Nosokomiale Pneumonie (HAP/VAP): Antibiotikatherapie
Hintergrund
Die im Krankenhaus erworbene Pneumonie (Hospital-acquired Pneumonia, HAP) wird definiert als eine Lungenentzündung, bei der die ersten Infektionszeichen am dritten stationären Tag oder später auftreten. Eine beatmungsassoziierte Pneumonie (Ventilator-acquired Pneumonia, VAP) liegt vor, wenn vor Erkrankungsbeginn mindestens drei Kalendertage lang über einen Endotrachealtubus oder ein Tracheostoma beatmet wurde.
Als häufigste bakterielle Erreger gelten aerobe und fakultativ anaerobe gramnegative Stäbchen wie Enterobacterales und Pseudomonas aeruginosa sowie grampositive Bakterien wie Staphylococcus aureus und Streptococcus pneumoniae. Bis zu 30 Prozent der nosokomialen Pneumonien werden durch virale Erreger wie Influenza, RSV oder SARS-CoV-2 verursacht.
Diese Zusammenfassung basiert auf den Key Facts zur Aktualisierung der S3-Leitlinie aus dem Jahr 2024, welche die Vorversion von 2017 ablöst.
💡Praxis-Tipp
Ein negativer Legionellen-Antigentest im Urin schließt eine Infektion nicht sicher aus. Die Leitlinie weist darauf hin, dass der Test zwar eine sehr hohe Spezifität von über 99 Prozent aufweist, die Sensitivität mit etwa 74 Prozent jedoch vergleichsweise niedrig ausfällt. Bei anhaltendem klinischem Verdacht auf eine Legionellen-Pneumonie wird daher eine erweiterte Diagnostik empfohlen.
Häufig gestellte Fragen
Die aktualisierte Leitlinie empfiehlt eine verkürzte Therapiedauer von 7 bis 8 Tagen für die HAP und VAP. Eine längere Behandlung ist in der Regel nicht erforderlich.
Eine Hospital-acquired Pneumonia (HAP) wird diagnostiziert, wenn die ersten Infektionszeichen am dritten stationären Tag oder später auftreten. Dies entspricht einem Zeitraum von mindestens 48 Stunden nach der Krankenhausaufnahme.
Bei einem septischen Schock wird ein sofortiger Beginn einer kalkulierten Antibiose empfohlen. Zudem wird bei diesen Patienten eine prolongierte Infusion von Beta-Laktam-Antibiotika bevorzugt, da dies laut Leitlinie die klinische Heilung verbessert.
Nein, die Leitlinie stellt klar, dass konventionelles Röntgen zur Differenzialdiagnostik der invasiven pulmonalen Aspergillose (IPA) ungeeignet ist. Es wird stattdessen eine CT-Untersuchung des Thorax empfohlen.
Laut Leitlinie werden bis zu 30 Prozent der nosokomialen Pneumonien durch Viren wie Influenza, RSV oder SARS-CoV-2 verursacht. Zur Diagnostik wird der Einsatz von molekularen Multiplex-PCR-Verfahren empfohlen.
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Quelle: DGIM Keyfacts: S3-LL Nosokomiale Pneumonie (DGIM, 2024). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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