Diabetes mellitus bei Kindern: Diagnostik und Therapie
Hintergrund
Der Typ-1-Diabetes ist die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindes- und Jugendalter. Die Inzidenz steigt weltweit kontinuierlich an, wobei sich auch andere Diabetesformen wie der Typ-2-Diabetes, MODY oder der Mukoviszidose-assoziierte Diabetes (CFRD) zunehmend manifestieren.
Die DDG S3-Leitlinie fokussiert sich auf die altersspezifischen Besonderheiten in der pädiatrischen Diabetologie. Ein zentrales Ziel ist die Vermeidung akuter Stoffwechselentgleisungen wie der diabetischen Ketoazidose (DKA) bei Manifestation.
Zudem wird die Bedeutung moderner Diabetestechnologien wie der kontinuierlichen Glukosemessung (CGM) und automatisierter Insulinabgabesysteme (AID) für eine verbesserte Lebensqualität und Stoffwechselkontrolle hervorgehoben.
💡Praxis-Tipp
Ein häufiger Fehler im Management der diabetischen Ketoazidose (DKA) ist der zu frühe Beginn der Insulintherapie. Die Leitlinie betont, dass die intravenöse Insulingabe erst 1 bis 2 Stunden nach dem Start der initialen Volumengabe erfolgen darf, um das Risiko eines lebensbedrohlichen Hirnödems zu minimieren. Zudem wird ausdrücklich vor der routinemäßigen Gabe von Bikarbonat gewarnt.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie wird das Screening auf Retinopathie und Nephropathie ab dem 11. Lebensjahr oder nach 5 Jahren Diabetesdauer empfohlen. Der Blutdruck sollte hingegen bei jeder Vorstellung gemessen werden.
Es wird ein HbA1c-Wert von unter 7,0 % angestrebt, sofern dieser ohne das Auftreten schwerer Hypoglykämien erreicht werden kann. Ergänzend wird eine Time in Range (TIR) von über 70 % empfohlen.
Die Leitlinie empfiehlt als erste Maßnahme eine Kreislaufstabilisierung mit isotoner Kochsalzlösung (10-20 ml/kg über 1-2 Stunden). Die intravenöse Insulingabe folgt erst im Anschluss an diese Volumengabe.
Ein oGTT wird ab dem 10. Lebensjahr bei Vorliegen von Übergewicht und mindestens zwei weiteren Risikofaktoren empfohlen. Zu diesen Risikofaktoren zählen unter anderem eine familiäre Belastung oder klinische Zeichen einer Insulinresistenz.
Neben injizierbarem Glukagon steht ab 4 Jahren ein intranasales Präparat (Baqsimi, 3 mg) zur Verfügung. Für Kinder ab 2 Jahren ist zudem ein Fertigpen (Ogluo) zugelassen.
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Quelle: DDG: S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Verlaufskontrolle des Diabetes mellitus im Kindes- und Jugendalter. Version 4 pdf (DDG, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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