AkdÄ2017

Daclizumab (Zinbryta) Leberversagen: AkdÄ Rote-Hand-Brief

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KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AkdÄ (2017)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Daclizumab (Zinbryta) ist ein humanisierter monoklonaler IgG1-Antikörper. Er wird zur Behandlung der schubförmigen Multiplen Sklerose (MS) eingesetzt.

Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) überprüfte 2017 das Risiko einer Leberschädigung im Zusammenhang mit diesem Wirkstoff. Auslöser war ein tödlich verlaufenes akutes Leberversagen bei einer Patientin aus Deutschland. Dieses trat nach vier Injektionen auf, obwohl die Leberenzym- und Bilirubinwerte vorschriftsmäßig kontrolliert wurden.

Aufgrund weiterer Berichte über schwerwiegende Leberschädigungen wurden durch die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) in einem Rote-Hand-Brief einstweilige Einschränkungen für die Anwendung formuliert. Diese Zusammenfassung basiert auf der Drug Safety Mail 2017-24 der AkdÄ.

Empfehlungen

Die AkdÄ formuliert in ihrem Rote-Hand-Brief folgende einstweilige Empfehlungen zur Anwendung von Daclizumab:

Eingeschränkte Indikation

Laut AkdÄ soll Daclizumab nur noch bei erwachsenen Patienten mit schubförmiger MS eingesetzt werden, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:

  • Es liegt eine hochaktive Erkrankung vor, trotz Behandlung mit einem vollständigen Zyklus von mindestens einer krankheitsmodifizierenden Therapie.

  • Es handelt sich um eine rasch fortschreitende, schwere schubförmige MS, für die andere krankheitsmodifizierende Therapien nicht geeignet sind.

Überwachung und Monitoring

Die AkdÄ fordert eine engmaschige Kontrolle der Leberwerte. Es wird empfohlen:

  • Serumtransaminasen und Bilirubinwerte mindestens einmal im Monat zu kontrollieren.

  • Diese Kontrollen während der gesamten Therapie sowie bis einschließlich vier Monate nach der letzten Dosis fortzuführen.

  • Patienten auf Anzeichen und Symptome einer Leberschädigung zu überwachen und aufzuklären.

Klinisches Management

Bei Auftreten von Anzeichen einer Leberschädigung wird eine unverzügliche Überweisung an einen Hepatologen empfohlen. Zudem rät die AkdÄ, für jeden behandelten Patienten zu überprüfen, ob die Therapie weiterhin geeignet ist. Bei unzureichendem Ansprechen sollte ein Absetzen erwogen werden.

Kontraindikationen

Laut Rote-Hand-Brief gelten folgende Kontraindikationen und Warnhinweise für Daclizumab:

  • Absolute Kontraindikation: Vorbestehende Lebererkrankung oder Leberfunktionsstörung.

  • Nicht empfohlen: Therapiebeginn bei Vorliegen anderer, gleichzeitig auftretender Autoimmunerkrankungen.

  • Vorsicht geboten: Gleichzeitige Anwendung von anderen hepatotoxischen Arzneimitteln, einschließlich nicht verschreibungspflichtiger und pflanzlicher Präparate.

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💡Praxis-Tipp

Die AkdÄ warnt ausdrücklich davor, dass ein fulminantes Leberversagen unter Daclizumab auch dann auftreten kann, wenn die Leberenzym- und Bilirubinwerte zuvor vorschriftsmäßig kontrolliert wurden und unauffällig waren. Es wird daher empfohlen, Patienten genau über klinische Symptome einer Leberschädigung aufzuklären und bei Verdacht sofort einen Hepatologen hinzuzuziehen.

Häufig gestellte Fragen

Laut AkdÄ ist der Einsatz auf Erwachsene mit hochaktiver schubförmiger MS beschränkt, die auf mindestens eine vorherige krankheitsmodifizierende Therapie nicht angesprochen haben. Alternativ kann es bei rasch fortschreitender, schwerer MS eingesetzt werden, wenn andere Therapien ungeeignet sind.

Die Leitlinie empfiehlt, die Serumtransaminasen und Bilirubinwerte mindestens einmal im Monat zu überprüfen. Diese Kontrollen sollen bis vier Monate nach der letzten Dosis fortgeführt werden.

Der Rote-Hand-Brief empfiehlt, eine Therapie mit Daclizumab nicht zu beginnen, wenn der Patient an anderen, gleichzeitig auftretenden Autoimmunerkrankungen leidet.

Nein, laut AkdÄ ist Daclizumab bei Patienten mit vorbestehender Lebererkrankung oder Leberfunktionsstörung streng kontraindiziert.

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Quelle: AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu Zinbryta® (Daclizumab) (AkdÄ, 2017). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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