Wirbelkörperfrakturen nach Denosumab-Absetzen: AkdÄ
Hintergrund
Die Bekanntgabe der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) thematisiert schwerwiegende Komplikationen nach der Beendigung einer Osteoporosetherapie mit Denosumab. Denosumab ist ein monoklonaler Antikörper, der durch die Bindung an RANKL die Osteoklastenaktivität hemmt und so den Knochenabbau vermindert.
Nach dem Absetzen des Medikaments kommt es häufig zu einem raschen Knochendichteverlust. Dabei fällt die Knochendichte nicht nur auf prätherapeutische Werte zurück, sondern es wird ein Rebound-Effekt mit überschießendem Knochenabbau diskutiert.
In der Folge wurden multiple, teils schwere Wirbelkörperfrakturen (Sinterungsfrakturen) beobachtet. Diese treten typischerweise in einem Zeitraum von 8 bis 16 Monaten nach der letzten Injektion auf.
Empfehlungen
Die AkdÄ formuliert folgende Kernempfehlungen zum Umgang mit Denosumab:
Aufklärung vor Therapiebeginn
Bereits bei der Entscheidung für eine Behandlung mit Denosumab wird empfohlen, die unklare Situation hinsichtlich des Vorgehens bei einem späteren Absetzen zu berücksichtigen. Die betroffenen Personen sollen laut Bekanntgabe entsprechend über dieses Risiko aufgeklärt werden.
Vorgehen nach Absetzen
Wird die Therapie mit Denosumab beendet, empfiehlt das Dokument ein strukturiertes Vorgehen:
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Die Knochendichte sollte im weiteren Verlauf regelmäßig überprüft werden.
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Es wird empfohlen, eine antiresorptive Anschlusstherapie mit Bisphosphonaten in Betracht zu ziehen.
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Als Mittel der Wahl für die antiresorptive Therapie bei Osteoporose werden orale Bisphosphonate (z. B. Alendronsäure) genannt.
Reevaluation der Therapiedauer
Unter Verweis auf ein Positionspapier der European Calcified Tissue Society (ECTS) wird eine Reevaluation nach fünf Behandlungsjahren empfohlen:
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Bei hohem Frakturrisiko sollte die Therapie fortgeführt oder auf eine alternative Behandlung umgestellt werden.
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Bei niedrigem Frakturrisiko kann eine Beendigung erwogen werden, wobei auch hier eine anschließende Bisphosphonat-Behandlung in Betracht gezogen werden sollte.
Dosierung
Die Bekanntgabe nennt folgende zugelassene Dosierungen und Indikationen für Denosumab:
| Präparat | Dosierung | Indikation |
|---|---|---|
| Prolia | 60 mg s.c. alle 6 Monate | Osteoporose bei postmenopausalen Frauen; Knochenschwund bei Männern mit Prostatakarzinom unter Hormonablation |
| Xgeva | 120 mg s.c. alle 4 Wochen | Prävention skelettbezogener Komplikationen bei Erwachsenen mit Knochenmetastasen solider Tumoren |
💡Praxis-Tipp
Ein zentraler Warnhinweis der Bekanntgabe ist das hohe Risiko für multiple Wirbelkörperfrakturen durch einen Rebound-Effekt nach dem Absetzen von Denosumab. Es wird dringend angeraten, das Medikament nicht ersatzlos abzusetzen, sondern eine antiresorptive Anschlusstherapie mit Bisphosphonaten zu evaluieren, da die Frakturen oft 8 bis 16 Monate nach der letzten Injektion auftreten.
Häufig gestellte Fragen
Laut der Auswertung von Fallberichten in der Bekanntgabe treten die Wirbelkörperfrakturen typischerweise im Zeitraum von 8 bis 16 Monaten nach der letzten Injektion auf.
Die AkdÄ empfiehlt, nach dem Absetzen eine Behandlung mit Bisphosphonaten in Betracht zu ziehen. Als Mittel der Wahl für die antiresorptive Therapie werden orale Bisphosphonate wie Alendronsäure genannt.
Nach Beendigung der Therapie kommt es zu einem schnellen Knochendichteverlust. Es wird vermutet, dass die Knochendichte dabei nicht nur auf den Ausgangswert zurückfällt, sondern es zu einer überschießenden Gegenreaktion mit vermehrtem Knochenabbau kommt.
Unter Berufung auf die ECTS wird empfohlen, die Behandlung nach fünf Jahren zu überprüfen. Bei anhaltend hohem Frakturrisiko wird eine Fortführung oder Umstellung empfohlen, bei niedrigem Risiko kann ein Absetzen mit anschließender Bisphosphonat-Gabe erwogen werden.
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Quelle: AkdÄ Bekanntgabe: Multiple Wirbelkörperfrakturen nach Absetzen von Denosumab (AkdÄ, 2017). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.