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Frühe enterale Ernährung bei Frühgeborenen: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Cochrane Review (2020) untersucht die Effekte einer frühen, vollständig enteralen Ernährung bei Frühgeborenen und Säuglingen mit niedrigem Geburtsgewicht. Traditionell wird die enterale Nahrungszufuhr bei dieser Gruppe oft verzögert oder nur schrittweise gesteigert.

Grund für diese Zurückhaltung ist die Sorge vor einer Nahrungsmittelunverträglichkeit oder einem erhöhten Risiko für eine nekrotisierende Enterokolitis (NEC). Gleichzeitig erhalten die Neugeborenen in dieser Phase parenterale Flüssigkeiten und Nährstoffe.

Eine frühe vollständig enterale Ernährung könnte theoretisch die Nährstoffaufnahme verbessern und das Wachstum fördern. Zudem ließen sich potenziell Komplikationen durch intravenöse Zugänge reduzieren.

Empfehlungen

Die Meta-Analyse fasst die Ergebnisse aus sechs randomisiert-kontrollierten Studien zusammen. Es ergeben sich folgende zentrale Erkenntnisse:

Untersuchte Ernährungsstrategien

Der Review vergleicht zwei unterschiedliche Ansätze zur Nahrungszufuhr bei Frühgeborenen:

ErnährungsstrategieNahrungsmenge an Tag 1Steigerung pro TagZusätzliche Flüssigkeit
Frühe vollständig enterale Ernährung60-80 mL/kg20-30 mL/kgKeine parenterale Gabe
Minimal enterale Ernährung (Kontrolle)ca. 20 mL/kg20-30 mL/kgParenterale Supplementierung

Wachstum und Gewichtszunahme

Laut Review reichen die aktuellen Daten nicht aus, um den Einfluss auf das Wachstum sicher zu beurteilen (sehr niedrige Evidenzqualität). Die eingeschlossenen Studien lieferten widersprüchliche Ergebnisse zur täglichen Gewichtszunahme.

Eine einzelne Studie zeigte einen minimal höheren Z-Score für das Gewicht bei der Krankenhausentlassung in der Gruppe mit früher enteraler Ernährung. Es fehlen jedoch Langzeitdaten zur kindlichen Entwicklung.

Risiko für nekrotisierende Enterokolitis (NEC)

Es wird berichtet, dass eine frühe vollständig enterale Ernährung das Risiko für eine nekrotisierende Enterokolitis nicht signifikant verändert (RR 0,98; sehr niedrige Evidenzqualität).

Aufgrund methodischer Schwächen und fehlender Verblindung in den Studien bleibt unklar, ob die frühe Nahrungszufuhr sicher ist.

Klinische Praxis und Ausblick

Der Review schlussfolgert, dass die derzeitige Evidenzlage keine Änderung der klinischen Praxis rechtfertigt.

Es werden weitere groß angelegte, pragmatische Studien empfohlen. Diese sollen klären, ob die frühe enterale Ernährung das Wachstum fördert, ohne das NEC-Risiko zu erhöhen.

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💡Praxis-Tipp

Laut dem Cochrane Review gibt es aktuell keine ausreichende Evidenz, um eine frühe vollständig enterale Ernährung bei Frühgeborenen unter 1500 Gramm routinemäßig zu empfehlen. Es wird darauf hingewiesen, dass das Risiko für eine nekrotisierende Enterokolitis (NEC) durch dieses Vorgehen weder sicher gesenkt noch ausgeschlossen werden kann.

Häufig gestellte Fragen

Darunter versteht man die ausschließliche Ernährung über den Magen-Darm-Trakt kurz nach der Geburt. Laut Review wird dabei auf zusätzliche intravenöse Flüssigkeiten oder parenterale Ernährung verzichtet.

Der Cochrane Review fand keine Beweise für ein erhöhtes oder gesenktes NEC-Risiko. Die Evidenzqualität wird jedoch als sehr niedrig eingestuft, sodass eine abschließende Beurteilung aktuell nicht möglich ist.

Die analysierten Studien liefern hierzu widersprüchliche Ergebnisse. Laut Meta-Analyse reichen die Daten nicht aus, um einen klaren Vorteil für das Wachstum oder die Gewichtszunahme zu belegen.

Es wurden hauptsächlich sehr kleine Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht zwischen 1000 und 1500 Gramm untersucht. Die Daten stammen aus sechs Studien, die auf Neugeborenenstationen in Indien durchgeführt wurden.

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Quelle: Cochrane Review: Early full enteral feeding for preterm or low birth weight infants (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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