DGIM Klug entscheiden: Innere Medizin Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: DGIM|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Initiative "Klug entscheiden" der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) formuliert evidenzbasierte Empfehlungen zu diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen in der Inneren Medizin.

Laut der Leitlinie zielen diese Empfehlungen darauf ab, sowohl Über- als auch Unterversorgung in verschiedenen internistischen Fachbereichen zu vermeiden. Der Fokus liegt darauf, medizinisch sinnvolle Maßnahmen konsequent anzuwenden (Positiv-Empfehlungen) und Maßnahmen ohne belegten Nutzen oder mit potenziell schädlichen Auswirkungen zu unterlassen (Negativ-Empfehlungen). Die abgedeckten Themenbereiche umfassen unter anderem die Hämatologie und Onkologie, die Endokrinologie sowie die Palliativmedizin.

Empfehlungen

Die DGIM-Initiative formuliert zahlreiche Positiv- und Negativ-Empfehlungen für den klinischen Alltag.

Hämatologie und Onkologie *

Neutropenisches Fieber

Laut Leitlinie soll nach Abnahme von zwei unabhängigen Blutkulturen ohne Zeitverzögerung eine empirische Breitbandantibiose begonnen werden. Bei klinisch stabilen Patienten wird von einer routinemäßigen Umstellung der Antibiotika in den ersten 96 Stunden abgeraten. *

Prophylaxe

Die Leitlinie empfiehlt, auf eine antibakterielle Prophylaxe zu verzichten, wenn keine schwere Neutropenie (< 0,5 G/L) vorliegt oder diese voraussichtlich maximal 7 Tage andauert. *

Transfusionen

Es wird eine restriktive Erythrozytentransfusion mit einem Ziel-Hb von etwa 7 g/dl bei stabilen Patienten empfohlen. *

Tumordiagnostik und -therapie

Gemäß den Empfehlungen soll eine molekulare Tumordiagnostik konsequent erfolgen, wenn sich daraus therapeutische Konsequenzen ergeben. Eine gezielte Tumortherapie ("Targeted Therapy") ist laut DGIM nur bei Nachweis des spezifischen Biomarkers indiziert. *

Bildgebung

Bei asymptomatischen Patienten mit aggressivem Lymphom, Hodgkin-Lymphom oder chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) rät die Leitlinie von routinemäßigen CT-Untersuchungen in der Nachsorge ab.

Endokrinologie *

Nebenniereninzidentalom

Jede zufällig entdeckte Raumforderung der Nebenniere soll endokrinologisch abgeklärt werden. Bei eindeutig benignen Tumoren (≤ 10 Hounsfield-Einheiten nativ) wird jedoch von einer weiteren Verlaufsbildgebung abgeraten. *

Schilddrüse

Die Leitlinie spricht sich gegen ein allgemeines Ultraschallscreening bei älteren Menschen aus. *

Diagnostik

Bildgebende Verfahren sollen nach Leitlinienangabe erst nach der laborchemischen Sicherung einer hormonellen Erkrankung eingesetzt werden. *

Osteoporose & Diabetes

Nach osteoporosetypischen Frakturen wird bei älteren Patienten eine spezifische Therapie empfohlen. Bei Einleitung einer medikamentösen Diabetestherapie soll eine spezifische Schulung erfolgen. *

Hypertonie

Bei jüngeren und therapierefraktären Patienten wird empfohlen, an sekundäre (endokrine) Formen des Bluthochdrucks zu denken.

Palliativmedizin *

Versorgungsplanung

Die Leitlinie empfiehlt, Patienten mit inkurablen Krebserkrankungen frühzeitig palliativmedizinisch einzubinden und ein "Advance Care Planning" (vorausschauende Versorgungsplanung) anzubieten. *

Symptomkontrolle

Tumorschmerzen sollen konsequent nach dem WHO-Stufenschema behandelt werden. Bei opioidbedingter Obstipation wird die routinemäßige Gabe von Laxanzien empfohlen. *

Sterbephase

Gemäß den Empfehlungen sollen in der Sterbephase alle Maßnahmen beendet werden, die nicht dem Therapieziel der bestmöglichen Lebensqualität dienen (z. B. routinemäßige Vitalzeichenkontrollen, Beatmung, tumorspezifische Therapien).

Dosierung

Laut der DGIM-Empfehlung wird für Schwangere folgende Dosierung zur Jodsupplementation angegeben:

IndikationWirkstoffDosierungsempfehlung
Schwangerschaft und StillzeitJod150–200 μg täglich

Kontraindikationen

Die DGIM-Initiative formuliert explizite Warnhinweise und Negativ-Empfehlungen (Maßnahmen, die unterlassen werden sollen):

L-Thyroxin bei Struma nodosa

Eine Dauertherapie wird laut Leitlinie nicht empfohlen, da das Risiko für Vorhofflimmern und Osteoporose steigt. *

Testosteronsubstitution

Die Leitlinie warnt davor, eine Therapie aufgrund eines einzelnen erniedrigten Wertes ohne Klinik und Ursachenabklärung einzuleiten. *

Tumortherapie am Lebensende

Eine spezifische Therapie soll bei soliden Tumoren nicht fortgeführt werden, wenn ein schlechter Allgemeinzustand (ECOG > 2), fehlendes Ansprechen und keine Evidenz für einen klinischen Nutzen vorliegen. *

Parenterale Ernährung

Bei fortgeschrittener inkurabler Tumorerkrankung mit einer Lebenserwartung von weniger als einem Monat steht laut Empfehlung die Symptomlinderung im Vordergrund; eine parenterale Ernährung ist hier in der Regel nicht indiziert.

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💡Praxis-Tipp

Laut Leitlinie ist bei substitutionspflichtigen Patienten (z. B. mit Nebenniereninsuffizienz) in relevanten Stresssituationen wie fieberhaften Infekten oder Operationen eine Dosisanpassung der Hydrocortisontherapie zwingend erforderlich, um krisenhafte Verläufe zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Gemäß der Leitlinie soll bei klinisch stabilen Patienten in den ersten 96 Stunden keine routinemäßige Umstellung der empirischen Antibiotikatherapie erfolgen, sofern kein Erreger- oder Fokusnachweis vorliegt.

Die DGIM-Empfehlung rät von einem generellen Ultraschallscreening bei älteren Menschen ab, da Schilddrüsenknoten im Alter sehr häufig sind und ein Screening zu Überdiagnostik ohne Überlebensvorteil führen kann.

Laut Leitlinie soll jede unklare Hyperkalzämie endokrinologisch abgeklärt werden, da häufig behandelbare Ursachen wie ein primärer Hyperparathyreoidismus oder Tumorerkrankungen zugrunde liegen.

Die Leitlinie empfiehlt, bildgebende Verfahren erst nach der laborchemischen Sicherung einer hormonellen Erkrankung einzusetzen, um zielgerichteter untersuchen zu können und Zufallsbefunde zu minimieren.

Nach aktueller Leitlinienempfehlung sollen in der Sterbephase alle medizinischen und pflegerischen Maßnahmen beendet werden, die nicht der Symptomlinderung dienen, wie beispielsweise routinemäßige Vitalzeichenkontrollen oder tumorspezifische Therapien.

Quelle: DGIM Klug entscheiden: Innere Medizin (32 Empfehlungen) (DGIM). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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