Diffuses großzelliges B-Zell-Lymphom (DLBCL): Therapie
Hintergrund
Das diffuse großzellige B-Zell-Lymphom (DLBCL) ist das häufigste Non-Hodgkin-Lymphom bei Erwachsenen. Unbehandelt führt die Erkrankung rasch zum Tod, während bei frühzeitigem Therapiebeginn hohe Heilungsraten möglich sind.
Die AWMF-Leitlinie 018-038 liefert evidenzbasierte Empfehlungen zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge. Ziel ist die Gewährleistung eines individuell adaptierten und qualitätsgesicherten Therapiekonzepts.
Das mediane Erkrankungsalter liegt bei etwa 65 Jahren. Bei den meisten Betroffenen sind keine prädisponierenden Risikofaktoren bekannt, Ausnahmen bilden angeborene oder erworbene Immundefekte wie beispielsweise eine HIV-Infektion.
💡Praxis-Tipp
In der Nachsorge asymptomatischer Patient*innen in kompletter metabolischer Remission sollte auf eine routinemäßige Bildgebung mit CT oder PET/CT verzichtet werden. Die Leitlinie warnt, dass diese Untersuchungen keinen Überlebensvorteil bieten und häufig zu falsch-positiven Befunden führen, die unnötige Ängste und weitere invasive Diagnostik nach sich ziehen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie kann auf eine Knochenmarkbiopsie verzichtet werden, wenn eine PET/CT zur Stadieneinteilung genutzt wird und ein fortgeschrittenes Stadium oder ein Knochenmarkbefall vorliegt. Sie wird jedoch in limitierten Stadien ohne Bulky Disease empfohlen, um ein fortgeschrittenes Stadium sicher auszuschließen.
Die Leitlinie empfiehlt eine R-CHOP-basierte Immunchemotherapie. Bei einem PET-positiven Restbefall nach Abschluss der Systemtherapie sollte eine konsolidierende Bestrahlung erfolgen.
Für Hochdosis-fähige Patient*innen mit einem frühen Rezidiv oder primärer Progredienz wird eine gegen CD19 gerichtete CAR T-Zelltherapie empfohlen. Dies basiert auf einer Überlegenheit gegenüber der klassischen platinhaltigen Salvagetherapie.
Bei Patient*innen mit hohem Risiko für ein ZNS-Rezidiv (hoher CNS-IPI) kann eine Prophylaxe mit systemischem, hochdosiertem Methotrexat erwogen werden. Die Leitlinie weist jedoch darauf hin, dass die Datenlage zur Wirksamkeit dieser Maßnahme umstritten ist.
Es wird ein geriatrisches Assessment vor Therapiebeginn empfohlen. Bei eingeschränkter Therapietoleranz sollte eine dosisreduzierte Therapie wie R-mini-CHOP oder R-Bendamustin angeboten werden.
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Quelle: AWMF 018-038: Diagnostik, Therapie und Nachsorge für erwachsene Patient*innen mit einem diffusen großzelligen B-Zell-Lymphom und verwandten Entitäten (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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