Chronische Obstipation: Diagnostik und Stufentherapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die chronische Obstipation ist laut AWMF-Leitlinie durch spezifische Kriterien definiert, die seit mindestens drei Monaten bestehen, wobei der Symptombeginn wenigstens sechs Monate zurückliegen sollte. Zu den Leitsymptomen zählen unter anderem harter Stuhl, starkes Pressen, das Gefühl der unvollständigen Entleerung sowie weniger als drei spontane Stuhlentleerungen pro Woche.

In Europa liegt die mittlere Prävalenz in der Allgemeinbevölkerung bei etwa 15 Prozent. Frauen und ältere Menschen sind der Leitlinie zufolge deutlich häufiger betroffen. Die Erkrankung geht mit einer signifikanten Einschränkung der Lebensqualität einher und verursacht relevante direkte sowie indirekte Kosten im Gesundheitssystem.

Als Ursachen kommen neben primären Motilitäts- oder Entleerungsstörungen auch sekundäre Faktoren in Betracht. Die Leitlinie nennt hierbei insbesondere Medikamente wie Opioide oder Anticholinergika sowie neurologische und endokrine Erkrankungen. Strukturelle intestinale Passagestörungen müssen differenzialdiagnostisch abgegrenzt werden.

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💡Praxis-Tipp

Ein wesentlicher Hinweis der Leitlinie für den klinischen Alltag ist, dass eine zeitliche Begrenzung der Einnahme von Erstlinien-Laxanzien wie Macrogol, Bisacodyl oder Natriumpicosulfat unbegründet ist. Entgegen häufiger Befürchtungen tritt eine Gewöhnung an diese Abführmittel selbst bei jahrzehntelangem Gebrauch nur sehr selten auf. Es wird daher betont, dass diese Medikamente auch in der Langzeittherapie sicher und effektiv eingesetzt werden können.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie können Macrogol, Bisacodyl und Natriumpicosulfat sicher in der Schwangerschaft eingesetzt werden. Auch gegen die Anwendung von Anthrachinonen oder Lactulose bestehen keine Bedenken.

Die Leitlinie empfiehlt ein Biofeedbacktraining spezifisch für Personen, deren Obstipation durch eine Beckenbodendyssynergie (Stuhlentleerungsstörung) verursacht wird. Bei einer reinen Slow-Transit-Obstipation ohne Entleerungsstörung wird dieses Verfahren nicht empfohlen.

Es wird ein stufenweises Vorgehen empfohlen, beginnend mit klassischen osmotischen oder stimulierenden Laxanzien. Bei unzureichender Wirkung rät die Leitlinie zum Einsatz von peripher wirksamen Opioidantagonisten (PAMORAs) wie Naloxegol oder Naldemedin.

Es wird empfohlen, auf eine normale tägliche Trinkmenge von 1,5 bis 2 Litern zu achten. Eine darüber hinausgehende, exzessive Flüssigkeitszufuhr hat laut Leitlinie keinen zusätzlichen therapeutischen Effekt auf die Obstipation.

Der Einsatz von Probiotika, Präbiotika oder Synbiotika kann laut Leitlinie bei funktioneller chronischer Obstipation probatorisch für 4 bis 6 Wochen versucht werden. Bei fehlendem Ansprechen sollten diese jedoch wieder abgesetzt werden, da die Studienlage heterogen ist.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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