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Spendermilch bei Frühgeborenen: Cochrane Review

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Wenn für sehr unreife Frühgeborene (unter 32 Schwangerschaftswochen) oder Säuglinge mit sehr niedrigem Geburtsgewicht (unter 1500 g) nicht ausreichend Muttermilch zur Verfügung steht, muss auf Alternativen zurückgegriffen werden. Zur enteralen Ernährung kommen in diesen Fällen Spendermilch oder Formulanahrung zum Einsatz.

Es wird angenommen, dass Spendermilch die nicht-nutritiven Vorteile der Muttermilch beibehält. Daher wird sie als Strategie vorgeschlagen, um das Risiko einer nekrotisierenden Enterokolitis (NEC) sowie die damit verbundene Mortalität und Morbidität in dieser vulnerablen Gruppe zu senken.

Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract eines aktuellen Cochrane Reviews. Die Meta-Analyse schließt zwölf randomisierte oder quasi-randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 2296 Säuglingen ein.

Empfehlungen

Der Cochrane Review formuliert basierend auf der Meta-Analyse folgende zentrale Ergebnisse zur Ernährung von sehr unreifen Frühgeborenen:

Primäre klinische Endpunkte

Der Vergleich von Spendermilch und Formulanahrung zeigt deutliche Unterschiede in Bezug auf die nekrotisierende Enterokolitis (NEC). Für andere Endpunkte konnte kein signifikanter Vorteil nachgewiesen werden.

Klinischer EndpunktEffekt von Spendermilch (vs. Formula)Evidenzgrad
Nekrotisierende Enterokolitis (NEC)Risikoreduktion um ca. 50 % (RR 0.53)Hohe Vertrauenswürdigkeit
Spät einsetzende invasive InfektionenWahrscheinlich kein oder kaum Effekt (RR 1.12)Moderate Vertrauenswürdigkeit
Gesamtmortalität (vor Entlassung)Wahrscheinlich kein oder kaum Effekt (RR 1.00)Moderate Vertrauenswürdigkeit

Methodische Einschränkungen

Die Autoren des Reviews weisen auf verschiedene Charakteristika und Limitationen der eingeschlossenen Studien hin:

  • Die durchschnittliche Stichprobengröße der Studien war mit 191 Säuglingen relativ klein.

  • Fünf der zwölf Studien wurden vor mehr als 40 Jahren durchgeführt.

  • Einige Studien wiesen methodische Schwächen auf, insbesondere hinsichtlich der Verblindung der Untersucher und einer möglichen selektiven Berichterstattung.

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💡Praxis-Tipp

Der Cochrane Review unterstreicht den signifikanten Vorteil von Spendermilch zur NEC-Prävention bei sehr unreifen Frühgeborenen, wenn keine eigene Muttermilch verfügbar ist. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass Spendermilch im Vergleich zu Formulanahrung keinen nachweisbaren Überlebensvorteil (Gesamtmortalität) oder Schutz vor späten invasiven Infektionen bietet.

Häufig gestellte Fragen

Ja, laut dem Cochrane Review halbiert die Gabe von Spendermilch das NEC-Risiko bei sehr unreifen Frühgeborenen im Vergleich zu Formulanahrung. Diese Erkenntnis basiert auf Evidenz von hoher Vertrauenswürdigkeit.

Der Review zeigt, dass Spendermilch im Vergleich zu Formulanahrung wahrscheinlich keinen oder kaum einen Effekt auf die Gesamtmortalität vor der Krankenhausentlassung hat.

Gemäß der Meta-Analyse hat die Fütterung mit Spendermilch wahrscheinlich keinen signifikanten Einfluss auf das Risiko für spät einsetzende invasive Infektionen.

Die Daten beziehen sich auf sehr unreife Frühgeborene mit einem Gestationsalter von unter 32 Wochen. Ebenso eingeschlossen sind Säuglinge mit einem sehr niedrigen Geburtsgewicht von unter 1500 Gramm.

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Quelle: Cochrane Review: Donor human milk for preventing necrotising enterocolitis in very preterm or very low-birthweight infants (Cochrane, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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