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Invasive Pilzinfektionen Diagnostik: Leitlinie (Onkopedia)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf Onkopedia Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Zur Hochrisikogruppe gehören Patienten nach allogener Stammzelltransplantation oder mit akuter Leukämie und Neutropenie (<500/µl für >7 Tage).
  • Die Diagnostik erfordert stets eine Kombination aus Kultur, Mikroskopie, Antigentests, PCR und Bildgebung.
  • Ein Galactomannan-Screening (mind. 2x/Woche) wird bei Hochrisikopatienten ohne Schimmelpilz-Prophylaxe empfohlen.
  • Bei persistierendem Fieber in der Neutropenie trotz Breitbandantibiose ist ein (HR-)CT des Thorax indiziert.
  • Hefepilze in Sputum oder BAL gelten primär als Kolonisation, Schimmelpilze bei Neutropenie als möglicher Infektionsindikator.
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Hintergrund

Invasive Pilzinfektionen (Mykosen) sind eine wesentliche Ursache für Morbidität und Letalität bei Patienten mit malignen hämatologischen Systemerkrankungen. Die häufigsten Erreger sind Aspergillus- und Candida-Spezies, zunehmend werden aber auch Zygomyzeten, Trichosporon oder Fusarium spp. nachgewiesen.

Zur Hochrisikogruppe zählen Patienten nach allogener Stammzelltransplantation, Patienten mit vorhergehender invasiver Pilzinfektion sowie Patienten mit einer Neutropenie <500/µl für mehr als 7 Tage nach Induktion/Konsolidierung einer akuten Leukämie.

Allgemeine Diagnostik

Die Symptome einer invasiven Pilzinfektion sind oft unspezifisch (Evidenzgrad A). Daher ist zur raschen Diagnose und Therapieüberwachung stets eine Kombination verschiedener Methoden erforderlich (Evidenzgrad A). Vor Einleitung einer antimykotischen Therapie soll die höchstmögliche Evidenz erbracht werden, ohne den Therapiebeginn zu verzögern (Evidenzgrad A).

Mikroskopie und Pilzkulturen

Von allen Proben bei Hochrisikopatienten sollen Pilzkulturen angelegt werden. Gewebeproben müssen zusätzlich mikroskopisch beurteilt werden.

Material / BefundEmpfehlung / BewertungEvidenzgrad
Gewebeproben / BALMikroskopische Untersuchung mittels PAS, Grocott oder optischer AufhellerA
Sterile KompartimenteAlle positiven Isolate bis zur Spezies-Ebene identifizierenA
Hefepilze in Sputum/BALAls Kontamination/Besiedlung werten (bis zum histologischen Beweis einer Infektion)A
Schimmelpilze in SputumBei prolongierter Neutropenie als möglicher Indikator einer Pneumonie wertenB
Urinkultur (ohne Katheter)Bei schwerer Neutropenie als Indikator für eine Infektion wertenB

Antigen-, Antikörper- und Molekulardiagnostik

Molekularbiologische Tests sollten immer in Kombination mit anderen nicht-kulturbasierten Verfahren eingesetzt werden.

MethodeIndikation / BewertungEvidenzgrad
Aspergillus-GalactomannanRoutinescreening (≥2x/Woche) bei Hochrisiko ohne Schimmelpilz-ProphylaxeA
1,3-β-D-GlucanScreening bei Hochrisiko-Patienten mit hämatologischer Neoplasie möglichB
Aspergillus-PCR (Blut)Kombination mit Galactomannan-Test zur Diagnose einer AspergilloseA
Cryptococcus-AntigenSimultan mit Kultur aus dem Liquor bestimmenA
Candida-Antigen/-AntikörperRoutinemäßige Untersuchung wird nicht empfohlenA
Aspergillus-AntikörperRoutinemäßige Untersuchung wird nicht empfohlenA

Hinweis: Der Nachweis von Aspergillus-DNA im Blut von neutropenen Patienten gilt als Hinweis auf eine invasive Aspergillose (Evidenzgrad B).

Bildgebung und Endoskopie

MethodeIndikationEvidenzgrad
(HR-)CT ThoraxErstdiagnostik bei persistierendem Fieber in Neutropenie trotz Breitband-AntibioseA
MRTZNS, Nasennebenhöhlen, Augen, hepatolienale CandidoseA
Bronchoskopie mit BALAbklärung pulmonaler InfiltrateA
ÖsophagogastroduodenoskopieÖsophagitis ohne Ansprechen auf empirische antimykotische Therapie (vorzugsweise mit Biopsie)A

Das sogenannte Halo-Phänomen im CT ist bei neutropenen Patienten ein starker, früher Hinweis auf eine invasive Schimmelpilzinfektion der Lunge, jedoch nicht spezifisch (Evidenzgrad B). Biopsien von verdächtigen Läsionen (Haut, Organe) sollen entnommen werden, sofern dies klinisch vertretbar ist (Evidenzgrad A).

💡Praxis-Tipp

Werten Sie den Nachweis von Hefepilzen im Sputum oder in der BAL primär als Kolonisation. Schimmelpilze im Sputum bei prolongierter Neutropenie sind hingegen ein ernstzunehmender Indikator für eine invasive Pneumonie.

Häufig gestellte Fragen

Patienten nach allogener Stammzelltransplantation, mit vorheriger Pilzinfektion oder mit einer Neutropenie <500/µl für mehr als 7 Tage nach Leukämie-Therapie.
Bei Hochrisikopatienten ohne aktive Schimmelpilz-Prophylaxe wird ein Screening mindestens zweimal wöchentlich empfohlen.
Bei Hochrisikopatienten mit persistierender Neutropenie und Fieber, das trotz Therapie mit Breitband-Antibiotika anhält.
Nein, eine routinemäßige Untersuchung auf Candida-Antikörper oder -Antigene wird bei Patienten mit malignen hämatologischen Erkrankungen nicht empfohlen.

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