AkdÄ2020

Alemtuzumab (Lemtrada): Rote-Hand-Brief AkdÄ

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KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AkdÄ (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) hat im Januar 2020 einen Rote-Hand-Brief zu Alemtuzumab (Lemtrada) veröffentlicht. Hintergrund ist eine Überprüfung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA).

Im Zusammenhang mit der Anwendung von Alemtuzumab bei Multipler Sklerose (MS) wurden schwere, in Einzelfällen tödliche Nebenwirkungen gemeldet. Diese können in engem zeitlichen Zusammenhang mit der Infusion oder als Autoimmunerkrankungen Monate bis Jahre später auftreten.

Aufgrund dieser Risiken wurden die Indikationen für das Medikament deutlich eingeschränkt. Zudem wurden neue Gegenanzeigen definiert und strengere risikomindernde Maßnahmen für die klinische Praxis etabliert.

Empfehlungen

Die AkdÄ formuliert basierend auf der EMA-Überprüfung folgende Vorgaben für den klinischen Einsatz:

Eingeschränkte Indikation

Laut Rote-Hand-Brief soll Alemtuzumab nur noch bei spezifischen Patientengruppen mit schubförmig-remittierender Multipler Sklerose (RRMS) angewendet werden.

Die Anwendung wird auf folgende erwachsene Patienten beschränkt:

  • Hochaktive RRMS trotz angemessener Behandlung mit mindestens einer krankheitsmodifizierenden Therapie

  • Rasch fortschreitende, hochaktive RRMS

Risikomindernde Maßnahmen und Monitoring

Es wird dringend empfohlen, die Behandlung ausschließlich in einem Krankenhaus durchzuführen. Dieses muss über intensivmedizinische Behandlungsmöglichkeiten verfügen.

Klinische Untersuchungen und Laboruntersuchungen sollen vor, während und nach der Infusion regelmäßig erfolgen.

Zudem wird eine langfristige Überwachung der Patienten gefordert:

  • Monitoring auf Autoimmunerkrankungen für mindestens 48 Monate nach der letzten Infusion

  • Aufklärung der Patienten, dass Autoimmunerkrankungen auch nach diesem Zeitraum noch auftreten können

Schwere Nebenwirkungen

Die EMA warnt vor seltenen, aber schweren Ereignissen, die in engem zeitlichen Zusammenhang mit der Infusion stehen können. Dazu zählen Myokardischämie, Myokardinfarkt, Hirnblutung, Dissektion zervikozephaler Arterien, pulmonale alveoläre Blutungen und Thrombozytopenie.

Zusätzlich wird auf das mögliche Auftreten von Autoimmunhepatitis, Hämophilie A, hämophagozytischer Lymphohistiozytose und EBV-Reaktivierung hingewiesen.

Kontraindikationen

Gemäß dem Rote-Hand-Brief darf Alemtuzumab bei folgenden Begleiterkrankungen und Therapien nicht mehr angewendet werden:

  • Schwere aktive Infektionen

  • Bestimmte kardiovaskuläre oder zerebrovaskuläre Erkrankungen

  • Koagulopathien

  • Laufende Therapie mit Thrombozytenaggregationshemmern oder Antikoagulanzien

  • Andere Autoimmunerkrankungen als Multiple Sklerose

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💡Praxis-Tipp

Der Rote-Hand-Brief betont die Notwendigkeit, Patienten auch Jahre nach Abschluss der Therapie mit Alemtuzumab auf neu auftretende Autoimmunerkrankungen zu überwachen. Es wird dringend angeraten, die Infusionen nur in Zentren mit sofortiger intensivmedizinischer Bereitschaft durchzuführen. Dies wird damit begründet, dass lebensbedrohliche kardiovaskuläre oder hämorrhagische Komplikationen unmittelbar während oder kurz nach der Gabe auftreten können.

Häufig gestellte Fragen

Laut AkdÄ ist die Anwendung auf Erwachsene mit hochaktiver schubförmig-remittierender MS beschränkt, die auf mindestens eine Vortherapie nicht angesprochen haben. Alternativ ist der Einsatz bei rasch fortschreitender, hochaktiver Erkrankung möglich.

In engem zeitlichen Zusammenhang mit der Infusion können laut Rote-Hand-Brief schwere kardio- und zerebrovaskuläre Ereignisse auftreten. Hierzu zählen unter anderem Myokardinfarkte, Hirnblutungen und Dissektionen zervikozephaler Arterien.

Es wird eine Überwachung auf Autoimmunerkrankungen für mindestens 48 Monate nach der letzten Infusion empfohlen. Die Patienten sollten zudem darüber aufgeklärt werden, dass entsprechende Erkrankungen auch nach Ablauf dieser Frist noch auftreten können.

Nein, der Rote-Hand-Brief formuliert eine klare Kontraindikation für die gleichzeitige Anwendung. Patienten unter Therapie mit Thrombozytenaggregationshemmern oder Antikoagulanzien dürfen nicht mit Alemtuzumab behandelt werden.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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