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WHO2020

Chronische Schmerzen bei Kindern: Leitlinie (WHO)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf WHO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Chronischer Schmerz bei Kindern (Dauer > 3 Monate) erfordert zwingend einen biopsychosozialen, multimodalen Therapieansatz.
  • Physikalische Therapien und psychologische Verfahren (wie CBT oder ACT) werden als Behandlungsoptionen empfohlen.
  • Psychologische Therapien können sowohl Face-to-Face als auch remote (digital) durchgeführt werden.
  • Eine medikamentöse Therapie sollte individuell auf spezifische Indikationen zugeschnitten sein.
  • Morphin kann unter strengen Kriterien des Opioid Stewardship bei lebenslimitierenden Erkrankungen und am Lebensende eingesetzt werden.
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Hintergrund

Chronische Schmerzen bei Kindern und Jugendlichen (0 bis 19 Jahre) sind definiert als Schmerzen, die länger als drei Monate anhalten oder wiederkehren. Die WHO unterteilt diese in primäre chronische Schmerzen (unabhängig von identifizierten biologischen oder psychologischen Ursachen) und sekundäre chronische Schmerzen (mit klarer zugrundeliegender Ätiologie, z.B. Krebserkrankungen). Chronische Schmerzen beeinträchtigen die emotionale, psychologische, physische und soziale Entwicklung der betroffenen Kinder erheblich.

Best Practices im klinischen Management

Die Behandlung chronischer Schmerzen bei Kindern darf nicht rein biomedizinisch erfolgen. Folgende Prinzipien sind für das klinische Management essenziell:

  • Biopsychosoziales Modell: Schmerz muss als multidimensionales Erlebnis verstanden werden, das biologische, psychologische und soziale Faktoren umfasst.
  • Umfassendes Assessment: Nutzung alters-, kontext- und kulturgerechter Tools zur Erfassung der Schmerzintensität und der Lebensqualität.
  • Behandlung von Grunderkrankungen: Parallele und angemessene Therapie von Komorbiditäten.
  • Patienten- und familienzentrierte Versorgung: Einbindung der Familie in die gemeinsame Entscheidungsfindung (Shared Decision-Making) und klare, altersgerechte Kommunikation.
  • Multimodaler Ansatz: Interdisziplinäre Kombination verschiedener Therapieformen, angepasst an die Ressourcen und Bedürfnisse des Kindes.

Therapieempfehlungen

Die WHO spricht basierend auf der aktuellen Evidenzlage folgende Empfehlungen für das Management chronischer Schmerzen aus:

TherapieformSpezifikationEmpfehlungsgrad
Physikalische TherapieAllein oder in Kombination mit anderen TherapienBedingte Empfehlung (sehr niedrige Evidenz)
Psychologische TherapieKognitive Verhaltenstherapie (CBT), ACT, Verhaltenstherapie, EntspannungstherapieBedingte Empfehlung (moderate Evidenz)
Psychologisches SettingFace-to-Face, remote oder als kombinierter AnsatzBedingte Empfehlung (moderate Evidenz)
Medikamentöse TherapieIndividuell angepasst an spezifische Indikationen und BedingungenBedingte Empfehlung (niedrige Evidenz)

Einsatz von Morphin und Opioid Stewardship

Der Einsatz von starken Opioiden wie Morphin ist bei Kindern mit chronischen Schmerzen streng reglementiert und erfordert ein umfassendes Opioid Stewardship.

Indikation für MorphinVoraussetzungEmpfehlungsgrad
End-of-Life CareAnwendung unter den Prinzipien des Opioid StewardshipBedingte Empfehlung (sehr niedrige Evidenz)
Lebenslimitierende ErkrankungenGabe durch geschultes Personal unter Opioid StewardshipBedingte Empfehlung (sehr niedrige Evidenz)

Essenzielle Prinzipien des Opioid Stewardship bei Kindern:

  • Einsatz nur für angemessene Indikationen durch geschultes Personal nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung.
  • Kontinuierliches Monitoring und Evaluation von Schmerzlinderung und Nebenwirkungen.
  • Klarer Plan für die Fortführung, das Ausschleichen (Tapering) oder Absetzen der Opioide, der mit der Familie kommuniziert wird.
  • Sichere Beschaffung, Lagerung und Entsorgung ungenutzter Opioide.

💡Praxis-Tipp

Behandeln Sie chronische Schmerzen bei Kindern niemals rein biomedizinisch. Nutzen Sie stets ein biopsychosoziales Assessment und klären Sie Familien transparent über Behandlungspläne und das geplante Ausschleichen von Medikamenten auf.

Häufig gestellte Fragen

Schmerzen werden als chronisch bezeichnet, wenn sie länger als drei Monate anhalten oder wiederkehren.
Empfohlen werden kognitive Verhaltenstherapie (CBT), Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT), Verhaltenstherapie und Entspannungsverfahren.
Ja, die WHO empfiehlt psychologische Therapien sowohl als Face-to-Face-Behandlung als auch remote oder als kombinierten Ansatz.
Morphin kann bei lebenslimitierenden Erkrankungen und in der End-of-Life-Care unter strenger Einhaltung der Prinzipien des Opioid Stewardship eingesetzt werden.

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