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WHO2023

Chronischer Kreuzschmerz: WHO-Leitlinie (2023)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf WHO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Strukturierte Bewegungstherapien, manuelle Therapien und kognitive Verhaltenstherapie (CBT) werden bedingt empfohlen.
  • NSAR sind die einzige systemische medikamentöse Therapie mit einer bedingten Empfehlung.
  • Opioide, Antidepressiva, Muskelrelaxanzien und Glukokortikoide sollen nicht routinemäßig eingesetzt werden.
  • Passive physikalische Therapien wie TENS, Ultraschall und Traktion werden nicht empfohlen.
  • Ein multikomponenter biopsychosozialer Ansatz wird für die Versorgung empfohlen.
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Hintergrund

Chronischer primärer Kreuzschmerz (CPLBP) ist definiert als Schmerz im unteren Rücken, der länger als drei Monate anhält oder rezidiviert und nicht zuverlässig auf eine zugrunde liegende Erkrankung (z. B. Entzündung, Malignom) oder strukturelle Läsion zurückzuführen ist. Die WHO-Leitlinie (2023) fokussiert sich auf die nicht-operative Behandlung von Erwachsenen (inklusive älterer Menschen ab 60 Jahren) im primärärztlichen und ambulanten Bereich.

Medikamentöse Therapie

Die Leitlinie zeigt eine deutliche Zurückhaltung bei systemischen Pharmakotherapien. Lediglich Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) werden positiv bewertet.

WirkstoffklasseEmpfehlungEvidenzgrad
NSARBedingte Empfehlung dafürModerat
Opioid-AnalgetikaBedingte Empfehlung dagegenModerat
SNRI-AntidepressivaBedingte Empfehlung dagegenNiedrig
Trizyklische AntidepressivaBedingte Empfehlung dagegenSehr niedrig
AntikonvulsivaBedingte Empfehlung dagegenSehr niedrig
MuskelrelaxanzienBedingte Empfehlung dagegenSehr niedrig
GlukokortikoideBedingte Empfehlung dagegenSehr niedrig
Topischer CayennepfefferBedingte Empfehlung dafürNiedrig
Lokalanästhetika (Injektion)Bedingte Empfehlung dagegenSehr niedrig
  • Paracetamol, Benzodiazepine & medizinisches Cannabis: Für diese Wirkstoffe gibt es keine Empfehlung mangels Evidenz. Die WHO warnt jedoch explizit vor potenziellen Schäden (z. B. kardiovaskuläre/gastrointestinale Risiken bei Paracetamol, Abhängigkeit und Sturzgefahr bei Benzodiazepinen) bei gleichzeitig fehlendem Wirknachweis für CPLBP.

Physikalische und Manuelle Therapien

Aktive Therapien werden gegenüber rein passiven Modalitäten bevorzugt.

TherapieformEmpfehlung
Strukturierte BewegungstherapieBedingte Empfehlung dafür
Akupunktur / NeedlingBedingte Empfehlung dafür
Spinale manipulative TherapieBedingte Empfehlung dafür
MassageBedingte Empfehlung dafür
Mobilitätshilfen (Gehhilfen etc.)Gute klinische Praxis (dafür)
TENSBedingte Empfehlung dagegen
Therapeutischer UltraschallBedingte Empfehlung dagegen
TraktionBedingte Empfehlung dagegen
Lendenmieder / StützgürtelBedingte Empfehlung dagegen

Psychologische und Multikomponente Therapien

Ein biopsychosozialer Ansatz wird bei der Behandlung des chronischen Kreuzschmerzes ausdrücklich unterstützt.

  • Kognitive Verhaltenstherapie (CBT): Bedingte Empfehlung dafür
  • Operante Therapie: Bedingte Empfehlung dafür
  • Multikomponente biopsychosoziale Versorgung: Bedingte Empfehlung dafür (durch ein multidisziplinäres Team)
  • Pharmakologische Gewichtsreduktion: Bedingte Empfehlung dagegen

Aufklärung und Beratung

  • Strukturierte und standardisierte Aufklärung/Beratung: Bedingte Empfehlung dafür. Ziel ist es, das Verständnis für den Schmerz zu verbessern und das Selbstmanagement der Patienten zu fördern.

💡Praxis-Tipp

Verzichten Sie bei chronischem Kreuzschmerz auf die routinemäßige Verschreibung von Opioiden, Paracetamol oder Muskelrelaxanzien. Fokussieren Sie sich stattdessen auf Bewegungstherapie, NSAR und biopsychosoziale Ansätze.

Häufig gestellte Fragen

Schmerz im unteren Rücken, der länger als 3 Monate anhält und nicht auf eine spezifische Erkrankung oder strukturelle Läsion zurückzuführen ist.
Lediglich NSAR und topischer Cayennepfeffer werden als medikamentöse Therapie bedingt empfohlen.
Nein, die WHO spricht eine bedingte Empfehlung gegen den routinemäßigen Einsatz von Opioid-Analgetika aus.
Die WHO gibt keine Empfehlung mangels Studien, warnt jedoch vor potenziellen Schäden und fehlender Überlegenheit gegenüber Placebo.
TENS, therapeutischer Ultraschall, Traktion sowie Lendenmieder und Stützgürtel sollen nicht routinemäßig eingesetzt werden.

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