CochraneIa2019

Muttermilch- vs. Kuhmilch-Fortifier: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Frühgeborene, die mit Muttermilch ernährt werden, weisen im Vergleich zur Formulanahrung eine geringere Morbidität auf. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist das reduzierte Risiko für eine nekrotisierende Enterokolitis (NEC).

Um den hohen Nährstoffbedarf von Frühgeborenen zu decken, wird Muttermilch in der klinischen Praxis häufig mit sogenannten Fortifiern (Muttermilchsupplementen) angereichert. Diese basieren traditionell auf Kuhmilchprotein.

Mittlerweile sind auch Fortifier auf Basis von humaner Muttermilch verfügbar. Dieser Cochrane Review untersucht, ob der Einsatz von humanen im Vergleich zu bovinen Fortifiern die Mortalität und Morbidität bei Frühgeborenen weiter senken kann.

Empfehlungen

Der vorliegende Cochrane Review fasst die aktuelle Evidenz zum Vergleich von humanen und bovinen Fortifiern zusammen. Da die Datenlage sehr begrenzt ist, können keine definitiven klinischen Empfehlungen abgeleitet werden.

Studienlage und Evidenzqualität

Die systematische Literatursuche identifizierte lediglich eine einzige randomisiert-kontrollierte Studie, die die Einschlusskriterien erfüllte. Diese Studie umfasste 127 ausschließlich mit Muttermilch ernährte Frühgeborene.

Klinische Endpunkte

Laut dem Review zeigt die Auswertung der verfügbaren Daten (Evidenz von niedriger Qualität) keine signifikanten Vorteile für den humanen Fortifier. Es wurden folgende Endpunkte untersucht:

  • Nekrotisierende Enterokolitis (NEC): Das Risiko wurde durch den humanen Fortifier nicht gesenkt (RR 0,95).

  • Mortalität und Sepsis: Es zeigte sich keine Reduktion von späten Sepsis-Fällen oder Todesfällen.

  • Wachstum und Verträglichkeit: Weder das Wachstum noch die Nahrungstoleranz wurden durch das humane Präparat verbessert.

Schlussfolgerung für die Praxis

Die Autoren des Reviews schlussfolgern, dass die aktuelle Evidenz unzureichend ist, um den routinemäßigen Einsatz von humanen Fortifiern anstelle von bovinen Präparaten zu rechtfertigen. Es wird die Durchführung weiterer gut konzipierter, randomisiert-kontrollierter Studien gefordert, um kurz- und langfristige klinische Ergebnisse zu evaluieren.

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💡Praxis-Tipp

Der Cochrane Review verdeutlicht, dass der Wechsel von etablierten Kuhmilch-basierten Fortifiern auf Muttermilch-basierte Präparate bei ausschließlich mit Muttermilch ernährten Frühgeborenen aktuell nicht durch starke Evidenz gestützt wird. Es wird darauf hingewiesen, dass sich in der bisherigen Datenlage kein Überlebensvorteil oder ein reduziertes NEC-Risiko durch humane Fortifier ableiten lässt.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review gibt es aktuell keine Evidenz dafür, dass humane Fortifier das Risiko für eine nekrotisierende Enterokolitis (NEC) im Vergleich zu bovinen Fortifiern senken. Die Datenlage hierzu wird als qualitativ niedrig eingestuft.

Der Review zeigt, dass humane Fortifier im Vergleich zu Kuhmilch-basierten Präparaten keine signifikante Verbesserung des Wachstums bei Frühgeborenen bewirken. Auch die Nahrungstoleranz wird nicht nachweislich verbessert.

Die Studienlage wird im Review als unzureichend beschrieben. Es konnte nur eine einzige randomisiert-kontrollierte Studie mit 127 Frühgeborenen in die Meta-Analyse eingeschlossen werden.

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Quelle: Cochrane Review: Human milk-derived fortifier versus bovine milk-derived fortifier for prevention of mortality and morbidity in preterm neonates (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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