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Diffuses großzelliges B-Zell-Lymphom (DLBCL) | Onkopedia

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf Onkopedia Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Das DLBCL ist die häufigste Neoplasie des lymphatischen Systems und erfordert eine rasche, kurativ intendierte Therapie.
  • Die Erstlinientherapie besteht standardmäßig aus 6 Zyklen R-CHOP im 21-Tage-Intervall.
  • Bei Patienten mit erhöhtem Risiko (IPI 2-5) ist R-CHP in Kombination mit Polatuzumab-Vedotin eine wirksame Alternative.
  • Bei frühen Rezidiven (≤ 12 Monate) oder Refraktärität ist die CAR-T-Zell-Therapie der neue Standard.
  • Bei späten Rezidiven (> 12 Monate) bleibt die Hochdosistherapie mit autologer Stammzelltransplantation die primäre Wahl.
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Hintergrund

Das diffuse großzellige B-Zell-Lymphom (DLBCL) ist die häufigste Neoplasie des lymphatischen Systems. Es geht von reifen B-Zellen aus und führt unbehandelt rasch zum Tod. Die Inzidenz liegt bei ca. 7 Fällen pro 100.000 Einwohner pro Jahr, wobei die Häufigkeit mit zunehmendem Lebensalter ansteigt.

Diagnostik und Staging

Zur Diagnosestellung ist eine ausreichend große Gewebeprobe erforderlich, präferenziell die Entnahme des gesamten Lymphknotens. Die Ausbreitungsdiagnostik erfolgt standardmäßig mittels FDG-PET/CT.

Die Stadieneinteilung erfolgt nach der Ann-Arbor-Klassifikation:

StadiumDefinition
INodaler Befall in einer einzigen Lymphknotenregion
IIBefall mehrerer Lymphknotenregionen auf einer Seite des Zwerchfells
IIIBefall von Lymphknotenregionen auf beiden Seiten des Zwerchfells
IVDiffuser oder disseminierter Befall eines oder mehrerer extralymphatischer Organe

Zusätze zur Klassifikation umfassen A (keine B-Symptomatik), B (B-Symptomatik wie Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust), E (extranodales Wachstum) und S (Milzbefall).

Prognostische Faktoren (IPI)

Die Prognose wird primär über den Internationalen Prognostischen Index (IPI) abgeschätzt. Jeder der folgenden Risikofaktoren wird mit einem Punkt gewertet:

  • Alter > 60 Jahre
  • Allgemeinzustand (ECOG) ≥ 2
  • Ann-Arbor-Stadium III oder IV
  • Befall von ≥ 2 extranodalen Organen
  • LDH > obere Normgrenze

Erstlinientherapie

Der Therapieanspruch beim DLBCL ist kurativ.

Risikogruppe / SituationEmpfohlene TherapieBemerkung
Standard6 Zyklen R-CHOP-21Internationaler Standard
Junge Patienten (≤ 60 J.) ohne Risikofaktoren4 Zyklen R-CHOP + 2x RituximabReduktion der Zyklen möglich ohne Wirksamkeitsverlust
Erhöhtes Risiko (IPI 2-5)6x R-CHP + Polatuzumab-Vedotin + 2x RituximabSignifikant verbessertes progressionsfreies Überleben
Sehr alte Patienten (> 80 J.)R-miniCHOPDosisreduktion zur Vermeidung von Toxizität

Eine Erhaltungstherapie (z.B. mit Rituximab oder Lenalidomid) ist nicht indiziert. Eine konsolidierende Strahlentherapie ("Involved Site") kann bei umschriebenen PET-positiven Restlymphomen am Ende der Chemotherapie erwogen werden.

Therapie bei Rezidiv oder Refraktärität

Die Wahl der Rezidivtherapie hängt maßgeblich vom Zeitpunkt des Rezidivs ab:

SituationPrimäre TherapieempfehlungAlternative / Bemerkung
Frührezidiv (≤ 12 Monate) / RefraktärCAR-T-Zell-Therapie (Axicabtagen-Ciloleucel, Lisocabtagen-Maraleucel)Auch für ältere, nicht hochdosisfähige Patienten geeignet
Spätrezidiv (> 12 Monate)Hochdosischemotherapie + autologe StammzelltransplantationVoraussetzung: Ansprechen auf Salvage-Therapie (z.B. R-DHAP, R-ICE)
Spätrezidiv (nicht hochdosisfähig)Pola-BR (Polatuzumab + Bendamustin + Rituximab) oder Tafasitamab + LenalidomidPalliativer oder kurativer Ansatz je nach Konstellation
Ab 2. RezidivCAR-T-Zell-Therapie oder Bispezifische Antikörper (Epcoritamab, Glofitamab)CAR-T-Zellen haben keine generelle obere Altersgrenze

Besondere klinische Situationen

  • Zentralnervöse Manifestationen: Eine generelle ZNS-Prophylaxe wird nicht empfohlen. Bei hohem Risiko (ZNS-IPI) sollte eine gezielte Diagnostik mittels MRT und Liquor-FACS erfolgen.
  • Richter-Transformation: Entwicklung eines aggressiven Lymphoms aus einer chronischen lymphatischen Leukämie (CLL). Standardtherapie sind 4-6 Zyklen R-CHOP, bei jüngeren Patienten gefolgt von einer allogenen Stammzelltransplantation.
  • Kontraindikation gegen Anthrazykline: Bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz kann liposomales Doxorubicin oder ein Ersatz durch Etoposid (R-CEOP) bzw. Gemcitabin (R-GCVP) erwogen werden.

💡Praxis-Tipp

Führen Sie bei Verdacht auf ein DLBCL immer eine Exstirpation des gesamten Lymphknotens durch, da Stanzbiopsien für die komplexe histologische und molekulargenetische Subtypisierung oft nicht ausreichen.

Häufig gestellte Fragen

Der internationale Standard sind 6 Zyklen R-CHOP in 21-tägigen Intervallen. Bei jüngeren Patienten ohne Risikofaktoren können 4 Zyklen ausreichend sein.
Bei primär refraktärer Erkrankung, bei frühen Rezidiven (≤ 12 Monate nach Erstlinientherapie) sowie ab dem zweiten Rezidiv.
Mit dem Internationalen Prognostischen Index (IPI), der Alter, Allgemeinzustand, Ann-Arbor-Stadium, extranodalen Befall und LDH-Wert berücksichtigt.
Aufgrund der Toxizität von R-CHOP wird bei dieser Patientengruppe das dosisreduzierte R-miniCHOP-Protokoll empfohlen.

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