Laktoferrin: Therapie bei Neugeborenensepsis und NEC
Hintergrund
Neugeborenensepsis und die nekrotisierende Enterokolitis (NEC) sind schwere Erkrankungen, die trotz adäquater antibiotischer Therapie mit einer hohen Mortalität und Morbidität einhergehen.
Es wurde die Hypothese aufgestellt, dass Laktoferrin als Zusatztherapie zu Antibiotika die Wirtsabwehr stärken und Entzündungsprozesse modulieren könnte. Dadurch erhoffte man sich eine Verbesserung der klinischen Ergebnisse bei betroffenen Neugeborenen.
Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract eines Cochrane-Reviews aus dem Jahr 2019, der die Sicherheit und Wirksamkeit von oralem Laktoferrin als adjuvante Therapie bei Verdacht auf oder bestätigter Sepsis beziehungsweise NEC untersuchte.
💡Praxis-Tipp
Laut dem Cochrane-Review wird der Einsatz von enteralem Laktoferrin als adjuvante Therapie zur Behandlung einer Sepsis oder nekrotisierenden Enterokolitis bei Neugeborenen nicht durch Evidenz gestützt. Es wird konstatiert, dass die alleinige, leitliniengerechte Antibiotikatherapie im Vordergrund steht und Laktoferrin keinen nachgewiesenen klinischen Nutzen in dieser Indikation bietet.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane-Review gibt es aktuell keine Evidenz, die den Einsatz von Laktoferrin zur Behandlung einer Sepsis bei Neugeborenen unterstützt. In der systematischen Suche konnten keine entsprechenden Studien gefunden werden.
Der Review konstatiert, dass es keine wissenschaftliche Grundlage gibt, um enterales Laktoferrin als Zusatztherapie bei einer nekrotisierenden Enterokolitis (NEC) zu verabreichen. Die Therapie stützt sich weiterhin primär auf Antibiotika und andere etablierte Maßnahmen.
Die Autoren des Reviews stufen die weitere Erforschung von Laktoferrin als Behandlungsansatz nicht als Priorität ein. Dies wird damit begründet, dass die Substanz bereits in der Prävention von Spätsepsis und NEC keine Wirksamkeit zeigen konnte.
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Quelle: Cochrane Review: Enteral lactoferrin for the treatment of sepsis and necrotizing enterocolitis in neonates (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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