Magenkarzinom: S3-Leitlinie Diagnostik und Therapie
Hintergrund
Das Magenkarzinom ist trotz rückläufiger Erkrankungszahlen der häufigste infektionsassoziierte Tumor. Bei Männern nimmt es den fünften und bei Frauen den sechsten Platz in der Rangfolge aller Tumoren ein.
Die 5-Jahres-Überlebensraten liegen bei 30 bis 33 Prozent, da die Diagnose in über 80 Prozent der Fälle erst in fortgeschrittenen Stadien gestellt wird. Aufgrund der geringen Inzidenz in Westeuropa sind keine populationsbasierten Screeningprogramme etabliert.
Risikogruppen, wie Verwandte ersten Grades von Betroffenen, weisen ein zwei- bis dreifach erhöhtes Erkrankungsrisiko auf. Für diese Kohorten formuliert die S3-Leitlinie der DGIM spezifische Vorsorgeempfehlungen.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie rät ausdrücklich vom routinemäßigen Einsatz von Tumormarkern, PET-CTs und Skelettszintigraphien in der Primärdiagnostik des Magenkarzinoms ab. Stattdessen wird bei lokal fortgeschrittenen Tumoren ab dem Stadium cT2 eine prätherapeutische Staging-Laparoskopie empfohlen, um eine Peritonealkarzinose sicher auszuschließen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie wird ein Screening für Risikogruppen empfohlen. Dazu gehören erstgradige Verwandte von Personen mit Magenkarzinom sowie Menschen mit fortgeschrittenen präneoplastischen Veränderungen der Magenmukosa.
Es wird eine Sonographie der Leber sowie ein CT von Thorax, Abdomen und Becken empfohlen. Bei Tumoren ab dem Stadium cT2 ist zusätzlich eine Staging-Laparoskopie indiziert.
Die Leitlinie empfiehlt die Durchführung einer perioperativen Chemotherapie ab einem Stadium von cT3 oder bei positivem Lymphknotenstatus (cN+). Bei früheren Stadien (≤ cT2 und cN0) kann sie optional angeboten werden.
Vor Beginn einer palliativen medikamentösen Therapie sollen der Her2neu-Status, der Combined-Positivity-Score (CPS) und der Mikrosatelliten-Status (MSI) bestimmt werden. Diese Marker dienen der zielgerichteten Therapieauswahl.
Bei gastrektomierten Personen ist eine lebenslange orale oder parenterale Substitution von Vitamin B12 erforderlich. Zudem wird eine regelmäßige Überwachung des Eisenstoffwechsels empfohlen.
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Quelle: DGIM Keyfacts: S3-LL Magenkarzinom (DGIM, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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