Diabetes mellitus im Alter: DDG Praxisempfehlungen 2025

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: DDG (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die DDG-Praxisempfehlung 2025 adressiert die Behandlung des Diabetes mellitus bei älteren Menschen. Aufgrund der demografischen Entwicklung und einer guten medizinischen Versorgung erreicht ein großer Teil der Betroffenen ein hohes Lebensalter.

Der geriatrische Patient ist durch Multimorbidität und alterstypische Funktionseinschränkungen charakterisiert. Dies erfordert ein angepasstes Management, das über die reine Blutglukoseeinstellung und das Management kardiovaskulärer Risikofaktoren hinausgeht.

Zur differenzierten Therapieplanung wird ein geriatrisches Assessment empfohlen. Auf dieser Basis erfolgt die Einteilung in funktionelle Gruppen, um individuelle und realistische Behandlungsziele festzulegen.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für die Behandlung älterer Menschen mit Diabetes:

Behandlungsziele und Zielwerte

Der Erhalt der Lebensqualität und die Vermeidung von Hypoglykämien stehen im Vordergrund. Der HbA1c-Wert hat im höheren Lebensalter einen geringeren Stellenwert bei Therapieentscheidungen und besitzt bei Niereninsuffizienz eine begrenzte Aussagekraft.

Es werden individualisierte Zielkorridore basierend auf dem funktionellen Status empfohlen:

PatientengruppeHbA1c-ZielBlutglukose vor MahlzeitenBlutdruckziel
Funktionell unabhängig6,5-7,5 %100-125 mg/dl< 150 mmHg (> 80 J.) oder < 140 mmHg (60-80 J.)
Funktionell leicht abhängig≤ 8,0 %100-150 mg/dl< 150 mmHg
Funktionell stark abhängig< 8,5 %110-180 mg/dlIndividuell
Terminal erkranktSekundärIndividuellSymptomfreiheit

Medikamentöse Therapie

Metformin gilt auch bei älteren Menschen als medikamentöse Therapie der ersten Wahl. Bei klinisch relevanter kardiovaskulärer oder renaler Erkrankung wird primär eine Kombination aus Metformin und SGLT2-Inhibitoren oder GLP-1-Analoga empfohlen.

Die Leitlinie hebt spezifische Eigenschaften der Substanzklassen für das Alter hervor:

  • DPP-4-Inhibitoren weisen ein geringes Hypoglykämierisiko auf und sind gewichtsneutral.

  • GLP-1-Analoga und SGLT2-Hemmer bieten kardiovaskuläre und renale Vorteile, können jedoch zu einer bei Frailty unerwünschten Gewichtsreduktion führen.

  • Wöchentlich applizierte Insuline können bei unregelmäßiger Nahrungsaufnahme zu prolongierten Hypoglykämien führen.

Insulintherapie

Kurz wirksame Insuline können aus Sicherheitsgründen ohne Spritz-Ess-Abstand oder nach Beginn einer Mahlzeit verabreicht werden. Bei Basalinsulinen weisen Analoga eine geringere Rate nächtlicher Hypoglykämien auf als NPH-Insuline.

Eine Deeskalation der Insulintherapie sollte geprüft werden, wenn Zielwerte unterschritten werden, Hypoglykämien auftreten oder sich das Therapieziel ändert.

Geriatrische Syndrome

Es wird ein regelmäßiges Screening auf geriatrische Syndrome empfohlen, da diese die Prognose und Lebensqualität maßgeblich beeinflussen.

  • Einmal jährlich sollte ein Depressionsscreening erfolgen.

  • Die kognitive Leistungsfähigkeit ist einmal jährlich mit einem validierten Verfahren zu überprüfen.

  • Ein Inkontinenzassessment wird mindestens einmal jährlich empfohlen.

Dosierung

MedikamentDosierungshinweisIndikation / Einschränkung
MetforminMaximal 1000 mg/Tag (verteilt auf 2 Einzeldosen)Bei glomerulärer Filtrationsrate > 30 ml/min

Kontraindikationen

Empagliflozin und Dapagliflozin dürfen nicht für die Behandlung von Menschen mit Typ-1-Diabetes eingesetzt werden.

Metformin ist in Situationen mit Risiko für eine akute Nierenfunktionsverschlechterung (z. B. Röntgenkontrastmittel, Operationen in Vollnarkose, Exsikkose) zwingend zu pausieren.

Bei sturzgefährdeten Personen sollte bei der Schuhauswahl auf Mittelfußrollen verzichtet werden.

Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt ausdrücklich vor der unkritischen Fortführung einer Insulintherapie bei älteren Menschen und empfiehlt eine aktive Deeskalation, sobald Hypoglykämien auftreten. Zudem wird betont, dass SGLT2-Hemmer und GLP-1-Analoga zwar kardioprotektiv wirken, die damit verbundene Gewichtsabnahme bei geriatrischen Patienten mit Frailty oder Sarkopenie jedoch unerwünscht sein kann.

Häufig gestellte Fragen

Die Zielwerte richten sich laut Leitlinie nach dem funktionellen Status. Bei funktionell unabhängigen Personen wird ein HbA1c von 6,5 bis 7,5 % angestrebt, während bei stark pflegeabhängigen Menschen Werte unter 8,5 % toleriert werden.

Es wird eine konsequente Insulinbehandlung bei Blutzuckerwerten über 198 mg/dl (11 mmol/l) empfohlen. Eine intensivierte Insulintherapie bei nur leicht erhöhten Werten wird wegen der Hypoglykämiegefahr nicht empfohlen.

Wöchentlich gespritzte Insuline reduzieren zwar die Injektionshäufigkeit, bergen aber laut Leitlinie Risiken. Bei unregelmäßiger Nahrungsaufnahme oder akuten Erkrankungen können sie zu prolongierten Hypoglykämien führen.

Im höheren Alter kann auf die Untersuchung des Vibrationsempfindens mit der 128-Hertz-Stimmgabel verzichtet werden. Die Monofilament-Untersuchung bleibt hingegen ein wichtiger Bestandteil der Diagnostik.

Es wird empfohlen, Metformin und SGLT2-Hemmer in Zeiten vermehrter Stressoren wie fieberhaften Erkrankungen oder Exsikkose zu pausieren. Diese sogenannte Sick-days-Regel dient der Vermeidung von Nierenfunktionsverschlechterungen und Ketoazidosen.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: DDG: PE_Diabetes_mellitus_im_Alter_2025.pdf pdf (DDG, 2025). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien