Chronische KHK: Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL)
Hintergrund
Die koronare Herzkrankheit (KHK) ist die klinisch relevante Manifestation der Atherosklerose an den Herzkranzarterien. Sie führt häufig zu einem Missverhältnis zwischen Sauerstoffbedarf und Sauerstoffangebot im Herzmuskel, was sich typischerweise als Angina pectoris äußert.
Mit einer Prävalenz von rund 6 % in Deutschland ist die KHK eine der häufigsten chronischen Erkrankungen und führt die Todesursachenstatistik an. Die Erkrankung verläuft in der Regel progredient und ist mit einem erhöhten Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko verbunden.
Die Leitlinie fokussiert sich auf das chronische Koronarsyndrom (CCS) und die stabile Angina pectoris. Das akute Koronarsyndrom (ACS) ist explizit nicht Gegenstand dieser Empfehlungen.
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie ist bei einer Vortestwahrscheinlichkeit bis 50 % die CT-Koronarangiographie (CCTA) das bevorzugte bildgebende Verfahren. Zudem wird betont, dass bei asymptomatischen Personen im Verlauf auf routinemäßige kardiale Diagnostik wie Belastungs-EKGs verzichtet werden sollte, um Überversorgung zu vermeiden.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt den Marburger Herz-Score zur Einschätzung der Wahrscheinlichkeit einer stenosierenden KHK in der Primärversorgung. Ein Wert von unter 2 Punkten weist auf eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit (< 5 %) hin.
Als Standard wird eine duale Thrombozytenaggregationshemmung (DAPT) aus Clopidogrel und ASS für 6 Monate empfohlen. Bei hohem Blutungsrisiko kann diese Dauer laut Leitlinie auf 1 bis 3 Monate verkürzt werden.
Es existieren zwei von der Leitlinie anerkannte Strategien. Einige Fachgesellschaften empfehlen eine feste Statindosis ohne Zielwertkontrolle, während andere eine Zielwertstrategie mit einer Senkung des LDL-Cholesterins auf unter 55 mg/dl (1,4 mmol/l) oder um mindestens 50 % empfehlen.
Gemäß Leitlinie bietet die Bypass-Operation einen Überlebensvorteil bei komplexer Mehrgefäßerkrankung (SYNTAX-Score ≥ 23). Auch bei Personen mit gleichzeitigem Diabetes mellitus und Mehrgefäßerkrankung wird die Bypass-Operation primär empfohlen.
Nein, die Leitlinie spricht eine starke Negativ-Empfehlung gegen Simvastatin in einer Dosierung von 80 mg pro Tag aus. Bei Bedarf nach einer intensiveren Lipidsenkung wird auf andere Statine oder Kombinationstherapien verwiesen.
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Quelle: S3-Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Chronische KHK (NVL). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.