Typ-1-Diabetes: Insulintherapie, CGM und HbA1c-Ziele
Hintergrund
Die S3-Leitlinie der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) aus dem Jahr 2025 definiert den Typ-1-Diabetes als eine zellulär vermittelte, chronische autoimmune Zerstörung der Beta-Zellen. Dies führt in der Regel zu einem absoluten Mangel an dem Hormon Insulin.
Für die Diagnosestellung eignen sich serologische Marker wie Autoantikörper gegen GAD65, IA-2, ZnT8 sowie bei Kindern und Adoleszenten Insulinautoantikörper (IAA). Die Erkrankung wird in drei Stadien eingeteilt, beginnend mit dem präsymptomatischen Nachweis von Autoantikörpern bei noch normaler Glukosetoleranz bis hin zur manifesten Hyperglykämie.
Neben der klassischen autoimmunen Form existieren auch idiopathische Verläufe ohne Antikörpernachweis, die ebenfalls mit einem permanenten Insulinmangel einhergehen. Zudem wird zunehmend ein durch Immun-Checkpoint-Inhibitoren induzierter Typ-1-Diabetes beobachtet, der als schwerwiegende Nebenwirkung moderner Krebstherapien auftritt und häufig fulminant mit einer Ketoazidose beginnt.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie weist darauf hin, dass die klinischen Symptome einer diabetischen Ketoazidose nicht immer eindeutig sind und das auslösende Krankheitsbild (wie eine Infektion oder ein Myokardinfarkt) führend sein kann. Es wird betont, dass die Klinik insbesondere bei einer Unterbrechung der Insulinzufuhr bei Insulinpumpenträgern sehr blande verlaufen kann. Daher wird bei persistierender Hyperglykämie über 250 mg/dl in Verbindung mit Ketonurie stets eine genaue klinische Evaluation auf eine Ketoazidose empfohlen.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt bei Erwachsenen grundsätzlich einen Zielwert von ≤ 7,5 %. Bei einem niedrigen intrinsischen Hypoglykämierisiko kann auch ein Wert von ≤ 6,5 % angestrebt werden.
Es wird empfohlen, dass die Glukosewerte zu mehr als 70 % der Zeit im Zielbereich von 70 bis 180 mg/dl liegen. Die Zeit im hypoglykämischen Bereich unter 70 mg/dl sollte weniger als 4 % betragen.
Laut Leitlinie wird eine Insulinpumpentherapie mit AID-Algorithmus empfohlen, wenn die individuellen Therapieziele unter einer intensivierten Insulintherapie trotz CGM nicht erreicht werden. Voraussetzung ist eine entsprechende Schulung und fachärztliche Betreuung.
Es wird die Einnahme von 20 g Kohlenhydraten, vorzugsweise in Form von Glukose, empfohlen. Nach 15 Minuten sollte der Blutglukosewert kontrolliert und die Therapie bei Bedarf wiederholt werden.
Die Leitlinie empfiehlt zur Kreislaufstabilisierung eine initiale Volumengabe von 1 Liter balancierter Elektrolytlösung in der ersten Stunde. Die weitere Zufuhr richtet sich nach Alter, Gewicht und Begleiterkrankungen.
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Quelle: DDG: PE_Therapie_Typ-1-Diabetes_2025.pdf pdf (DDG, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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