Zahnbehandlungsangst: Diagnostik, KVT und Sedierung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die AWMF-S3-Leitlinie befasst sich mit der Diagnostik und Therapie der Zahnbehandlungsangst beim Erwachsenen. Etwa 5 bis 10 Prozent der Bevölkerung leiden unter einer Zahnbehandlungsangst mit Krankheitswert.

Diese pathologische Angst führt häufig zu einem ausgeprägten Vermeidungsverhalten. In der Folge kommt es regelmäßig zu einer erheblichen Verschlechterung der Mundgesundheit sowie zu psychosozialen Beeinträchtigungen.

Die Leitlinie unterscheidet zwischen einer Zahnbehandlungsangst ohne Krankheitswert und einer phobischen Störung. Letztere erfordert bei akutem zahnärztlichem Behandlungsbedarf oft ein interdisziplinäres Vorgehen zwischen Zahnmedizin und Psychotherapie.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie betont, dass medikamentöse Verfahren wie Benzodiazepine oder Lachgas sowie die Vollnarkose ausschließlich der Ermöglichung einer akuten Zahnbehandlung dienen. Sie bewirken keine langfristige Reduktion der Zahnbehandlungsangst. Zur ursächlichen Behandlung der Angststörung wird stattdessen die Anbindung an einen Psychotherapeuten zur Durchführung einer kognitiven Verhaltenstherapie empfohlen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie besteht der Verdacht bei einem Wert von über 38 im Hierarchischen Angstfragebogen (HAF). Zusätzlich muss ein Vermeidungsverhalten des Zahnarztbesuchs von mehr als zwei Jahren vorliegen.

Die Leitlinie empfiehlt die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) als Therapie der ersten Wahl. Sie ist das einzige Verfahren mit nachgewiesener langfristiger Reduktion von Angst und Vermeidungsverhalten.

Es wird die orale Gabe von Benzodiazepinen, insbesondere Midazolam, als medikamentöse Therapie der ersten Wahl empfohlen. Dies gilt für Situationen mit akutem Behandlungsbedarf, in denen eine Psychotherapie nicht rechtzeitig möglich ist.

Eine Allgemeinanästhesie wird laut Leitlinie nur als Therapie der dritten Wahl (Ultima Ratio) bei akutem Behandlungsbedarf empfohlen. Sie trägt nicht zum langfristigen Abbau der Angststörung bei.

Bei krankheitswertiger Zahnbehandlungsangst rät die Leitlinie von Hypnose als alleiniger Therapie ab. Bei Angst ohne Krankheitswert kann sie jedoch von entsprechend ausgebildeten Zahnärzten unterstützend angewendet werden.

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Quelle: Zahnbehandlungsangst beim Erwachsenen (AWMF). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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