WHO2020

Chronische Schmerzen bei Kindern: Multimodale Therapie

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: WHO (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Chronische Schmerzen bei Kindern stellen ein weltweites Gesundheitsproblem dar und beeinträchtigen die emotionale, physische und soziale Entwicklung erheblich. Die WHO definiert chronischen Schmerz als Schmerz, der länger als drei Monate anhält oder wiederkehrt. Er kann primär auftreten oder sekundär als Folge einer zugrundeliegenden Erkrankung.

Die Leitlinie betont, dass Schmerz bei Kindern nicht rein biomedizinisch betrachtet werden darf. Stattdessen wird ein biopsychosoziales Modell zugrunde gelegt, welches biologische, psychologische und soziale Faktoren als interagierende Elemente des Schmerzerlebens begreift.

Aufgrund der Komplexität chronischer Schmerzen im Kindesalter erfordert die Behandlung einen multimodalen und interdisziplinären Ansatz. Die Therapie muss individuell an das Alter, den Entwicklungsstand und das soziale Umfeld des Kindes sowie an die familiären Ressourcen angepasst werden.

Empfehlungen

Die WHO-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen und Best-Practice-Ansätze:

Diagnostik und Behandlungsansatz

Es wird ein umfassendes biopsychosoziales Assessment zur Planung der Schmerztherapie empfohlen. Dabei sollen alters- und kulturspezifische Instrumente zur Erfassung der Schmerzintensität und Lebensqualität eingesetzt werden.

Zudem wird betont, dass zugrundeliegende Erkrankungen sowie Begleiterkrankungen parallel zur Schmerztherapie evaluiert und behandelt werden müssen.

Physikalische und Psychologische Therapien

Laut Leitlinie können physikalische Therapien allein oder in Kombination mit anderen Behandlungen eingesetzt werden (bedingte Empfehlung).

Für die psychologische Behandlung formuliert die Leitlinie folgende Empfehlungen:

  • Kognitive Verhaltenstherapie (CBT) und verwandte Interventionen (Akzeptanz- und Commitment-Therapie, Verhaltenstherapie, Entspannungsverfahren) können angewendet werden (bedingte Empfehlung).

  • Die psychologische Therapie kann persönlich (Face-to-Face), remote oder als kombinierter Ansatz erfolgen.

Pharmakologische Therapie

Die Leitlinie empfiehlt, dass eine angemessene, auf spezifische Indikationen zugeschnittene pharmakologische Behandlung eingesetzt werden kann (bedingte Empfehlung).

Opioid-Therapie und Palliativversorgung

Für den Einsatz von Morphin gelten laut Leitlinie strenge Vorgaben im Rahmen des sogenannten Opioid Stewardship:

  • Morphin kann bei der Betreuung am Lebensende (End-of-Life-Care) eingesetzt werden (bedingte Empfehlung).

  • Bei Kindern mit lebenslimitierenden Erkrankungen kann Morphin durch entsprechend geschultes Personal verabreicht werden.

  • Der Einsatz von Opioiden erfordert eine kontinuierliche Überwachung, einen klaren Plan zum Ausschleichen (Tapering) sowie die sichere Lagerung und Entsorgung.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt davor, chronische Schmerzen bei Kindern als rein biomedizinisches Problem zu behandeln. Es wird nachdrücklich darauf hingewiesen, dass Opioide niemals als alleinige Therapie, sondern immer eingebettet in ein biopsychosoziales Gesamtkonzept und unter strengen Überwachungskriterien verordnet werden dürfen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird chronischer Schmerz als Schmerz definiert, der länger als drei Monate anhält oder wiederkehrt. Er kann als primärer Schmerz oder sekundär infolge einer anderen Erkrankung auftreten.

Die WHO-Leitlinie empfiehlt den Einsatz von kognitiver Verhaltenstherapie (CBT), Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT), Verhaltenstherapie sowie Entspannungsverfahren. Diese können sowohl persönlich als auch digital (remote) durchgeführt werden.

Gemäß der Leitlinie kann Morphin bei Kindern im Rahmen der Palliativversorgung am Lebensende oder bei lebenslimitierenden Erkrankungen eingesetzt werden. Dies muss jedoch durch geschultes Personal und unter strenger Einhaltung von Überwachungs- und Sicherheitsrichtlinien erfolgen.

Die Leitlinie beschreibt damit den verantwortungsvollen Umgang mit Opioiden. Dazu gehören eine strenge Indikationsstellung, kontinuierliches Monitoring, ein klarer Plan zum Absetzen der Medikamente sowie die sichere Lagerung und Entsorgung.

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Quelle: Guidelines on the management of chronic pain in children (WHO, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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