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Diabetes bei Kindern: S3-Leitlinie (AWMF)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf AWMF Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Typ-1-Diabetes wird in drei Stadien eingeteilt, basierend auf Autoantikörpern und Blutzuckerwerten.
  • Die Diagnose erfolgt bei Gelegenheitsblutzucker ≥ 200 mg/dl mit Symptomen, Nüchternblutzucker ≥ 126 mg/dl oder HbA1c ≥ 6,5 %.
  • Die intensivierte Insulintherapie ist der Behandlungsstandard für Kinder und Jugendliche mit Typ-1-Diabetes.
  • Insulinpumpen (CSII) und kontinuierliche Glukosemessung (CGM) sollen direkt nach Manifestation angeboten werden.
  • Automatisierte Insulin-Dosierungssysteme (AID) werden für alle geeigneten Patienten empfohlen.
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Hintergrund

Der Typ-1-Diabetes ist die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindes- und Jugendalter. Die S3-Leitlinie fokussiert sich auf die frühzeitige Erkennung, Diagnostik und moderne technologiegestützte Therapieformen, um akute Komplikationen wie die diabetische Ketoazidose (DKA) zu vermeiden und Langzeitfolgen zu minimieren.

Stadieneinteilung des Typ-1-Diabetes

Der Typ-1-Diabetes entwickelt sich in drei definierten Stadien:

StadiumAutoantikörperBlutzucker / HbA1cKlinische Symptome
1≥ 2 positivNormoglykämieKeine
2≥ 2 positivDysglykämie (Nüchtern 100-125 mg/dl, 2h-oGTT 140-199 mg/dl, HbA1c 5,7-6,4 %)Keine
3PositivHyperglykämieVorhanden

Diagnostik und Klassifikation

Die Diagnose eines Diabetes mellitus gilt als gesichert, wenn mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt ist:

ParameterGrenzwert
Gelegenheits-Plasmaglukose≥ 200 mg/dl (11,1 mmol/l) + klinische Symptomatik
Nüchtern-Plasmaglukose≥ 126 mg/dl (7,0 mmol/l)
2h-Plasmaglukose (oGTT)≥ 200 mg/dl (11,1 mmol/l)
HbA1c≥ 6,5 % (48 mmol/mol)

Bei klinischem Verdacht auf Typ-1-Diabetes soll die Bestimmung von Diabetes-assoziierten Antikörpern erfolgen (Empfehlungsgrad A). Dazu gehören:

  • Inselzellantikörper (ICA)
  • Insulinautoantikörper (IAA)
  • Glutamat-Decarboxylase-Antikörper (GAD65A)
  • Tyrosinphosphatase-Antikörper (IA-2A, IA-2ß)
  • Zink-Transporter-8-Antikörper (ZnT8)

Sind keine Antikörper nachweisbar, sollen differentialdiagnostisch andere Formen (z. B. Typ-2-Diabetes, MODY) in Betracht gezogen werden (Empfehlungsgrad A).

Insulintherapie

Die intensivierte Insulintherapie ist der Behandlungsstandard bei Kindern und Jugendlichen mit Typ-1-Diabetes (Empfehlungsgrad A).

InsulinartEinsatzgebietEmpfehlung
(Ultra-)schnellwirksame Analoga / NormalinsulinPrandiale Substitution, intravenöse TherapieFlexibler Einsatz je nach Situation (Empfehlungsgrad B)
NPH-Insulin / Langwirksame AnalogaBasale InsulinsubstitutionIndividueller Einsatz (Empfehlungsgrad 0)

Hinweis: Adjunktive medikamentöse Therapien wie Metformin oder SGLT-2-Hemmer sollten im Kindes- und Jugendalter in der Regel nicht empfohlen werden (Empfehlungsgrad B).

Diabetes und Technologie

Der Einsatz moderner Diabetestechnologie wird stark empfohlen, um die Stoffwechselkontrolle zu verbessern und Hypoglykämien zu vermeiden:

  • Insulinpumpentherapie (CSII): Soll allen Kindern und Jugendlichen direkt nach Manifestation angeboten werden (Empfehlungsgrad A).
  • Kontinuierliche Glukosemessung (CGM): Soll allen Patienten mit ICT- oder Pumpentherapie angeboten werden (Empfehlungsgrad A).
  • Automated Insulin Delivery (AID): Ein AID-System sollte allen Patienten mit Pumpentherapie angeboten werden, sofern eine sichere Anwendung gewährleistet ist (Empfehlungsgrad B). Die Auswahl soll individuell erfolgen (Empfehlungsgrad A).

Assoziierte Autoimmunerkrankungen

Aufgrund des erhöhten Risikos für Begleiterkrankungen wird bei Manifestation (und ausgeglichener Stoffwechsellage) ein Screening empfohlen auf:

  • Zöliakie: Gesamt-IgA, Transglutaminase-Antikörper (tTG-IgA)
  • Autoimmunthyreoiditis: TPO-Antikörper, TSH, fT4

💡Praxis-Tipp

Nutzen Sie bei der Erstmanifestation eines Typ-1-Diabetes frühzeitig die Möglichkeiten der Diabetestechnologie. Die Kombination aus Insulinpumpe und CGM (bzw. AID-Systemen) sollte direkt nach Diagnosestellung initiiert werden, um die Stoffwechseleinstellung langfristig zu optimieren.

Häufig gestellte Fragen

Ein Diabetes liegt vor bei einem Gelegenheitsblutzucker ≥ 200 mg/dl (mit Symptomen), einem Nüchternblutzucker ≥ 126 mg/dl, einem 2h-Wert im oGTT ≥ 200 mg/dl oder einem HbA1c ≥ 6,5 %.
Zu den typischen Autoantikörpern gehören ICA, IAA, GAD65A, IA-2A (bzw. IA-2ß) und ZnT8.
Nein, adjunktive Therapien wie Metformin oder SGLT-2-Hemmer sollten bei Kindern und Jugendlichen mit Typ-1-Diabetes in der Regel nicht empfohlen werden.
Eine Insulinpumpentherapie (CSII) soll allen Kindern und Jugendlichen direkt nach der Manifestation des Typ-1-Diabetes angeboten werden.

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