Präbiotika bei Frühgeborenen: NEC-Prophylaxe & Evidenz
Hintergrund
Die nekrotisierende Enterokolitis (NEC) ist eine lebensbedrohliche Darmerkrankung, die vor allem sehr kleine Frühgeborene betrifft. Eine Modulation des intestinalen Mikrobioms durch die enterale Gabe von Prebiotika wird als mögliche Präventionsstrategie diskutiert, um die Morbidität und Mortalität in dieser vulnerablen Gruppe zu senken.
Dieser aktuelle Cochrane Review untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit einer solchen Supplementierung. Eingeschlossen wurden Studien mit sehr unreifen Frühgeborenen (unter 32 Schwangerschaftswochen) oder einem sehr niedrigen Geburtsgewicht (unter 1500 g).
Die untersuchten Prebiotika umfassten Fructo- und Galacto-Oligosaccharide, Inulin sowie Lactulose. Diese wurden typischerweise täglich mit der enteralen Ernährung während des stationären Aufenthalts nach der Geburt verabreicht.
💡Praxis-Tipp
Bei der Bewertung der potenziell mortalitätssenkenden Wirkung von Prebiotika ist Zurückhaltung geboten. Der Review stuft die Evidenzqualität für alle untersuchten Endpunkte als niedrig oder sehr niedrig ein, weshalb eine routinemäßige Supplementierung zur NEC-Prävention allein auf Basis dieser Datenlage nicht abschließend beurteilt werden kann.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review gibt es derzeit keine belastbare Evidenz dafür, dass Prebiotika das NEC-Risiko bei sehr kleinen Frühgeborenen signifikant senken. Die verfügbaren Daten zeigen keinen oder nur einen geringen Unterschied im Vergleich zu Placebo.
In den eingeschlossenen Studien wurden hauptsächlich Fructo- und Galacto-Oligosaccharide, Inulin sowie Lactulose verwendet. Diese wurden in der Regel täglich mit der enteralen Nahrung verabreicht.
Der Review stuft die Evidenz bezüglich der neurologischen Entwicklung als sehr niedrig ein. Es ist daher unklar, ob die Gabe von Prebiotika Auswirkungen auf Endpunkte wie Zerebralparesen oder die spätere kognitive Entwicklung hat.
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Quelle: Cochrane Review: Prebiotics to prevent necrotising enterocolitis in very preterm or very low birth weight infants (Cochrane, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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