ZVK-Infektionen: Prävention, Diagnostik und Therapie
Hintergrund
Krebspatienten mit zentralvenösen Kathetern (ZVK) weisen ein stark erhöhtes Infektionsrisiko auf. Besonders bei hämatologischen Neoplasien und während einer Neutropenie treten katheterassoziierte Infektionen gehäuft auf.
Die häufigsten Erreger sind Koagulase-negative Staphylokokken, Staphylococcus aureus sowie gramnegative Bakterien und Candida-Spezies. Bei Kurzzeitkathetern entstehen Infektionen meist extraluminal, während bei Langzeitkathetern das intraluminale Wachstum dominiert.
Diese Zusammenfassung basiert auf der Onkopedia-Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft Infektionen (AGIHO) der DGHO. Sie bietet evidenzbasierte Empfehlungen zur Prävention, Diagnostik und Therapie von ZVK-Infektionen.
💡Praxis-Tipp
Bei ZVK-Infektionen durch Staphylococcus aureus oder Candida-Spezies wird eine sofortige Entfernung des Katheters empfohlen, da ein Erhaltungsversuch mit einem hohen Komplikationsrisiko einhergeht. Zudem ist bei diesen Erregern auf die Bestimmung der 'Differential Time to Positivity' (DTTP) zu verzichten.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt die rasche Entfernung bei Infektionen durch S. aureus oder Candida spp. sowie bei Tunnel- und Tascheninfektionen. Auch bei Sepsis, septischem Schock oder Endokarditis ist eine sofortige Entfernung indiziert.
Bei unkomplizierten Infektionen wird eine Therapiedauer von mindestens 7 Tagen nach der ersten sterilen Blutkultur empfohlen. Bei immunsupprimierten Patienten sollte die Therapie laut Leitlinie mindestens 2 Wochen andauern.
Es wird empfohlen, jeweils ein Paar Blutkulturen (aerob/anaerob) aus dem Katheter und aus einer peripheren Vene zu entnehmen. Dies ermöglicht die Bestimmung der Zeitdifferenz bis zum positiven Nachweis (DTTP).
Laut Leitlinie sollten zur Hautdesinfektion alkoholische Chlorhexidin-/Polyvidon-Iod-Lösungen eingesetzt werden. Alternativ können Octenidin/Propanolol-Lösungen verwendet werden.
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Quelle: ZVK Infektionen (Onkopedia). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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