Apalutamid bei nmCRPC: Indikation und Therapienutzen
Hintergrund
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) mit der Nutzenbewertung des Wirkstoffs Apalutamid beauftragt. Die Bewertung bezieht sich auf erwachsene Männer mit nicht metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (nmCRPC), die ein hohes Risiko für die Entwicklung von Metastasen aufweisen.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde ein abwartendes Vorgehen unter Beibehaltung der bestehenden konventionellen Androgendeprivationstherapie (ADT) festgelegt. Die Datengrundlage der Bewertung bildet die randomisierte, doppelblinde Phase-III-Studie SPARTAN, in der Apalutamid in Kombination mit ADT gegen Placebo plus ADT untersucht wird.
Die eingeschlossenen Patienten der Studie wiesen eine Prostata-spezifisches-Antigen(PSA)-Verdopplungszeit von unter 10 Monaten auf. Sie mussten sich entweder einer operativen Kastration unterzogen haben oder die medikamentöse ADT mittels GnRH-Analoga beibehalten.
Empfehlungen
Der IQWiG-Bericht formuliert folgende Ergebnisse zum Zusatznutzen:
Gesamtaussage zum Zusatznutzen
Laut IQWiG ergibt sich für Patienten mit nmCRPC und hohem Metastasierungsrisiko ein Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen von Apalutamid gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie.
Morbidität und Überleben
Die Bewertung zeigt folgende Ergebnisse in den Wirksamkeitsendpunkten:
-
Für das Gesamtüberleben lässt sich kein statistisch signifikanter Unterschied feststellen, weshalb ein Zusatznutzen hierfür nicht belegt ist.
-
Bei der symptomatischen Progression zeigt sich ein statistisch signifikanter Vorteil für Apalutamid, was als Hinweis auf einen Zusatznutzen gewertet wird (Ausmaß nicht quantifizierbar).
-
Für den Gesundheitszustand und die gesundheitsbezogene Lebensqualität ergeben sich keine Anhaltspunkte für einen Zusatznutzen.
Nebenwirkungen
Der Bericht beschreibt sowohl positive als auch negative Effekte im Bereich der unerwünschten Ereignisse:
-
Es zeigt sich ein Anhaltspunkt für einen geringeren Schaden bei Erkrankungen der Nieren und Harnwege.
-
Demgegenüber stehen Hinweise und Anhaltspunkte für einen höheren Schaden, unter anderem bei Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes, Hypothyreose sowie Verletzungen und Stürzen.
-
Bei den schweren unerwünschten Ereignissen insgesamt sowie den Therapieabbrüchen wegen unerwünschter Ereignisse gibt es keinen signifikanten Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.
Dosierung
Laut den im Bericht zitierten Fachinformationen gelten folgende Dosierungsempfehlungen:
| Medikament | Dosis | Indikation |
|---|---|---|
| Apalutamid | 240 mg (4 x 60 mg) 1x täglich | nmCRPC mit hohem Metastasierungsrisiko |
Die Einnahme kann mit oder ohne Nahrung erfolgen. Bei Patienten, die nicht chirurgisch kastriert sind, wird die Fortführung einer medikamentösen Kastration mit einem GnRH-Analogon empfohlen.
Kontraindikationen
Der Bericht zitiert folgende Warnhinweise und Kontraindikationen aus der Fachinformation:
-
Krampfanfälle: Apalutamid wird bei Patienten mit Krampfanfällen in der Anamnese oder einer entsprechenden Prädisposition (z. B. Hirnverletzung, Schlaganfall, Hirntumoren) nicht empfohlen. Bei Auftreten eines Krampfanfalls sollte die Therapie dauerhaft abgebrochen werden.
-
Leberfunktionsstörung: Bei schwerer Leberfunktionsstörung wird die Anwendung nicht empfohlen.
-
Sturz- und Frakturrisiko: Es wird empfohlen, Patienten diesbezüglich zu evaluieren und zu überwachen. Eine osteoprotektive Therapie kann erwogen werden.
-
Interaktionen: Apalutamid ist ein potenter Enzyminduktor. Die gleichzeitige Anwendung mit Warfarin und Cumarin-ähnlichen Antikoagulanzien sollte vermieden werden. Vorsicht ist bei Medikamenten geboten, die das QT-Intervall verlängern.
💡Praxis-Tipp
Der IQWiG-Bericht hebt hervor, dass unter der Therapie mit Apalutamid ein erhöhtes Risiko für Stürze, Frakturen und Krampfanfälle besteht. Es wird empfohlen, Patienten vor Therapiebeginn auf entsprechende Risikofaktoren zu evaluieren und während der Behandlung engmaschig zu überwachen. Bei Auftreten eines Krampfanfalls ist die Therapie laut Fachinformation dauerhaft abzubrechen.
Häufig gestellte Fragen
Das IQWiG sieht einen Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen für Apalutamid bei Patienten mit nicht metastasiertem, kastrationsresistentem Prostatakarzinom und hohem Metastasierungsrisiko. Dieser basiert vor allem auf einer signifikanten Verzögerung der symptomatischen Progression.
Ja, laut Bericht wird Apalutamid zusätzlich zu einer bestehenden Androgendeprivationstherapie (ADT) verabreicht. Patienten, die nicht chirurgisch kastriert sind, führen die medikamentöse Kastration mit einem GnRH-Analogon fort.
Die Auswertung der SPARTAN-Studie zeigt unter Apalutamid ein erhöhtes Risiko für Hauterkrankungen (wie Ausschlag), Hypothyreose, Arthralgie sowie Stürze und Frakturen. Bei der Gesamtrate der schweren unerwünschten Ereignisse zeigte sich jedoch kein signifikanter Unterschied zur Kontrollgruppe.
Bei leichter bis mäßiger Nierenfunktionsstörung ist laut den im Bericht zitierten Herstellerangaben keine Dosisanpassung erforderlich. Da für Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung keine Daten vorliegen, wird hier zur Vorsicht geraten.
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Quelle: IQWiG A19-09: Apalutamid (Prostatakarzinom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2019). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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