IQWiG2014

Dapagliflozin/Metformin: Indikation und Zusatznutzen

Diese Leitlinie stammt aus 2014 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2014)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beauftragte das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) mit der Nutzenbewertung der fixen Wirkstoffkombination Dapagliflozin/Metformin. Die Bewertung erfolgte gemäß § 35a SGB V für erwachsene Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2.

Die Kombinationstherapie ist als Ergänzung zu Diät und Bewegung zugelassen, wenn der Blutzucker durch Metformin allein oder in Kombination mit anderen blutzuckersenkenden Arzneimitteln (einschließlich Insulin) nicht ausreichend kontrolliert wird.

Das IQWiG bewertete den Zusatznutzen in drei verschiedenen Indikationen gegenüber der jeweils vom G-BA festgelegten zweckmäßigen Vergleichstherapie. In allen drei untersuchten Fragestellungen konnte kein Zusatznutzen belegt werden, da die vom pharmazeutischen Unternehmer vorgelegten Studien methodische Mängel aufwiesen.

Empfehlungen

Der IQWiG-Bericht kommt zu folgenden Ergebnissen bezüglich des Zusatznutzens:

Zweifachkombination (Dapagliflozin/Metformin)

Für die Anwendung bei Patienten, deren Blutzucker unter Metformin allein nicht ausreichend kontrolliert ist, gilt der Zusatznutzen laut IQWiG als nicht belegt.

  • Es wurden keine Studien gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie (Sulfonylharnstoff plus Metformin) vorgelegt.

  • Die eingereichte Studie zum Vergleich mit Glipizid plus Metformin wurde als ungeeignet eingestuft.

  • Das IQWiG bemängelt eine nicht zulassungskonforme Titration beider Wirkstoffe, die das Hypoglykämierisiko verfälschen könnte, sowie eine fehlende individuelle Anpassung der Metformindosis.

Kombination mit Insulin

Auch für die Kombination von Dapagliflozin/Metformin mit Insulin wird ein Zusatznutzen als nicht belegt eingestuft.

  • Die vorgelegten Studien ließen keine angemessene Optimierung der Insulintherapie in der Vergleichsgruppe zu.

  • Ein Wechsel des Insulintyps oder -regimes war untersagt, und Dosiserhöhungen waren nur als Notfallmedikation erlaubt.

  • Laut IQWiG spiegeln diese Vorgaben keine realistischen Therapieentscheidungen im Versorgungsalltag wider.

Kombination mit weiteren Antidiabetika

Für die Kombination mit anderen blutzuckersenkenden Arzneimitteln (außer Insulin) ist der Zusatznutzen ebenfalls nicht belegt. Der pharmazeutische Unternehmer hat für diese Indikation keine Studien identifiziert und keinen Zusatznutzen beansprucht.

Dosierung

Die Dosierung richtet sich nach der bisherigen Therapie des Patienten. Es wird empfohlen, die Dosis zweimal täglich mit einer Mahlzeit einzunehmen, um gastrointestinale Nebenwirkungen zu vermindern.

MedikamentDosierungTagesgesamtdosis Dapagliflozin
Dapagliflozin/Metformin (5 mg/850 mg)1 Tablette 2-mal täglich10 mg
Dapagliflozin/Metformin (5 mg/1000 mg)1 Tablette 2-mal täglich10 mg

Kontraindikationen

Laut Fachinformation und IQWiG-Bericht bestehen folgende Kontraindikationen und Warnhinweise:

  • Nierenfunktion: Kontraindiziert bei moderater bis schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance < 60 ml/min oder eGFR < 60 ml/min/1,73 m²).

  • Leberfunktion: Kontraindiziert bei Leberfunktionsstörungen.

  • Alter: Ein Therapiebeginn bei Patienten ab 75 Jahren wird nicht empfohlen.

  • Begleitmedikation: Die Kombination mit Schleifendiuretika wird nicht empfohlen (Risiko für Volumenmangel).

  • Weitere Kontraindikationen: Diabetische Ketoazidose, diabetisches Präkoma, akute Erkrankungen mit Potenzial zur Nierenbeeinflussung (z. B. Dehydratation, schwere Infektion), Gewebehypoxie (z. B. Herz-/Lungeninsuffizienz), Alkoholismus.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der IQWiG-Bericht weist darauf hin, dass bei einer Kombination von Dapagliflozin/Metformin mit Insulin oder insulinotropen Wirkstoffen (wie Sulfonylharnstoffen) ein erhöhtes Hypoglykämierisiko besteht. Es wird beschrieben, dass in diesen Fällen eine Dosisreduktion des Insulins oder des Sulfonylharnstoffs in Erwägung gezogen werden kann, um Unterzuckerungen zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Das IQWiG stuft den Zusatznutzen als nicht belegt ein, da die eingereichten Studien methodische Mängel aufwiesen. Unter anderem wurden Medikamente nicht zulassungskonform titriert und notwendige Therapieanpassungen im Kontrollarm untersagt.

Laut Bericht ist die Fixkombination bei einer geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) von unter 60 ml/min/1,73 m² kontraindiziert. Auch bei akuten Erkrankungen, die die Nierenfunktion beeinträchtigen können, darf das Präparat nicht angewendet werden.

Die Fachinformation rät von einer Kombination mit Schleifendiuretika ab. Es wird gewarnt, dass diese Kombination das Risiko für einen Volumenmangel und eine Hypotonie erhöhen kann.

Es wird eine zweimal tägliche Einnahme empfohlen. Die Einnahme sollte zusammen mit einer Mahlzeit erfolgen, um die durch Metformin bedingten gastrointestinalen Nebenwirkungen zu reduzieren.

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Quelle: IQWiG A14-07: Dapagliflozin/Metformin - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (Dossierbewertung) (IQWiG, 2014). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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