Chronische Obstipation: DGVS S2k-Leitlinien-Update

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: DGVS (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die chronische Obstipation ist eine sehr häufige gastrointestinale Erkrankung. In Deutschland liegt die Prävalenz bei bis zu 15 Prozent, was zu einer deutlich eingeschränkten Lebensqualität bei den Betroffenen führt.

Trotz der hohen Relevanz im klinischen Alltag zeigt sich in der Praxis oft eine unzureichende medizinische Versorgung. Etwas mehr als ein Prozent aller Arztbesuche sind auf Obstipationsbeschwerden zurückzuführen.

Um die Behandlungsqualität zu verbessern, wurde die S2k-Leitlinie "Chronische Obstipation des Erwachsenen" der DGVS aktualisiert. Diese Zusammenfassung basiert auf dem Editorial zum Leitlinien-Update.

Empfehlungen

Die S2k-Leitlinie der DGVS behält das Grundprinzip eines mehrstufigen Therapiealgorithmus bei. Es wird eine frühe Auftrennung der Erkrankung in zwei Hauptgruppen empfohlen.

Einteilung und Therapiealgorithmus

Laut Leitlinie erfolgt die Einteilung in folgende Hauptgruppen:

Obstipations-TypCharakteristikNeue Therapieempfehlung laut Update
EntleerungsstörungObstruktives Defäkations-Syndrom (ODS)Neue Therapiestufe mit Laxanzien vor Spezialtherapien (Biofeedback, OP)
Transit-/Sekretions-StörungVorherrschende TransitstörungTausch der Indikationsstufen von PAMORA und Linaclotid
Opioid-induziert (OIC)Opioid-induzierte ObstipationEigenes, neu erstelltes Stufenschema

Spezifische Therapieansätze

Die Leitlinie widmet sich verschiedenen medikamentösen und nicht-medikamentösen Ansätzen. Es werden folgende Bereiche detailliert behandelt:

  • Ernährung: Ballaststofftherapie wird als Basis der Obstipationstherapie hervorgehoben.

  • Bewährte Medikamente: Serotoninerge Prokinetika (Prucaloprid), Sekretagoga (Linaclotid) und PAMORA (peripher wirksame µ-Opioid-Rezeptor-Antagonisten) werden in eigenen Kapiteln behandelt.

  • Erweiterte Verfahren: Die Kapitel zu Probiotika, komplementären Verfahren, Biofeedback und operativer Therapie wurden inhaltlich deutlich erweitert.

Besondere Patientengruppen

Das Update der Leitlinie beinhaltet zudem neue Empfehlungen für spezifische Lebenslagen. Dazu gehören eigene Kapitel für die Behandlung der chronischen Obstipation in der Schwangerschaft sowie in der Geriatrie.

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💡Praxis-Tipp

Bei Patienten mit einem obstruktiven Defäkations-Syndrom (ODS) wird vor der Überweisung an spezialisierte Zentren für Biofeedback oder Operationen nun eine vorgeschaltete Therapiestufe mit Laxanzien empfohlen. Diese kann direkt durch den Hausarzt oder Gastroenterologen durchgeführt werden. Zudem wird betont, dass die Opioid-induzierte Obstipation (OIC) ein eigenes Stufenschema erfordert.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt eine frühe Auftrennung in zwei Hauptformen. Dies sind die Obstipation mit im Vordergrund stehender Entleerungsstörung (obstruktives Defäkations-Syndrom) und die Obstipation mit vorherrschender Transit- oder Sekretionsstörung.

Laut Leitlinie bildet die Ernährung inklusive der Ballaststofftherapie die Basis der Obstipationstherapie. Diesem Thema wurde im aktuellen Update ein eigenes Kapitel gewidmet.

Der Opioid-induzierten Obstipation wird aufgrund ihrer Bedeutung in der täglichen Versorgung ein komplett neues Kapitel gewidmet. Die Leitlinie stellt hierfür ein eigenes Stufenschema zur Verfügung, in dem unter anderem PAMORA eine wichtige Rolle spielen.

Medikamente wie Prucaloprid (serotoninerge Prokinetika), Linaclotid (Sekretagoga) und orale Opiatantagonisten haben sich laut Leitlinie mittlerweile bewährt. Ihnen wurden im Update eigene Kapitel gewidmet.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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