COVID-19-Impfstoffe: Myokarditis-Risiko und Diagnostik
Hintergrund
Der Sicherheitsbericht des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) und der AkdÄ aus dem Jahr 2021 analysiert Verdachtsfälle von Nebenwirkungen nach COVID-19-Impfungen. Er umfasst Daten vom Beginn der Impfkampagne im Dezember 2020 bis Ende Juni 2021.
Im Fokus stehen die mRNA-Impfstoffe Comirnaty und Spikevax sowie die Vektorimpfstoffe Vaxzevria und COVID-19-Impfstoff Janssen. Die Gesamtrate der gemeldeten Verdachtsfälle lag bei 1,4 pro 1.000 Impfdosen, wobei schwerwiegende Reaktionen mit 0,1 pro 1.000 Impfdosen gemeldet wurden.
Der Bericht betont, dass das Nutzen-Risiko-Verhältnis aller zugelassenen Impfstoffe weiterhin positiv bewertet wird. Dennoch wurden sehr seltene, aber schwerwiegende unerwünschte Ereignisse identifiziert, die eine erhöhte klinische Aufmerksamkeit erfordern.
Empfehlungen
Der Bericht hebt folgende seltene, aber bedeutsame Risikosignale hervor:
Myokarditis und Perikarditis
Nach der Gabe von mRNA-Impfstoffen (Comirnaty, Spikevax) wurde sehr selten eine Myokarditis oder Perikarditis beobachtet. Laut Bericht sind vor allem junge Männer nach der zweiten Impfdosis betroffen.
Die Symptome treten typischerweise innerhalb von 14 Tagen nach der Impfung auf. Der klinische Verlauf wird in den meisten dokumentierten Fällen als mild beschrieben.
Thrombose-mit-Thrombozytopenie-Syndrom (TTS)
Ein neues Syndrom (TTS) wurde als sehr seltene, schwerwiegende Nebenwirkung nach den Vektorimpfstoffen Vaxzevria und Janssen identifiziert. Es ist charakterisiert durch venöse oder arterielle Thrombosen an oft ungewöhnlichen Lokalisationen (z. B. Hirnvenen, Splanchnikusgebiet) in Kombination mit einer Thrombozytopenie.
Der Bericht verweist auf den häufigen Nachweis von Antikörpern gegen Plättchenfaktor 4 (PF4). Dieses Muster ähnelt stark einer atypischen Heparin-induzierten Thrombozytopenie (aHIT).
Diagnostik und Management bei TTS-Verdacht
Es wird darauf hingewiesen, dass eine frühzeitige Diagnose und Behandlung bei TTS essenziell sind. Folgendes diagnostisches Vorgehen wird im Bericht beschrieben:
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Es wird geraten, bei einer Thrombozytopenie innerhalb von drei Wochen nach Impfung aktiv auf Thrombosen zu untersuchen.
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Ebenso wird empfohlen, bei auftretenden Thrombosen nach der Impfung unverzüglich die Thrombozytenzahl zu bestimmen.
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Bei Verdachtsfällen sollte laut Bericht frühzeitig ein Spezialist (z. B. Hämatologe) hinzugezogen werden.
Weitere neurologische und immunologische Signale
Für den Impfstoff Vaxzevria wurde ein Risikosignal für das Guillain-Barré-Syndrom (GBS) identifiziert. Zudem wird in einer zitierten Studie ein leicht erhöhtes Risiko für eine idiopathische thrombozytopenische Purpura (ITP) nach Vaxzevria beschrieben.
Übersicht der spezifischen Risikosignale
| Impfstoff-Typ | Impfstoffe | Spezifische seltene Risikosignale | Typisches Zeitfenster |
|---|---|---|---|
| mRNA | Comirnaty, Spikevax | Myokarditis, Perikarditis | Innerhalb von 14 Tagen (oft nach 2. Dosis) |
| Vektor | Vaxzevria, Janssen | TTS (Thrombose mit Thrombozytopenie) | Innerhalb von 3 Wochen |
| Vektor | Vaxzevria | Guillain-Barré-Syndrom (GBS) | Im Mittel ca. 14 Tage |
Kontraindikationen
Der Bericht formuliert spezifische Warnhinweise bezüglich möglicher Symptome eines Thrombose-mit-Thrombozytopenie-Syndroms (TTS).
Geimpfte Personen sollten umgehend ärztlich vorstellig werden, wenn innerhalb von wenigen Tagen bis zu drei Wochen nach der Impfung folgende Symptome auftreten:
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Kurzatmigkeit oder Brustschmerzen
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Beinschwellungen oder Schmerzen im Bein
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Anhaltende Bauchschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen
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Neurologische Symptome wie starke, anhaltende Kopfschmerzen, verschwommenes Sehen oder Krampfanfälle
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Blutergüsse (Petechien) auf der Haut außerhalb der Injektionsstelle
💡Praxis-Tipp
Ein normales Thrombozyten-Level bei einer diagnostizierten Thrombose schließt ein frühes Stadium eines TTS nach einer Vektorimpfung nicht aus. Der Bericht betont, dass in solchen Fällen unter Umständen wiederholte Untersuchungen der Thrombozytenzahl erforderlich sind, um eine sich entwickelnde Thrombozytopenie nicht zu übersehen.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Sicherheitsbericht betrifft die Myokarditis nach mRNA-Impfstoffen vorwiegend junge Männer. Die Symptome treten meist innerhalb von 14 Tagen nach der zweiten Impfdosis auf.
Ein TTS äußert sich häufig durch Thrombosen an ungewöhnlichen Orten, wie etwa Hirnvenen- oder Mesenterialvenenthrombosen. Begleitend können Symptome wie starke Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Petechien oder neurologische Ausfälle auftreten.
Die Diagnose basiert auf dem Nachweis einer Thrombose in Kombination mit einer Thrombozytopenie (unter 150 G/L). Zusätzlich wird laut Bericht häufig der Nachweis von Anti-PF4-Antikörpern mittels ELISA gefordert.
Der Bericht beschreibt ein spezifisches Risikosignal für das Guillain-Barré-Syndrom (GBS) primär nach der Impfung mit dem Vektorimpfstoff Vaxzevria. Bei den mRNA-Impfstoffen wurde in der Analyse kein entsprechendes Signal festgestellt.
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Quelle: AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu den COVID-19 mRNA Impfstoffen Comirnaty® und Spikevax®: Myokarditis, Perikarditis. (AkdÄ, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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