IQWiG2022Onkologie

Abemaciclib: Therapie bei HR+/HER2- Mammakarzinom

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat den Zusatznutzen von Abemaciclib in Kombination mit Fulvestrant bewertet. Die Bewertung bezieht sich auf Patientinnen mit hormonrezeptorpositivem (HR+), HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) unterscheidet für die Bewertung zwei Therapiesituationen bei postmenopausalen Frauen. Zum einen die initiale endokrine Therapie (Fragestellung A1) und zum anderen die Behandlung nach vorangegangener endokriner Therapie (Fragestellung B1).

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde in beiden Fällen Fulvestrant festgelegt. Die Bewertung basiert maßgeblich auf den Ergebnissen der randomisierten, kontrollierten Studien MONARCH 2 und MONARCH plus.

Empfehlungen

Die IQWiG-Dossierbewertung kommt zu unterschiedlichen Ergebnissen bezüglich des Zusatznutzens, abhängig von der Vorbehandlung und dem Metastasierungsstatus.

Initiale endokrine Therapie (Fragestellung A1)

Für postmenopausale Frauen, die zuvor noch keine endokrine Therapie für das fortgeschrittene Stadium erhalten haben, leitet das IQWiG ab:

  • Es zeigt sich kein statistisch signifikanter Vorteil im Gesamtüberleben gegenüber Fulvestrant allein.

  • Bei den Nebenwirkungen (unter anderem schwere Neutropenie, Diarrhö und Anämie) zeigen sich vorwiegend negative Effekte.

  • Laut IQWiG ist ein Zusatznutzen nicht belegt.

Nach vorangegangener endokriner Therapie (Fragestellung B1)

Für postmenopausale Frauen, die bereits eine endokrine Therapie erhalten haben, differenziert das IQWiG nach dem Vorliegen von viszeralen Metastasen:

  • Mit viszeralen Metastasen: Es zeigt sich ein signifikanter Vorteil im Gesamtüberleben. Trotz negativer Effekte bei schweren Nebenwirkungen ergibt sich laut IQWiG ein Beleg für einen beträchtlichen Zusatznutzen.

  • Ohne viszerale Metastasen: Es zeigt sich kein Vorteil im Gesamtüberleben. Aufgrund überwiegend negativer Effekte bei den Nebenwirkungen leitet das IQWiG einen Hinweis auf einen geringeren Nutzen im Vergleich zu Fulvestrant ab.

Dosierung

Die Fachinformation nennt laut IQWiG-Bericht folgende Dosierungsempfehlungen:

MedikamentDosisIndikation
Abemaciclib150 mg 2-mal täglich (kontinuierlich)HR+, HER2- Brustkrebs (Kombination mit Fulvestrant)
FulvestrantGemäß FachinformationHR+, HER2- Brustkrebs (Kombination mit Abemaciclib)

Bei Auftreten von Toxizitäten oder der gleichzeitigen Anwendung von starken CYP3A4-Inhibitoren wird eine Dosisreduktion von Abemaciclib auf 100 mg oder 50 mg 2-mal täglich empfohlen.

Kontraindikationen

Laut Bericht werden folgende Kontraindikationen und Warnhinweise genannt:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder sonstige Bestandteile.

  • Warnhinweise bestehen unter anderem für Neutropenie, Infektionen, venöse Thromboembolien, erhöhte Aminotransferasen, Diarrhö und interstitielle Lungenerkrankungen/Pneumonitis.

  • Die gleichzeitige Anwendung von starken CYP3A4-Induktoren sollte vermieden werden.

  • Es wird empfohlen, während der Behandlung und für mindestens drei Wochen danach eine hochwirksame Verhütungsmethode anzuwenden.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut IQWiG-Bericht ist bei der Indikationsstellung zur Folgetherapie mit Abemaciclib und Fulvestrant genau auf das Metastasierungsmuster zu achten. Während Patientinnen mit viszeralen Metastasen einen beträchtlichen Überlebensvorteil aufweisen, zeigt sich bei Patientinnen ohne viszerale Metastasen ein geringerer Nutzen im Vergleich zur Monotherapie mit Fulvestrant. Dies ist bei der Abwägung von Wirksamkeit und dem Risiko für schwere Nebenwirkungen wie Neutropenie und Diarrhö zu berücksichtigen.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG ist ein Zusatznutzen von Abemaciclib in Kombination mit Fulvestrant als initiale endokrine Therapie nicht belegt. Es zeigte sich in den Studien kein Vorteil im Gesamtüberleben, jedoch ein höheres Risiko für Nebenwirkungen.

Der Bericht stellt fest, dass postmenopausale Patientinnen nach endokriner Vorbehandlung, die viszerale Metastasen aufweisen, am meisten profitieren. Für diese Gruppe sieht das IQWiG einen Beleg für einen beträchtlichen Zusatznutzen.

Die Auswertung der Studien zeigt, dass unter der Kombinationstherapie vermehrt schwere unerwünschte Ereignisse auftreten. Dazu zählen laut IQWiG insbesondere Neutropenie, Diarrhö, Anämie und erhöhte Leberwerte.

Die empfohlene Dosis beträgt 150 mg zweimal täglich in Kombination mit Fulvestrant. Bei starken Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen kann die Dosis laut Fachinformation reduziert werden.

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Quelle: IQWiG A21-153: Abemaciclib (Mammakarzinom; Kombination mit Fulvestrant) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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