IQWiG2023Onkologie

Abemaciclib (Mammakarzinom): Indikation und Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat den Zusatznutzen von Abemaciclib in Kombination mit einem Aromatasehemmer bewertet. Die Bewertung bezieht sich auf das Anwendungsgebiet des lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Brustkrebses.

Die Zielpopulation umfasst postmenopausale Frauen mit Hormonrezeptor(HR)-positivem, humanem epidermalen Wachstumsfaktorrezeptor-2(HER2)-negativem Tumor. Spezifisch geht es um Patientinnen, die noch keine initiale endokrine Therapie für das fortgeschrittene Stadium erhalten haben.

Die Datengrundlage der Bewertung bilden die randomisierten, kontrollierten Studien MONARCH 3 und MONARCH plus. In diesen wurde die Kombination aus Abemaciclib und Anastrozol oder Letrozol mit Placebo plus Aromatasehemmer verglichen.

Empfehlungen

Das IQWiG formuliert basierend auf der Dossierbewertung folgende Ergebnisse zum Zusatznutzen:

Gesamtüberleben

Laut IQWiG-Bericht zeigt sich ein Beleg für einen geringen Zusatznutzen beim Gesamtüberleben. Der Überlebensvorteil wird in der Studie MONARCH 3 erst nach etwa 30 Monaten nach Randomisierung deutlich.

Morbidität und Lebensqualität

Die Bewertung zeigt Hinweise und Belege für einen geringeren Nutzen in mehreren Bereichen der Morbidität. Dazu gehören:

  • Fatigue

  • Übelkeit und Erbrechen

  • Appetitverlust

  • Diarrhö

Bei Frauen ab 65 Jahren wird zudem ein geringerer Nutzen beim globalen Gesundheitsstatus und der sozialen Funktion beschrieben.

Nebenwirkungen

Es wird ein Beleg für einen höheren Schaden durch schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE-Grad ab 3) abgeleitet. Besonders hervorgehoben werden:

  • Schwere Neutropenien

  • Erkrankungen des Blutes und Lymphsystems

  • Schwere Diarrhöen

  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Zudem kommt es laut Bericht unter der Kombinationstherapie häufiger zu Therapieabbrüchen wegen unerwünschter Ereignisse.

Gesamtfazit

In der Gesamtschau überwiegen laut IQWiG die negativen Effekte (Nebenwirkungen und Morbidität) den geringen Überlebensvorteil. Ein Zusatznutzen ist für diese Patientengruppe insgesamt nicht belegt.

Dosierung

Die im Bericht zitierte Fachinformation nennt folgende Dosierungsempfehlungen:

MedikamentDosisAnwendung
Abemaciclib150 mg 2-mal täglichKontinuierliche Einnahme, oral
Aromatasehemmer (Anastrozol oder Letrozol)Gemäß jeweiliger FachinformationKombinationstherapie

Bei Auftreten von Toxizitäten sind Dosisreduktionen von Abemaciclib vorgesehen. Diese erfolgen schrittweise zuerst auf 100 mg und nachfolgend auf 50 mg (jeweils 2-mal täglich).

Kontraindikationen

Der Bericht nennt basierend auf der Fachinformation folgende Kontraindikationen und Warnhinweise:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder sonstige Bestandteile.

  • Die gleichzeitige Anwendung starker CYP3A4-Inhibitoren soll vermieden werden.

  • Bei schwerer Leberfunktionsstörung (Child Pugh C) wird eine Reduzierung auf eine einmal tägliche Einnahme empfohlen.

  • Der Einsatz in der Schwangerschaft und Stillzeit wird nicht empfohlen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der IQWiG-Bericht hebt hervor, dass schwere unerwünschte Ereignisse wie Neutropenien und Diarrhöen bereits zu einem frühen Zeitpunkt im Studienverlauf auftreten. Es wird beschrieben, dass diese fast ausschließlich im Interventionsarm zu beobachten sind. Dies unterstreicht die Relevanz eines engmaschigen klinischen und laborchemischen Monitorings in den ersten Therapiemonaten.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bewertung ist ein Zusatznutzen in Kombination mit einem Aromatasehemmer bei postmenopausalen Frauen ohne vorherige endokrine Therapie nicht belegt. Der festgestellte geringe Vorteil beim Gesamtüberleben wird durch zahlreiche negative Effekte bei Nebenwirkungen und Lebensqualität aufgewogen.

Der Bericht nennt Diarrhö, Infektionen, Neutropenie, Anämie und Fatigue als häufigste Nebenwirkungen. Insbesondere schwere Neutropenien und Diarrhöen traten im Interventionsarm signifikant häufiger auf als in der Kontrollgruppe.

Die Standarddosierung beträgt 150 mg zweimal täglich in Kombination mit einer endokrinen Therapie. Bei starken Nebenwirkungen ist eine schrittweise Dosisreduktion auf 100 mg oder 50 mg zweimal täglich vorgesehen.

Ja, die Auswertung zeigt eine Effektmodifikation durch das Alter. Bei Frauen ab 65 Jahren wird ein Hinweis auf einen höheren Schaden durch schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUEs) sowie Einbußen bei der Lebensqualität beschrieben.

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Quelle: IQWiG A22-137: Abemaciclib (Mammakarzinom; Kombination mit einem Aromatasehemmer) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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