Kardiologie: Klug entscheiden Diagnostik und Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: DGIM (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Initiative "Klug entscheiden" der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) formuliert evidenzbasierte Positiv- und Negativ-Empfehlungen für den klinischen Alltag. Ziel ist es, Über- und Unterversorgung in der Kardiologie zu vermeiden.

Die vorliegenden Empfehlungen decken ein breites Spektrum kardiologischer Krankheitsbilder ab. Dazu gehören unter anderem das akute Koronarsyndrom, Vorhofflimmern, die Herzinsuffizienz sowie die Notfalldiagnostik bei Synkopen und Thoraxschmerz.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Vermeidung unnötiger oder potenziell schädlicher Maßnahmen. Gleichzeitig wird die konsequente Umsetzung prognostisch relevanter Therapien in der Praxis betont.

Klinischer Kontext

Kardiovaskuläre Erkrankungen stellen weltweit und in Deutschland die führende Todesursache dar und verursachen eine erhebliche Morbidität sowie hohe Gesundheitskosten. Die zugrunde liegende Pathophysiologie basiert häufig auf einer progredienten Atherosklerose, die zu Ischämien, strukturellen Myokardveränderungen und Arrhythmien führt. Risikofaktoren wie arterielle Hypertonie, Diabetes mellitus und Dyslipidämie beschleunigen diesen Prozess maßgeblich.

In der klinischen Praxis ist eine rationale Diagnostik essenziell, um Überversorgung zu vermeiden und gleichzeitig Hochrisikopatienten rechtzeitig zu identifizieren. Der gezielte Einsatz von Basisdiagnostik wie EKG, Echokardiografie und spezifischen Biomarkern hilft dabei, unnötige invasive Eingriffe zu reduzieren. Evidenzbasierte Therapieentscheidungen basieren stets auf einer sorgfältigen Abwägung von Nutzen und Risiko für den individuellen Patienten.

Wissenswertes

Bei völlig asymptomatischen Patienten ohne kardiovaskuläre Risikofaktoren oder auffällige Befunde im EKG ist eine Routine-Echokardiografie in der Regel nicht indiziert. Sie wird jedoch bei familiärer Vorbelastung für strukturelle Herzerkrankungen oder bei neu aufgetretenen Herzgeräuschen empfohlen.

Troponin ist ein hochsensitiver Marker für Myokardschäden, kann aber auch bei Niereninsuffizienz, Lungenembolie oder Sepsis erhöht sein. Ohne klinischen Verdacht auf ein akutes Koronarsyndrom führt die Bestimmung häufig zu falsch-positiven Interpretationen und unnötigen invasiven Abklärungen.

Die Notwendigkeit einer präoperativen Diagnostik richtet sich nach dem Risiko des chirurgischen Eingriffs und der funktionellen Kapazität des Patienten. Bei asymptomatischen Patienten vor risikoarmen Eingriffen ist eine erweiterte kardiologische Diagnostik meist entbehrlich.

Ein Langzeit-EKG ist sinnvoll zur Abklärung von unklaren Synkopen, Palpitationen oder zum Nachweis von Vorhofflimmern nach einem kryptogenen Schlaganfall. Bei asymptomatischen Patienten ohne spezifische Risikofaktoren hat es in der Regel keinen diagnostischen Mehrwert.

Diese natriuretischen Peptide eignen sich hervorragend zum Ausschluss einer Herzinsuffizienz bei Patienten mit unklarer Dyspnoe. Bei normalen Werten ist eine kardiale Ursache der Atemnot sehr unwahrscheinlich, was weitere aufwendige Untersuchungen erspart.

Das Belastungs-EKG hat bei asymptomatischen Patienten mit niedrigem kardiovaskulärem Risiko eine geringe Aussagekraft und eine hohe Rate an falsch-positiven Ergebnissen. Es sollte primär bei symptomatischen Patienten mit mittlerer Vortestwahrscheinlichkeit für eine koronare Herzkrankheit eingesetzt werden.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein besonders praxisrelevanter Hinweis der Leitlinie betrifft die Sauerstoffgabe beim akuten Myokardinfarkt. Es wird ausdrücklich davor gewarnt, stabilen Patienten mit einer Sauerstoffsättigung von über 90 Prozent routinemäßig Sauerstoff zu verabreichen. Die Leitlinie betont, dass hochnormale Sauerstoffkonzentrationen zu einer koronaren Vasokonstriktion führen und die Infarktgröße potenziell vergrößern können.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird eine Sauerstoffgabe beim akuten Myokardinfarkt nur bei einer Sauerstoffsättigung von unter 90 Prozent empfohlen. Bei stabilen Patienten mit Werten darüber wird von einer routinemäßigen Gabe abgeraten, da dies schädlich sein kann.

Die Leitlinie empfiehlt bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom und Vorhofflimmern eine Tripletherapie für maximal eine Woche. Danach wird eine Umstellung auf eine duale Therapie aus einem DOAK und Clopidogrel für bis zu 12 Monate angeraten.

Bei einer Herzinsuffizienz mit reduzierter Pumpfunktion (LVEF < 35 %) empfiehlt die Leitlinie vier Substanzklassen. Dazu gehören ACE-Hemmer oder ARNI, Betablocker, Aldosteronantagonisten sowie SGLT2-Inhibitoren wie Empagliflozin oder Dapagliflozin.

Gemäß der Leitlinie soll eine Duplexsonografie der Hirngefäße bei einer Synkope nicht zur Notfallroutine gehören. Sie wird nur empfohlen, wenn gleichzeitig neurologische Begleitsymptome vorliegen.

Für Patienten mit chronischem Koronarsyndrom wird ein LDL-Zielwert von unter 55 mg/dl (1,4 mmol/l) empfohlen. Um dies zu erreichen, rät die Leitlinie zu einer Statintherapie, gegebenenfalls in Kombination mit Ezetimib oder PCSK9-Hemmern.

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Quelle: DGIM Klug entscheiden: Kardiologie (20 Empfehlungen) (DGIM, 2025). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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