Tumorschmerztherapie: Medikamente und Strahlentherapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: WHO (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die WHO-Leitlinie zur Behandlung von Tumorschmerzen fokussiert sich auf die medikamentöse und radiotherapeutische Schmerzkontrolle bei Erwachsenen und Jugendlichen. Das primäre Ziel ist es, den Schmerz auf ein Niveau zu senken, das eine akzeptable Lebensqualität ermöglicht.

Tumorschmerzen können in allen Stadien einer Krebserkrankung auftreten und erfordern eine umfassende klinische Evaluation. Eine frühzeitige Integration der Palliativversorgung in den Behandlungsplan wird empfohlen.

Die Leitlinie betont, dass die Schmerztherapie individuell angepasst werden muss. Dabei spielen neben der Pharmakotherapie auch psychosoziale und spirituelle Aspekte eine wichtige Rolle.

Empfehlungen

Die WHO-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Behandlung von Tumorschmerzen:

Einleitung der Schmerztherapie

Zur initialen Schmerzkontrolle wird der Einsatz von nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR), Paracetamol und Opioiden empfohlen (starke Empfehlung, niedrige Evidenzqualität). Diese können laut Leitlinie je nach Schmerzintensität einzeln oder in Kombination angewendet werden.

Bei mittelstarken bis starken Schmerzen wird davon abgeraten, milde Analgetika (Paracetamol, NSAR) als alleinige Therapie einzusetzen.

Erhaltungstherapie und Durchbruchschmerzen

Für die Erhaltungstherapie kann jedes Opioid in Betracht gezogen werden, um eine anhaltende Schmerzkontrolle zu erreichen (starke Empfehlung, niedrige Evidenzqualität).

Die Leitlinie empfiehlt für die Erhaltungstherapie primär oral verabreichtes Morphin:

  • Regelmäßig dosiertes Morphin mit sofortiger Wirkstofffreisetzung (Immediate-Release)

  • Alternativ regelmäßig dosiertes Morphin mit verzögerter Wirkstofffreisetzung (Slow-Release)

  • Für Durchbruchschmerzen muss zwingend unretardiertes Morphin als Bedarfsmedikation (Rescue-Medikation) verfügbar sein (starke Empfehlung, moderate Evidenzqualität)

Wenn eine orale oder transdermale Gabe nicht möglich ist, wird die subkutane Injektion gegenüber der intramuskulären Applikation bevorzugt, da sie weniger schmerzhaft ist.

Adjuvante Therapien

Bei entsprechender Indikation wird der Einsatz von adjuvanten Steroiden zur Schmerzkontrolle empfohlen (starke Empfehlung, moderate Evidenzqualität). Die Therapiedauer sollte dabei so kurz wie möglich gehalten werden.

Knochenmetastasen

Zur Prävention und Behandlung von Schmerzen durch Knochenmetastasen empfiehlt die Leitlinie:

  • Den Einsatz von Bisphosphonaten (starke Empfehlung, moderate Evidenzqualität)

  • Eine Einzeldosis-Radiotherapie (Single-Fraction), sofern eine Strahlentherapie indiziert und verfügbar ist (starke Empfehlung, hohe Evidenzqualität)

Dosierung

Die Leitlinie nennt folgende typische Initialdosen für opioidnaive Erwachsene ohne Nieren- oder Lebererkrankungen:

WirkstoffTypische InitialdosisHinweise
Paracetamol500-1000 mg oral alle 6 StundenMaximaldosis 4 g/Tag
Ibuprofen400-800 mg oral alle 8 StundenMaximaldosis 2,4 g/Tag; Einnahme mit Nahrung
Morphin (unretardiert)5 mg oral alle 4 StundenAlternativ 2 mg IV/SC alle 4 Stunden
Fentanyl (transdermal)12-25 mcg/h Pflaster alle 72 StundenNicht bei schwerer Kachexie oder Fieber
Amitriptylin10-25 mg oral zur NachtAnticholinerge Nebenwirkungen beachten

Kontraindikationen

Die Leitlinie nennt spezifische Kontraindikationen und Warnhinweise für den Einsatz von starken Opioiden:

  • Akute Atemdepression und akutes Asthma bronchiale

  • Risiko für einen paralytischen Ileus

  • Erhöhter intrakranieller Druck oder Schädel-Hirn-Trauma (ohne kontrollierte Beatmung)

  • Gleichzeitige Anwendung von Monoaminoxidase-Hemmern (MAOI) oder deren Absetzen vor weniger als 14 Tagen

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein häufiger Fehler in der Praxis ist das abrupte Absetzen von Opioiden nach erfolgreicher kausaler Therapie (z.B. Radiotherapie). Laut Leitlinie wird bei bestehender physischer Abhängigkeit eine schrittweise Dosisreduktion (Ausschleichen) empfohlen, um Entzugssymptome zu vermeiden. Zudem wird betont, dass unretardiertes orales Morphin für Durchbruchschmerzen stets als Bedarfsmedikation verfügbar sein muss.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie können NSAR, Paracetamol und Opioide je nach Schmerzintensität einzeln oder in Kombination eingesetzt werden. Bei mittelstarken bis starken Schmerzen wird von einer Monotherapie mit milden Analgetika abgeraten.

Die Leitlinie empfiehlt zwingend den Einsatz von unretardiertem Morphin (Immediate-Release) als Bedarfsmedikation. Retardierte Präparate sind für die Akutbehandlung von Durchbruchschmerzen nicht geeignet.

Es wird primär die orale oder transdermale Verabreichung empfohlen. Ist dies nicht möglich, sollte laut Leitlinie die subkutane Gabe der intramuskulären Injektion vorgezogen werden.

Die Leitlinie empfiehlt den Einsatz von Bisphosphonaten zur Schmerzkontrolle. Zusätzlich wird bei entsprechender Indikation eine Einzeldosis-Radiotherapie (Single-Fraction) stark empfohlen.

Es wird empfohlen, Steroide nur bei klarer Indikation einzusetzen. Die Therapiedauer sollte dabei gemäß Leitlinie so kurz wie möglich gehalten werden.

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Quelle: WHO Guidelines for the Pharmacological and Radiotherapeutic Management of Cancer Pain (WHO, 2023). Originaldokument ansehen

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