COVID-19-Impfung: Nebenwirkungen und Komplikationen
Hintergrund
Der Sicherheitsbericht des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) fasst Verdachtsfälle von Nebenwirkungen und Impfkomplikationen nach COVID-19-Impfungen in Deutschland zusammen. Der Erfassungszeitraum reicht vom Beginn der Impfkampagne am 27.12.2020 bis zum 30.09.2021.
In diesem Zeitraum wurden über 107 Millionen Impfungen mit den mRNA-Impfstoffen Comirnaty und Spikevax sowie den Vektorimpfstoffen Vaxzevria und COVID-19 Vaccine Janssen durchgeführt. Die Melderate für schwerwiegende Reaktionen betrug 0,2 Meldungen pro 1.000 Impfdosen.
Der Bericht analysiert insbesondere unerwünschte Ereignisse von besonderem Interesse (AESI). Dazu gehören unter anderem Myokarditis, das Thrombose-mit-Thrombozytopenie-Syndrom (TTS) und anaphylaktische Reaktionen.
Empfehlungen
Der PEI-Sicherheitsbericht hebt folgende unerwünschte Ereignisse und klinische Vorgehensweisen hervor:
Myokarditis und Perikarditis
Laut Bericht treten diese Entzündungen sehr selten nach mRNA-Impfstoffen auf. Besonders betroffen sind männliche Jugendliche und junge Männer unter 30 Jahren nach der zweiten Impfdosis.
Die Daten deuten auf ein möglicherweise höheres Risiko nach Spikevax im Vergleich zu Comirnaty hin. Die meisten Betroffenen sprechen gut auf Behandlung und Ruhe an.
Thrombose-mit-Thrombozytopenie-Syndrom (TTS)
Dieses Syndrom wird als schwerwiegende Nebenwirkung der Vektorimpfstoffe Vaxzevria und COVID-19 Vaccine Janssen beschrieben. Es wird eine frühzeitige Diagnose und Behandlung des TTS betont.
Personen mit Thrombozytopenie innerhalb von drei Wochen nach Impfung sollten aktiv auf Thrombosen untersucht werden. Ebenso wird angeraten, bei neu aufgetretenen Thrombosen nach der Impfung unverzüglich die Thrombozytenzahl zu kontrollieren.
Anaphylaktische Reaktionen
Anaphylaxien sind sehr seltene Komplikationen aller vier zugelassenen Impfstoffe. Gemäß Fachinformationen sollte bei einer Anaphylaxie nach der ersten Dosis keine zweite Dosis desselben Impfstoffs verabreicht werden.
Retrospektive Studien weisen jedoch darauf hin, dass nach ordnungsgemäßer allergologischer Diagnostik oft eine gefahrlose Wiederimpfung möglich ist. Dies liegt daran, dass es sich meist nicht um eine echte IgE-vermittelte Allergie handelt.
Weitere neurologische und hämatologische Signale
Ein Guillain-Barré-Syndrom (GBS) kann sehr selten nach Impfung mit Vaxzevria oder COVID-19 Vaccine Janssen auftreten. Für beide Vektorimpfstoffe wurde zudem die Immunthrombozytopenie (ITP) als unerwünschte Wirkung mit unbekannter Häufigkeit in die Produktinformationen aufgenommen.
Bei einer ITP in der Vorgeschichte wird eine Überwachung der Blutplättchenzahl nach der Impfung empfohlen.
Risikoprofile der Impfstoffklassen
| Impfstoffklasse | Impfstoffe | Spezifische seltene Risikosignale | Betroffene Hauptrisikogruppe |
|---|---|---|---|
| mRNA-Impfstoffe | Comirnaty, Spikevax | Myokarditis, Perikarditis | Männliche Jugendliche und Männer < 30 Jahre |
| Vektorimpfstoffe | Vaxzevria, Janssen | TTS, GBS, Immunthrombozytopenie | Unterschiedlich (TTS oft bei jüngeren Erwachsenen) |
Kontraindikationen
Gemäß den Fachinformationen wird von einer zweiten Impfdosis abgeraten, wenn nach der ersten Dosis eine anaphylaktische Reaktion aufgetreten ist.
Der Bericht weist darauf hin, dass bei einer Immunthrombozytopenie (ITP) in der Vorgeschichte das Risiko für niedrige Blutplättchenwerte vor einer Impfung mit Vektorimpfstoffen bedacht werden sollte.
💡Praxis-Tipp
Ein wichtiges klinisches Warnsignal ist das Auftreten einer Thrombozytopenie innerhalb von drei Wochen nach Gabe eines Vektorimpfstoffs. In diesen Fällen wird eine aktive Untersuchung auf Anzeichen einer Thrombose dringend angeraten, da ein frühes Stadium eines Thrombose-mit-Thrombozytopenie-Syndroms (TTS) vorliegen kann.
Häufig gestellte Fragen
Laut PEI-Bericht ist das Risiko sehr selten, betrifft aber vor allem junge Männer unter 30 Jahren nach der zweiten Dosis eines mRNA-Impfstoffs. Die meisten Fälle sprechen gut auf Schonung und medizinische Behandlung an.
Die Fachinformationen raten bei einer echten Anaphylaxie von einer Zweitimpfung ab. Der Bericht zitiert jedoch Studien, wonach nach einer allergologischen Diagnostik oft eine Wiederimpfung möglich ist, da es sich meist nicht um IgE-vermittelte Reaktionen handelt.
Das PEI hebt das Thrombose-mit-Thrombozytopenie-Syndrom (TTS), das Guillain-Barré-Syndrom (GBS) sowie die Immunthrombozytopenie (ITP) als sehr seltene, aber schwerwiegende Risiken hervor.
Die Auswertung der gemeldeten Verdachtsfälle bis Ende September 2021 ergab laut PEI kein zusätzliches Risikosignal für die Auffrischungsimpfungen (Booster).
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Quelle: AkdÄ: Sicherheitsbericht des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) vom (AkdÄ, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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