Chronische Koronarverschlüsse (CTO): PCI-Rekanalisation
Hintergrund
Chronische Koronarverschlüsse (CTO) werden als Verschlüsse der großen epikardialen Koronargefäße ohne antegraden Fluss (TIMI-Grad 0) definiert. Die Verschlussdauer muss dabei mehr als 3 Monate betragen.
In der Regel bilden sich bei einer CTO feine Kollateralgefäße aus. Diese können unter Ruhebedingungen die Sauerstoffversorgung aufrechterhalten und Myokardnekrosen verhindern, reichen jedoch unter Belastung meist nicht aus, um eine Ischämie zu vermeiden.
Die perkutane Koronarintervention von CTOs (CTO-PCI) hat sich zu einer eigenen Subspezialität der interventionellen Kardiologie entwickelt. Durch neue Techniken, spezialisierte Materialien und intravaskuläre Bildgebung können heutzutage Erfolgsraten von über 85 % erreicht werden.
💡Praxis-Tipp
Das Positionspapier warnt ausdrücklich davor, bei der antegraden Drahtpassage eine Kontrastmittelgabe über den Führungskatheter durchzuführen, wenn sich der Draht im Verschlusssegment befindet. Dies kann zu einer massiven subintimalen Hämatombildung führen. Es wird empfohlen, die korrekte Drahtposition ausschließlich über die kontralaterale Kontrastmittelgabe zu überprüfen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Positionspapier wird eine CTO als Verschluss eines epikardialen Koronargefäßes ohne antegraden Fluss (TIMI-Grad 0) definiert. Die Verschlussdauer muss dabei anamnestisch oder angiographisch belegt mehr als 3 Monate betragen.
Es wird der Nachweis von vitalem Myokardgewebe gefordert, primär durch Echokardiographie. Bei ausgeprägter Akinesie empfiehlt das Dokument ergänzend ein Kardio-MRT, um sicherzustellen, dass der transmurale Narbenanteil unter 50 % liegt.
Das Konsensusdokument verweist auf europäische Empfehlungen, wonach ein selbstständiger CTO-Operateur mindestens 50 eigenständig durchgeführte CTO-PCIs pro Jahr vorweisen sollte. Komplexe Techniken wie das retrograde Vorgehen sollten speziellen Zentren vorbehalten bleiben.
Die Leitlinie rät zu einem Prozedurabbruch, wenn kein unmittelbarer Erfolg abzusehen ist und bestimmte Grenzwerte erreicht werden. Dazu zählen eine Prozedurdauer von über 3 Stunden, eine Strahlendosis von > 5 Gy oder eine Kontrastmittelmenge von > 4x eGFR.
Randomisierte Studien belegen laut Positionspapier vor allem eine symptomatische Verbesserung und eine Steigerung der Lebensqualität. Ein eindeutiger Überlebensvorteil konnte in randomisierten Studien bisher nicht abschließend bewiesen werden, wird aber durch große Registerdaten nahegelegt.
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Quelle: Behandlung von chronischen Koronarverschlüssen (CTO) Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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