konsequenz

Bei einem Verdacht auf PML darf die Behandlung mit Cladribin laut Warnung nicht weitergeführt werden. Die Therapie ist in diesen Fällen umgehend zu stoppen.

Kontraindikationen

Therapieabbruch bei PML-Verdacht

Die Warnung formuliert eine klare Kontraindikation für die Weiterbehandlung: Bei Verdacht auf eine progressive multifokale Leukenzephalopathie (PML) darf die Therapie mit Cladribin nicht fortgesetzt werden.

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💡Praxis-Tipp

Ein entscheidender Aspekt für den klinischen Alltag ist die Latenzzeit der Erkrankung. Laut Rote-Hand-Brief kann eine PML noch sechs Monate bis mehrere Jahre nach der Behandlung mit Cladribin auftreten. Daher wird empfohlen, auch bei lange zurückliegenden Therapien bei neuen neurologischen oder kognitiven Symptomen an diese Differenzialdiagnose zu denken.

Häufig gestellte Fragen

Laut Rote-Hand-Brief kann eine progressive multifokale Leukenzephalopathie (PML) sechs Monate bis mehrere Jahre nach der Behandlung mit Cladribin auftreten. Es wird eine langfristige Wachsamkeit bezüglich neurologischer Symptome empfohlen.

Die Sicherheitswarnung nennt neue oder sich verschlechternde neurologische und kognitive Symptome als Warnzeichen. Zudem wird geraten, bei Verhaltensauffälligkeiten differenzialdiagnostisch an eine PML zu denken.

Gemäß der AkdÄ-Warnung darf die Behandlung mit Cladribin bei einem Verdacht auf PML nicht weitergeführt werden. Die Therapie muss in einem solchen Fall sofort gestoppt werden.

Ja, Cladribin ist auch zur Behandlung der hochaktiven schubförmigen Multiplen Sklerose zugelassen. Die Produktinformation für diese Indikation enthält laut AkdÄ bereits einen entsprechenden Warnhinweis zum PML-Risiko.

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Quelle: AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu Cladribin (Leustatin®, Litak®) (AkdÄ, 2017). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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