DGIMS32023Innere Medizin

Lokaltherapie von Wunden: DGIM S3-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: DGIM (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Chronische Wunden, wie das Ulcus cruris oder Läsionen beim diabetischen Fußsyndrom, stellen eine erhebliche Belastung für Betroffene dar. Die Therapie erfordert ein strukturiertes und interdisziplinäres Vorgehen.

Die aktualisierte S3-Leitlinie unter Beteiligung der DGIM fokussiert sich auf die Diagnostik, Therapie und Nachsorge dieser Wunden. Ein zentrales Ziel ist die Verbesserung der Lebensqualität durch optimierte Versorgungsabläufe und die partizipative Mitwirkung der Betroffenen.

Da für viele Medizinprodukte zur lokalen Wundbehandlung bisher keine strengen Wirksamkeitsnachweise erforderlich waren, mangelt es oft an hochwertigen Studien. Die Leitlinie zielt darauf ab, evidenzbasierte Standards für die Praxis zu etablieren und den Einsatz von wirkstoffhaltigen Produkten kritisch zu prüfen.

Empfehlungen

Die S3-Leitlinie zur Lokaltherapie von Wunden formuliert folgende Kernempfehlungen:

Diagnostik und Ursachenklärung

Laut Leitlinie wird empfohlen, bereits bei Beginn der Lokaltherapie die Ursache für die chronische Wunde abzuklären. Bei einer Stagnation der Wundheilung über einen Zeitraum von mehr als sechs Wochen sollte eine zweite Meinung eingeholt oder andere Fachdisziplinen einbezogen werden.

Zudem wird bei therapieresistenten und morphologisch ungewöhnlichen Wunden eine histologische Untersuchung empfohlen.

Wundreinigung und Wundauflagen

Für die lokale Wundversorgung nennt die Leitlinie folgende Prinzipien:

  • Ein scharfes Debridement ist bei Bedarf durchzuführen und die Wunde bei jedem Verbandswechsel zu reinigen.

  • Bei nicht infizierten Wunden wird der Einsatz wirkstofffreier Lösungen zur Reinigung empfohlen.

  • Es sollen wirkstofffreie Wundauflagen verwendet werden, um ein feuchtes Wundmilieu zu erzielen und das Exsudat zu kontrollieren.

  • Nach der Wundkonditionierung kann ein autologer Hautersatz geprüft oder ein synthetischer Hautersatz erwogen werden.

Spezielle Wundauflagen und Druckentlastung

In speziellen klinischen Situationen können laut Leitlinie Kohlekompressen, ibuprofenhaltige Wundauflagen oder Lipidokolloid-Schaum mit Nano-Oligosaccharidfaktor erwogen werden. Auch autologe Fibrin-Thrombo-/Leukozyten-Patches stellen eine Option dar.

Es wird ein kontinuierlicher Schutz vor belastungsinduziertem Druck empfohlen. Dies gilt insbesondere bei neuropathischen Wunden, wobei die Alltagsaktivitäten der Betroffenen bestmöglich erhalten bleiben sollen.

Physikalische Maßnahmen

Im Bereich der physikalischen Maßnahmen wird empfohlen, eine Unterdrucktherapie in Erwägung zu ziehen. Für Kaltplasma und andere physikalische Maßnahmen wird aufgrund der aktuellen Studienlage keine Empfehlung ausgesprochen.

Die hyperbare Sauerstofftherapie wird beim diabetischen Fußsyndrom als adjuvante Maßnahme genannt (Sollte-Empfehlung), nachdem alle Standardtherapien ausgeschöpft wurden. Die Leitlinie weist jedoch darauf hin, dass Fachgesellschaften wie die DGIM diese Therapieoption aufgrund der eingeschränkten Verfügbarkeit und möglicher Kontraindikationen kritisch sehen.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie betont, dass bei einer Stagnation der Wundheilung von mehr als sechs Wochen zwingend andere Fachdisziplinen einbezogen werden sollten. Zudem wird darauf hingewiesen, dass bei nicht infizierten Wunden auf wirkstoffhaltige Lösungen verzichtet und stattdessen wirkstofffreie Präparate zur Reinigung verwendet werden sollen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird eine histologische Untersuchung bei therapieresistenten Wunden empfohlen. Auch bei morphologisch ungewöhnlichen Wunden sollte eine Gewebeprobe entnommen werden.

Die Leitlinie empfiehlt für nicht infizierte Wunden den Einsatz von wirkstofffreien Lösungen. Auf diese Weise soll die Wunde bei jedem Verbandswechsel schonend gereinigt werden.

Aufgrund der unzureichenden Studienlage wird in der Leitlinie keine Empfehlung für den Einsatz von Kaltplasma ausgesprochen. Dies gilt auch für die meisten anderen physikalischen Maßnahmen mit Ausnahme der Unterdrucktherapie.

Die hyperbare Sauerstofftherapie wird als adjuvante Maßnahme erwogen, wenn alle Standardtherapien wie Revaskularisation und lokale Druckentlastung ausgeschöpft sind. Die DGIM und andere Fachgesellschaften bewerten diesen Einsatz jedoch kritisch und empfehlen ihn nur sehr zurückhaltend.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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