Diabetes im Krankenhaus: Therapie und Zielwerte 2025
Hintergrund
Jeder fünfte Klinikpatient in Deutschland hat einen Diabetes mellitus. Die Erkrankung erfordert aufgrund akuter Stoffwechseldekompensationen, der Mitbehandlung von Komplikationen und perioperativer Besonderheiten spezifische Behandlungspfade.
Eine Stresshyperglykämie bei schweren Erkrankungen geht mit einer besonders ungünstigen Prognose einher. Sowohl Hyper- als auch Hypoglykämien sowie eine hohe Glukosevariabilität sind mit einem schlechteren Genesungsverlauf und erhöhten Komplikationsraten assoziiert.
Laut Leitlinie weisen Menschen mit Diabetes im Krankenhaus eine längere Verweildauer und eine erhöhte Mortalität auf. Oftmals wird die Diagnose eines Diabetes erst während des stationären Aufenthaltes gestellt, weshalb ein Screening empfohlen wird.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt ausdrücklich vor einer zu schnellen Blutglukosesenkung bei der diabetischen Ketoazidose (DKA), da dies zu einem lebensbedrohlichen Hirnödem führen kann. Es wird empfohlen, die Blutglukose in den ersten 24 Stunden nicht unter 250 mg/dl (13,9 mmol/l) abzusenken und die Insulininfusion nicht zu pausieren, sondern gegebenenfalls mit 10 %iger Glukoselösung gegenzusteuern. Zudem wird betont, dass SGLT2-Inhibitoren bei akuten Erkrankungen wegen des Risikos einer euglykämischen Ketoazidose zwingend pausiert werden sollten.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt für alle hospitalisierten Patienten, einschließlich kritisch Kranker auf der Intensivstation, einen Blutglukosezielwert von 140 bis 180 mg/dl. Niedrigere Zielwerte können individuell erwogen werden, sofern keine Hypoglykämien auftreten.
Es wird empfohlen, SGLT2-Inhibitoren 3 bis 4 Tage vor einem operativen Eingriff zu pausieren. Dies dient laut Leitlinie der Vermeidung einer perioperativen euglykämischen Ketoazidose.
Bei einer eGFR über 60 ml/min/1,73 m² kann Metformin laut Leitlinie fortgeführt werden. Bei einer eGFR von 30–44 ml/min/1,73 m² und intravenöser oder intraarterieller Kontrastmittelgabe sollte Metformin 48 Stunden vorher pausiert werden.
Bei klinisch stabilen Patienten, die zur Selbstversorgung in der Lage sind, wird die Fortführung der Insulinpumpentherapie (CSII) befürwortet. Bei kritisch kranken Patienten oder fehlender Fähigkeit zur sicheren Bedienung sollte auf eine intravenöse oder subkutane Insulintherapie umgestellt werden.
Die Diagnose erfolgt laut Leitlinie mittels einer venösen Blutgasanalyse. Bei klinischen Symptomen und bestehender Therapie mit SGLT2-Inhibitoren wird diese Untersuchung dringend empfohlen.
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Quelle: DDG: PE_Diabetes_im_Krankenhaus_2025.pdf pdf (DDG, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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