Chronische Schmerzen: Therapie, Opioide, Psychotherapie
Hintergrund
Chronische Schmerzen sind definiert als Schmerzen, die länger als drei Monate anhalten oder über die normale Heilungszeit hinaus bestehen. Sie stellen eine erhebliche klinische und gesundheitspolitische Herausforderung dar und beeinträchtigen die Lebensqualität der Betroffenen massiv. Die Prävalenz steigt mit dem Alter und sozioökonomischer Benachteiligung an.
Die Behandlung erfordert einen biopsychosozialen Ansatz, der biologische, psychologische und soziale Faktoren berücksichtigt. Das primäre Ziel der Schmerztherapie ist die Verbesserung der Lebensqualität und Funktion, nicht zwingend die vollständige Schmerzfreiheit, da diese oft unrealistisch ist.
Die SIGN-Leitlinie 173 fokussiert sich auf die Behandlung von Erwachsenen mit chronischen, nicht-malignen Schmerzen im nicht-spezialisierten Bereich (z. B. Hausarztpraxis). Sie betont die Bedeutung von partizipativer Entscheidungsfindung, realistischer Zielsetzung und der Förderung des Selbstmanagements.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie weist darauf hin, dass das primäre Ziel der Schmerztherapie die Verbesserung von Funktion und Lebensqualität ist und nicht die vollständige Schmerzfreiheit. Es wird betont, dass der Begriff "Pacing" oft missverstanden wird und eine rein symptomorientierte Aktivitätsreduktion unbeabsichtigt zu einem funktionellen Abbau führen kann. Stattdessen wird ein wertebasierter Ansatz zur Aktivitätsregulation empfohlen, der die Teilhabe fördert.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie sollte ein Einsatz von Opioiden, falls indiziert, auf maximal drei Monate begrenzt werden. Eine längere Gabe wird aufgrund fehlender Evidenz für einen Langzeitnutzen und erheblicher Risiken nicht routinemäßig empfohlen.
Die Leitlinie stellt fest, dass es keine starke Evidenz für eine klinisch relevante Schmerzreduktion durch Cannabinoide gibt. Aufgrund der konsistenten Hinweise auf Nebenwirkungen wird der Einsatz außerhalb klinischer Studien nicht empfohlen.
Es wird ein Behandlungsversuch mit 60 mg Duloxetin empfohlen. Für andere Antidepressiva reicht die Evidenz laut Leitlinie nicht aus, um eine generelle Empfehlung auszusprechen.
Die Leitlinie rät dazu, die Mitverschreibung von Naloxon bei Personen zu erwägen, die Opioide einnehmen und zusätzliche Risikofaktoren für eine Überdosierung aufweisen. Dazu zählen beispielsweise hohe Opioiddosen oder Begleiterkrankungen.
Es wird empfohlen, kognitive Verhaltenstherapie (CBT) anzubieten, die auch telemedizinisch erfolgen kann. Alternativ können je nach Präferenz Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) oder achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (MBSR) erwogen werden.
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Quelle: SIGN 173: Management of chronic pain (SIGN, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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