Typ-1-Diabetes: Insulintherapie, CGM und AID-Systeme
Hintergrund
Die S3-Leitlinie der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG, 2023) liefert evidenzbasierte Empfehlungen zur Diagnostik, Therapie und Verlaufskontrolle des Typ-1-Diabetes. Ein wesentlicher Fokus der Aktualisierung liegt auf der Integration moderner Diabetestechnologien, insbesondere der kontinuierlichen Glukosemessung (CGM) und automatischen Insulin-Dosiersystemen (AID).
Der Typ-1-Diabetes ist durch eine autoimmunbedingte Zerstörung der insulinproduzierenden Betazellen gekennzeichnet, was zu einem absoluten Insulinmangel führt. Die Leitlinie betont, dass die Insulinersatztherapie lebenslang und individuell angepasst erfolgen muss, um Akut- und Spätkomplikationen zu vermeiden.
Ein zentrales Element der Behandlung ist die partizipative Entscheidungsfindung. Therapieziele, die Auswahl der Diabetestechnik und das Management von Risikofaktoren sollen kontinuierlich zwischen dem Behandlungsteam und den Betroffenen abgestimmt werden.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie weist nachdrücklich darauf hin, dass Injektionen in lipohypertrophe Areale zu einer verringerten und stark schwankenden Insulinabsorption führen. Es wird empfohlen, die Injektionsstellen bei jeder Applikation zu wechseln und die Hautareale regelmäßig palpatorisch auf Verhärtungen zu untersuchen, um unerklärliche Glukoseschwankungen zu vermeiden.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie ist ab einem HbA1c-Wert von > 9 % (75 mmol/mol) von einem deutlich gesteigerten, exponentiellen Risiko für Folgeerkrankungen auszugehen. In diesem Bereich sind bereits kleine Absenkungen des Wertes von großer klinischer Bedeutung.
Die Leitlinie empfiehlt ein AID-System (Automated Insulin Delivery), wenn unter einer intensivierten Insulintherapie mit CGM die individuellen Therapieziele nicht erreicht werden. Ebenso wird es bei rezidivierenden schweren Hypoglykämien angeraten.
Es wird die Einnahme von 15 bis 20 g schnell wirksamen Kohlenhydraten, vorzugsweise in Form von Glukose, empfohlen. Bleibt der Blutzucker nach 15 Minuten weiterhin unter 60 mg/dl, sollte die Maßnahme gemäß Leitlinie wiederholt werden.
Nein, die Leitlinie rät vom Einsatz von SGLT-2-Inhibitoren bei Typ-1-Diabetes ab. Es besteht ein signifikant erhöhtes Risiko für das Auftreten von diabetischen Ketoazidosen, weshalb diese Medikamente für diese Indikation nicht zugelassen sind.
Für die meisten nicht schwangeren Erwachsenen wird eine Time in Range (70-180 mg/dl) von über 70 % empfohlen. Gleichzeitig sollte die Time below Range (< 70 mg/dl) laut Leitlinie unter 4 % liegen.
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Quelle: DDG: S3-Leitlinie Therapie des Typ-1-Diabetes (2023) pdf (DDG, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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