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Frakturprophylaxe durch Training: S3-Leitlinie (AWMF/DVO)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf AWMF Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Körperliches Training reduziert niedrig-traumatische Frakturen signifikant (RR: 0,67).
  • Postmenopausale Frauen und Männer ab 45 Jahren mit erhöhtem Risiko sollen ein Frakturprophylaxe-Training durchführen (Empfehlungsgrad A).
  • Supervidierte Trainingsprogramme sind nicht-supervidierten Programmen signifikant überlegen (Empfehlungsgrad A).
  • Die Trainingsziele (Knochenfestigkeit vs. Sturzprophylaxe) müssen an das individuelle Risikoprofil angepasst werden.
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Hintergrund

Osteoporose und niedrig-traumatische Frakturen stellen ein zentrales Problem im Gesundheitswesen dar. Körperliches Training gilt als kostengünstige und eigenverantwortlich durchführbare Maßnahme zur Frakturprophylaxe. Die S3-Leitlinie des Dachverbands Osteologie (DVO) liefert evidenzbasierte Empfehlungen für postmenopausale Frauen und Männer ab 45 Jahren.

Evidenz zur Frakturreduktion

Körperliches Training zeigt statistisch signifikante und klinisch relevante Effekte auf die Frakturinzidenz.

  • Niedrig-traumatische Frakturen: Risikoreduktion (RR) von 0,67
  • Osteoporotische Hauptfrakturen: Risikoreduktion (RR) von 0,69

Eine Subgruppenanalyse belegt zudem die Überlegenheit von supervidierten Trainingsprogrammen. Überwiegend supervidierte Programme zeigen signifikant bessere Frakturreduktionsdaten als nicht-supervidierte Heimprogramme.

Zentrale Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert klare Handlungsempfehlungen für die Praxis:

  • Empfehlung 1: Postmenopausale Frauen und Männer ab 45 Jahren mit erhöhter Frakturgefährdung sollen ein geeignetes körperliches Training zur Frakturprophylaxe durchführen (Empfehlungsgrad A, Evidenzgrad 1a).
  • Empfehlung 2: Das Trainingsprogramm zur Frakturprophylaxe soll nach Möglichkeit durch eine Bewegungsfachkraft supervidiert durchgeführt werden (Empfehlungsgrad A, Evidenzgrad 1a).

Risikogruppen und Trainingsziele

Die Frakturprophylaxe erfordert eine zielgruppenspezifische Steuerung. Je nach Osteoporosestatus und Sturzrisiko ergeben sich unterschiedliche Trainingsziele:

RisikogruppeKlinisches ProfilPrimäre Trainingsziele
Gruppe 1Erhöhter Knochenumbau, max. mäßige Osteopenie, kein SturzrisikoErhalt/Erhöhung der Knochenfestigkeit
Gruppe 2Osteoporose ohne Fraktur, kein SturzrisikoErhalt/Erhöhung der Knochenfestigkeit
Gruppe 3Osteoporose ohne Fraktur, wesentliche SturzrisikofaktorenErhalt/Erhöhung der Knochenfestigkeit, Reduktion der Sturzhäufigkeit, Verbesserung des Sturzablaufes
Gruppe 4Osteoporose-assoziierte Frakturen, multiple SturzrisikofaktorenReduktion der Sturzhäufigkeit, Verbesserung des Sturzablaufes, Erhalt/Erhöhung der Knochenfestigkeit
Gruppe 5Multiple Frakturen, hohes Sturzrisiko, sehr geringe BelastbarkeitReduktion der Sturzhäufigkeit, Verbesserung des Sturzablaufes

Diagnostik der Knochenfestigkeit

Die Knochendichte (KMD) ist die wesentlichste Surrogatgröße der Knochenfestigkeit. Sie wird üblicherweise mittels Dual Energy X-Ray Absorptiometry (DXA) an der Lendenwirbelsäule (LWS) und der proximalen Femurregion gemessen. Die KMD erklärt bis zu 94 % der Varianz der Knochenfestigkeit. Es ist jedoch zu beachten, dass auch bei ausbleibender KMD-Veränderung durch Training eine verbesserte Bruchfestigkeit (z. B. durch verbesserte Mikroarchitektur) vorliegen kann.

💡Praxis-Tipp

Empfehlen Sie primär supervidierte Trainingsprogramme (z.B. Rehabilitationssport), da diese eine signifikant höhere Frakturreduktion zeigen als unbegleitetes Heimtraining.

Häufig gestellte Fragen

Für postmenopausale Frauen und Männer ab 45 Jahren mit erhöhter Frakturgefährdung (Empfehlungsgrad A).
Je nach Risikoprofil der Erhalt/die Erhöhung der Knochenfestigkeit, die Reduktion der Sturzhäufigkeit und die Verbesserung des Sturzablaufes.
Es wird stark empfohlen (Empfehlungsgrad A), da supervidierte Programme signifikant höhere Frakturreduktionsraten aufweisen als unbegleitete.
Primär über die Messung der Knochendichte (KMD) mittels DXA an Lendenwirbelsäule und proximalem Femur.

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